
Der 30-jährige Dominik ist der erste Berufs-Kiffer Deutschlands. Klingt wirklich fast zu schön, um wahr zu sein. Legal kiffen und um die Welt reisen. Er arbeitet bei der Kölner Firma Cannamedical, die medizinisches Marihuana vertreibt.
Anfang des Jahres wurde der Job mit einem Jahresgehalt von bis zu 100.000 Euro ausgeschrieben. Wir hatten hier darüber berichtet. Dabei spiele die Qualifikation eine Rolle bei der Vergütung. Eine weitere Voraussetzung war, dass die Bewerber selbst Cannabis-Patienten sind. Denn nur so darf in Deutschland legal Cannabis konsumiert werden.
Den heißbegehrten Job wollten rund 2.500 Bewerber, wovon es nur fünf in die engere Auswahl schafften. Benedens bekam schließlich den Zuschlag. Für ihn sei der besonders der Geschmack beim Konsumieren sehr wichtig. Denn als Patient müsse man mehrmals am Tag konsumieren, deshalb sollte das Cannabis möglichst angenehm munden.

Benedes gab an: „Ich leide an Morbus Crohn und musste lange Zeit bis zu 14 Tabletten am Tag einnehmen. Wegen meiner Krankheit sollte ich ursprünglich sogar mit 21 in Frührente gehen. Als ich Cannabis als Medikament entdeckt habe, ging es mir schnell viel besser. Ich dachte mir: ‚Ich will unbedingt anderen Betroffenen zeigen, wie gut Cannabis helfen kann!‘“
Das war wohl der Hauptgrund, warum er sich für diesen Job beworben hatte. Am 1. Mai wurde er als Freiberufler eingestellt. Was er tatsächlich mit seiner Tätigkeit verdient, bleibt geheim. Zu seinen Aufgaben gehört nicht nur das Testen der Blüten, sondern er reist auch zu Plantagen in Nordmazedonien oder Kanada, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Auch Kundenmeinungen holt er sich ein. Das Wichtigste ist aber das Testen der köstlichen Buds.

Der 30-Jährige habe sich das nötige Wissen mit Lesen, Weiterbildungen und durch die Arbeit mit Nutzpflanzen in seinem Selbstversorger-Garten angeeignet. Rauchen darf er nur die Sorten, die er auch selbst als Patient verschrieben bekommt. Sogar in der Öffentlichkeit dürfte er konsumieren, mache das aber nicht, um andere nicht zu stören.
Der Berufs-Kiffer kann sich nur wenig mit den Klischees von typischen Kiffern identifizieren. Zwar habe er Dreadlocks, sei aber ein ganz normaler Mensch. Er kiffe nicht, um high zu werden. Vielmehr ist es seine Medizin. Erst nach dem Konsum kann er normal leben.
Quelle: Bild.de
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