Berlin: Tourismus-Chef kritisiert Clubcommission – Besucherzahlen gehen zurück

Berlin hat 2025 weniger Gäste angezogen als im Vorjahr. Nach Zahlen von visit Berlin kamen rund 12,4 Millionen Besucher in die Hauptstadt, die insgesamt 29,4 Millionen Übernachtungen buchten. 2024 waren es noch 12,7 Millionen Gäste und 30,6 Millionen Übernachtungen. Vom Vor-Corona-Rekordjahr 2019 ist Berlin damit weiter entfernt: Damals wurden fast 14 Millionen Touristen und mehr als 34 Millionen Übernachtungen gezählt.

Während andere europäische Städte 2025 teils deutlich zulegten, blieb Berlin hinter dieser Entwicklung zurück. Für 2026 zeigen die ersten Monate nur eine leichte Erholung: Von Januar bis März wurden rund 2,6 Millionen Gäste und 5,9 Millionen Übernachtungen registriert. Im März lag die Besucherzahl mit mehr als einer Million Gästen immerhin 3,1 Prozent über dem Vorjahreswert.

Auffällig schwach entwickelte sich das internationale Geschäft. Die Zahl ausländischer Besucher sank um 4,3 Prozent, die Übernachtungen aus dem Ausland gingen sogar um 6,3 Prozent zurück. Besonders relevant bleibt das für eine Stadt, deren Clubkultur seit Jahren auch vom internationalen Publikum lebt.

In diesem Zusammenhang sorgt eine Aussage des scheidenden Visit-Berlin-Chefs Burkhard Kieker für Aufmerksamkeit. Gegenüber der Berliner Morgenpost kritisierte er die Kommunikation der Clubcommission deutlich. Diese habe jahrelang vom Clubsterben gesprochen – „Selbstmord aus Angst vor dem Tod“, so Kieker. Im Ausland sei dadurch der Eindruck entstanden, in Berlin gingen die Lichter aus. Dabei gebe es weiterhin rund 300 Clubs, in denen man das Wochenende durchtanzen könne.

Quelle: Berliner Morgenpost

Foto: Nordenfan

Auch interessant:

Fusion: Wirbel um hochdosierte Drogen und Kritik aus der Tourismus-Branche