Berliner Raver will über die Schattenseiten von Kokain aufklären

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Berlin gilt als Hauptstadt des exzessiven Feierns. Zwischen Kellerclubs, langen Wochenenden und internationalen Gästen gehört vieles zur Nachtkultur – auch Drogen. Für Ricky, der regelmäßig in der Berliner Szene unterwegs ist, hat sich dabei ein Eindruck immer stärker verfestigt: Kokain ist inzwischen so normal geworden wie ein Bier an der Bar. Doch genau diese Normalisierung bereitet ihm Sorgen. Denn während im Club über Lines auf der Toilette oft beiläufig gesprochen wird, gerät ein Thema schnell aus dem Blick: das Leid hinter der Produktion der Droge.

„Im Club redet darüber kaum jemand“

Beim Feiern erlebt Ricky immer wieder ähnliche Situationen. Kokain wird herumgereicht, Freunde verschwinden kurz auf der Toilette, und danach geht die Party weiter. Für viele gehört das längst zum Standard im Nachtleben. Die Herkunft der Substanz oder die Konsequenzen dahinter spielen dabei selten eine Rolle. Gewalt in Anbauregionen, organisierte Kriminalität oder zerstörte Lebensgrundlagen in den Herkunftsländern – Themen, die im Moment des Rausches kaum präsent sind.

Genau das will Ricky ändern.

Aufklärung statt Wegschauen

Mit einem eigenen Projekt und seiner Website koksboese.de versucht er, Partygänger zu erreichen – vor allem Menschen aus der Clubszene. Sein Ansatz: nicht moralisieren, sondern informieren. Viele Konsumenten würden gar nicht wissen, welche Strukturen hinter dem globalen Kokainhandel stehen. Von Plantagen in Südamerika über Kartelle bis hin zu Gewalt und Umweltzerstörung. Der Weg der Droge ist lang und oft brutal. Ricky glaubt, dass mehr Wissen auch zu mehr Bewusstsein führen kann.

Die dunkle Seite der Party

Die Berliner Clubkultur steht weltweit für Freiheit, Musik und Eskapismus. Doch genau diese Atmosphäre kann auch dazu führen, dass unbequeme Realitäten ausgeblendet werden. Wenn Kokain im Club zur Selbstverständlichkeit wird, verschwimmt die Grenze zwischen Partyritual und globalem Problem. Rickys Ziel ist deshalb simpel: die Verbindung zwischen dem Moment auf der Tanzfläche und den Folgen außerhalb Europas sichtbar machen. Denn während im Club die Nacht kein Ende zu kennen scheint, beginnt die Geschichte der Droge oft tausende Kilometer entfernt unter Bedingungen, die mit dem glamourösen Bild des Berliner Nachtlebens wenig zu tun haben.

Quelle: rbb24.de

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