Beschwerdeführer gehen anwaltlich gegen Musikevents vor: Absage für beliebtes Open-Air

Eigentlich hätte heute das ‚GO DEEP Summer Closing‘ auf der Burg Plesse bei Göttingen stattfinden sollen. Nun muss das Ganze in letzter Minute abgesagt werden.

Veranstalter Timo Jahns nennt als Grund zwei Beschwerdeführer, die anwaltlich gegen alle Musikveranstaltungen auf der Burg vorgehen. „Um die laufenden Verhandlungen nicht zu gefährden, hat sich die Burg Plesse dazu entschlossen, das Summer Closing ausfallen zu lassen.“

Der Spielball liege beim Landkreis Göttingen, doch „die Politik scheint einzuknicken, sodass die Burg und die Go Deep möglicherweise aufgegeben werden müssen“. In einem Statement per Video wandte sich Jahns an die Öffentlichkeit.

„Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir immer mehr auf Corona-ähnliche Zustände zusteuern. Aber nicht wegen Corona, sondern wegen der wirtschaftlichen Situation und wegen Situationen wie der, die wir hier gerade haben.“

Vor allem der Gemeinschaftsfaktor gehe dadurch verloren. „Was bleibt dann noch? Wieder den ganzen Abend nur Netflix schauen?“ Dabei lobte er die Entwicklung der Burg und hob ihre Bedeutung für sämtliche Events hervor.

Gleichzeitig forderte er Regionalpolitiker auf Stellung zu beziehen. Es ginge darum, die Burg als wichtiges Aushängeschild zu schützen. Auch Kompromisse würde er begrüßen, zumal GO DEEP zur zweimal im Jahr stattfinde.

Weitere Probleme seien Auflagen, die immer weiter verschärft würden und ohne hohe finanzielle Mittel überhaupt nicht mehr realisierbar seien. Nach fünf Jahren Herzblut und Energie tue es weh, das Ganze „vielleicht sterben zu sehen.“

„Und ja, es liegt eben auch an Beschwerdeführern, die solche Veranstaltungen generell nicht wollen“, so der Veranstalter. „Musik ist dafür da, gemeinsam erlebt zu werden. Wenn wenige Menschen dafür sorgen können, dass vielen Menschen diese Möglichkeit genommen wird, dann macht mich das einfach unglaublich traurig.“

Aus der Community gibt es vor allem unterstützende Reaktionen. Einige Anhänger sprechen von möglichen Petitionen, andere fragen sich, ob nicht das Allgemeinwohl zähle. Insgesamt wird auf ein Einlenken der Involvierten gehofft.

„Ich wünsche euch, eurer Region und der Burg, dass die Beschwerden abgewiesen werden und die Vernunft siegt“, schreibt ein User auf Instagram. „Musik ist mehr als nur laute Klänge, sie ist Zusammenkommen, Geschichte, Zukunft, Freude, Glück und so viel mehr.“

Bei der letzten ‚Go Deep‘ hatte unter anderem Karotte an den Reglern gestanden.

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