
Kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, bei denen der AfD große Chancen eingeräumt werden, sorgt das Glücksgefühle Festival für einen handfesten Skandal.
Um politische Äußerungen der Band Alphaville zu verhindern, wurde diese wenige Tage vor Festivalbeginn ausgeladen (FAZEmag berichtete). Sänger Marian Gold bewertete das Ganze als „Maulkorberlass“, Geschäftsführer Markus Krampe irritierte mit dünnhäutiger Rückmeldung über Bild.
Krampe selbst beteuerte die Offenheit des Festivals und dass Politik auf der Bühne schlichtweg nichts verloren habe. Womit vermutlich nicht gerechnet wurde ist das negative Echo aus Gesellschaft, Politik und Community.
Felix Jaehn, der ebenfalls im Line-Up steht, zeigte sich „geschockt“: „Als queere Person werde auch ich mir niemals das Recht nehmen lassen, mich gegen eine Partei auszusprechen […] die sich ganz offen auch gegen meine Existenz als nicht-binäre Person positioniert.“
Während eines ihrer Konzerte in Münster holten Die Toten Hosen Marian Gold auf die Bühne und bezeichneten das Festival als „Scheiß-Piss-Festival“. Auch die Presse durchschaute die wässrigen Statements sofort und ging hart mit den Veranstaltern ins Gericht.
Der Kölner-Stadt-Anzeiger schreibt von einem „Armutszeugnis“, die Berliner Morgenpost glaubt, Krampe habe das Festival nun erst recht politisiert. Der Umgang mit der Band sei eine „Posse“, so die WAZ.
Prompt folgte die Reaktion: „Wie wir gehandelt haben, war in der Tat ein Fehler. Das tut mir leid. Meinungsfreiheit ist das höchste Gut, das wir in Deutschland haben, sie ist zu schützen“, so Krampe, der sich erneut über Medienpartner Bild zu Wort meldete.
Einen Tag zuvor bezeichnete er das Statement von Marian Gold als „inakzeptabel“ und betonte, man lasse sich „nicht in irgendeine politische Ecke drängen und werde sich hier mit allen Mitteln wehren“.
Noch bemerkenswerter ist: Selbst Lukas Podolski, also der Glücksgefühle-Geschäftspartner von Krampe, äußert sich folgend über Instagram: „Ich finde es gut, dass Markus die Entscheidung nochmal überdacht und klar gesagt hat, dass es ein Fehler war.“
Tatsächlich beließen es die Veranstalter nicht bei einer Entschuldigung. „Alphaville ist herzlich willkommen, ich hoffe, dass sie wieder dabei sind“, so Podolski. Die Band reagierte schnell. Man habe die Entschuldigung zur Kenntnis genommen.
Gleichzeitig sähen Alphaville aber von einem Auftritt ab, aufgrund der nun geschaffenen Atmosphäre, und wolle die Gage für den fehlenden Auftritt an eine gemeinnützige Organisation spenden.
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