Club-Legenden: King-O über den Poison Club in Düsseldorf

Club-Legenden: King-O über den Poison Club in Düsseldorf

Poison Club – Oliver Klein

Wir kramen ein wenig weiter in unseren Erinnerungen und haben nach D-Nox und Nathalie de Borah auch den vielleicht wichtigsten Poison-Club-Resident King-O zu der ‚guten alten Zeit‘ befragt.

FAZEmag: Du warst zu der damaligen Zeit als King-O aus dem Poison Club nicht wegzudenken. Wie bist du zu diesem Namen gekommen?

King-O: 1993 war es nicht einfach, einen Namen für einen Techno-DJ zu finden. DJ Kleine-Weischede hörte sich einfach kacke an. Als ich dann in unserem Billard-Cafe mit ein paar Freunden überlegte, sah ich dort an der Wand ein Bild von dem Jazz Musiker King Oliver. Das war mir allerdings ein wenig zu hoch gestochen. So habe ich mich einfach King-O genannt.

FAZEmag: Wann hattest du deinen ersten DJ-Gig im Poison Club Düsseldorf, wie ist es dazu gekommen und welche Erinnerungen verbindest Du mit dem Club?

King-O: Das war im September 1994 zum Opening des Clubs. Ich habe damals an einem DJ-Contest, der von den Betreibern des Poison Clubs veranstaltet wurde, teilgenommen und mit D-Nox und Marvin gewonnen. Die Gewinner sollten die Residents des neunen Clubs werden. Ich durfte dann zum Opening mit unter anderem Mark Spoon spielen. Das war natürlich ein mega Abend und voller Erfolg.

FAZEmag: Du bist eines der Aushängeschilder des Clubs gewesen. Inwiefern hat dies deine Karriere als DJ positiv (oder negativ) beeinflusst?

King-O: Das war natürlich überwiegend positiv. Ich habe viele coole Leute kennen gelernt, unter anderem auch die Low Spirit Crew, die mich dann Anfang 1995 zu Ihren Events im damaligen E-Werk einluden. So durfte ich monatlich mit dem Who Is Who in Berlin spielen. Das war schon recht krass mit Steve Mason und Westbam abends Essen zu gehen und anschließend noch einen coolen Gig im E-Werk zu haben. Natürlich haben wir im Poison auch ein fettes Booking gehabt.
Aber der kleine Olli aus Dortmund in der Weltstadt BERLIN…. wer hätte das gedacht. So kam dann auch das Booking auf der Mayday 1997 zustande. Sozusagen der Door opener! Danach war natürlich Einiges einfacher. Mit meinem damaligen DJ Compagnon DJ Errik und Musik- Produzenten Jürgen Drießen haben wir dann auch einige King O Platten produziert und auf namenhaften Labels wie Low Spirit, King Size Rec. usw. veröffentlicht.

FAZEmag: Welche Bedeutung hatte der Poison Club Düsseldorf für die elektronische Musikszene in Deutschland?

King-O: Nun es sind jeden Samstag aus ganz Deutschland Leute angereist. Das war schon eine Institution der Elektronischen Dance Musik. Das Booking hat natürlich auch dazu beigetragen! Um nur ein paar Namen zu nennen: Steve Mason, Dave Angel, Mark Spoon, Hooligan, Moguai, Paul van Dyk. Das war zu der Zeit der heiße Shit!

FAZEmag: An welche besonderen Erlebnisse oder Geschichten während deiner Gigs im Poison Club kannst du dich erinnern?

King-O: Phuuu das waren echt viele. Im Cafe oder auf der Ballustrade. Die Abende waren echt lang. Aber wenn die Leuchtkugel von der Decke kam und der richtige Sound lief, war es magisch…. Wenn D-Nox zum Ende Una Musica spielte und die Leute teilweise heulten, weil Feierabend war, das war krass! Die Afterhour, die DJ Errik und ich dann Anfang ´96 starteten, war legendär. Wir mussten den Club wegen einer Ungereimtheit mit der Stadt Düsseldorf für einige Monate über Nacht schließen. Durften aber ab 6.00 in der Früh aufmachen. Das haben wir dann auch gemacht. So sind dann sehr viele Leute aus NRW um 6.00 in den Poison gekommen, um mit Errik und mir zu feiern.

FAZEmag: Was waren rückwirkend betrachtet die wichtigsten Bekanntschaften und Erkenntnisse aus deiner bewegten Poison-Club-Zeit?

King-O: Auch hier gibt es viele, die ich kennengelernt habe. Ob es Leute von der Raveline waren, oder andere Veranstalter, die mich dann gebucht haben. Aber jemand Bestimmten zu benennen wäre nicht richtig.

FAZEmag: Du bist ja mittlerweile im Fleisch-Business aktiv. Wie läuft es hiermit? Steht aktuell noch etwas auf der musikalischen Agenda?

King-O: Ja es gibt auch noch ein Leben nach der DJ Karriere. Ich habe mit meiner Frau Joanna einen kleinen Einzelhandel in Düsseldorf aufgemacht. Wir verkaufen hochwertige Lebensmittel. Mit dem Hauptaugenmerk auf Fleisch. Mittlerweile betreiben wir dieses Business seit fast 11 Jahren! Da dieses Geschäft so gut lief, hatten wir vor 6 Jahren expandiert und in Dortmund noch einen Shop eröffnet. Klar kann ich die Finger nicht ganz von der Musik lassen. Diese Leidenschaft bleibt bestehen! Auch wenn ich selber nicht mehr viel auflegte, habe ich dennoch einige Veranstaltungen und auch Bookings für diverse Clubs wie das 102 gemacht. Mit Dani aus dem 102 bin ich gut befreundet und natürlich gibt es da aktuell auch die eine oder andere Idee weiteres was zu machen. Let‘s see….

FAZEmag: Welche drei Tracks verbindest du mit deiner Poison Club Zeit?

King-O:

Thomas Schumacher – Ficken
Emanuel Top – Acid Phase
DJ HMC – LSD

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