Wir berichteten vor kurzer Zeit zur Auflösung einer Party des Kollektivs „Pornceptual“. Die Veranstalter*innen und Gäste wurden bei diesem Vorfall der zu einer groß angelegten Kontroll-Aktion mit Unterstützung durch die Bundespolizei gehörte, durch die Beamten als „ekelhaft und pervers“ beschrieben und noch weitergehend von der Polizei schikaniert. Nun hat die Berliner Clubcommission dazu ein Statement verfasst in dem sie sich Gedanken dazu macht, wie wir die Pandemie in einem solidarischen Miteinander überstehen.

Die CC argumentiert: „Über die Hälfte der Berliner*innen sind Singles, ein großer Anteil ist zugezogen; lebt also nicht mit Partner*in oder Familie zusammen. Der essentielle Teil des sozialen Lebens findet somit nicht in der eigenen Wohnung statt, sondern in Bars, Restaurants, Clubs, Community Spaces und anderen Orten der Begegnung und Kultur.“

Gerade der Umgang seitens beschließender Politik, ausführender Behörden und auch die Rolle der Medien, wurde kritisiert. Man appelliert an einen bedachteren Umgang nicht nur mit Gedanken an die Branche. Auch das soziale Gefüge und marginalisierte Gruppen, die durch Corona ihre Schutzräume wie Clubs verloren haben, sollen mehr ins Licht gerückt werden.

„Lasst uns überlegen, wie wir diese Krise mit gesellschaftlicher Solidarität und Zusammenhalt meistern. Wie wir mehr Testkapazitäten schaffen, mehr Details und Transparenz über Infektionsherde veröffentlichen- und die Gesundheitsämter effizienter arbeiten können. Und natürlich auch, ob und wann es richtig ist, Veranstaltungen abzusagen oder zu verschieben.
Aber bitte ohne Blaming und Shaming.“, heißt es abschließend in Ihrem Appell.

Hier geht’s zum kompletten Statement:
www.clubcommission.de/statement-zu-den-aktuellen-kontrollen-in-berliner-clubs/

 

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