Der Franzose Evil Grimace gilt als Erfinder des Frapcore – einer Mischung aus French Rap und Hardcore. Mit Tracks wie „3 Litres“ und „Bim Bim“ verschaffte er nicht nur sich selbst, sondern auch dem Genre an sich Zugang in die Welt der elektronischen Musik. Wir haben mit ihm über Frapcore und sein Debütalbum „Mes Larmes“ gesprochen.

 

Du giltst als Erfinder des Frapcore – eines recht speziellen Genres, das konsequenterweise ziemlich unbekannt ist. Könntest du uns Frapcore kurz beschreiben?

Der Begriff „Frapcore“ setzt sich aus French Rap und Hardcore zusammen. Es beinhaltet sowohl Rap-Elemente (Vocals, Melodie-Samples, Cuts etc.) als auch Hardcore-Komponenten. Die Intention von Frapcore definiert sich über die Vereinigung zweier Underground-Szenen/ Kulturen.

Wie bist du zum Frapcore gekommen? Wo liegen deine Wurzeln? Im Techno? Im Hip-Hop?

Im Grunde genommen ist es ein Experiment. Meine Anfänge liegen tatsächlich im Produzieren von Rap-Beats begründet. Irgendwann wollte ich jedoch etwas Neues ausprobieren. Ich orientierte mich hierfür beispielsweise an Produktionen von Umbertron, die in Richtung Chicago Tek, Hard House und Jumpstyle gehen. Darüber hinaus hörte ich aber auch zahlreiche Hardcore-Techno-Subgenres. All diese Richtungen und Einflüsse wollte ich vereinen.

Du bist schon eine Weile dabei. Du sagst, dein neues Album „Mes Larmes“ sei sowohl dein erstes als auch dein letztes Album. Warum?

Ich habe meine Musik schon immer als eine Art Lebensgeschichte betrachtet, die ich erzählen will. Als Evil Grimace und Bestandteil von Casual Gabberz habe ich zahlreiche einzigartige und intensive Erfahrungen gemacht, die ich nun in „Mes Larmes“ versuche zu verpacken. Es gibt jedoch noch wichtigere Dinge im Leben, wie meine Tochter, die vor zwei Jahren zur Welt kam. Das hat nun erst einmal Priorität.

„Mes Larmes“ umfasst einige deiner Klassiker wie „3 Litres“ oder „Bim Bim“, aber auch neue, bisher unveröffentlichte Tracks. Wie hat sich deine Musik im Verlauf der Jahre entwickelt?

Ich glaube gar nicht mal, dass sich meine Musik großartig entwickelt hat. Ich produziere viel nach Gefühl – mit Fokus auf einer hohen BPM-Zahl und harten Kicks.

2017 kam die erste Casual-Gabberz-Compilation „Intuile de Fuir“ auf den Markt. Zusätzlich erschien eine gleichnamige Dokumentation über euer Kollektiv. Hattet ihr dabei eine bestimmte Intention?

Nein, eine Intention hatten wir nicht. Wir fragten damals unseren Freund Kevin, ob er ein paar Fotos machen könne, um die Compilation anzuteasern. Er lieferte uns jedoch keinen Teaser, sondern eben diesen Film, der uns alle sehr berührt hat. Eine wunderbare Produktion.

 

„Mes Larmes“ ist seit dem 6. Dezember via Casual Gabberz erhältlich.

 

 

Aus dem FAZEmag 107/01.2021
Text: Milan Trame
www.soundcloud.com/evilgrimace