Drogenskandal bei Münchener Polizei – Handel florierte – Symbolbild


Bereits im vergangenen Jahr war in München von der Staatsanwaltschaft ein gigantischer Drogen-Skandal bei der bayrischen Polizei aufgedeckt worden. Unter den rund 58 Beschuldigten des Verfahrens waren 37 Polizist*innen, die in den Handel mit Kokain, MDMA und Ecstasy verwickelt sind.

Nachdem ein mutmaßlicher Drogendealer vor Gericht als Kronzeuge aussagte und nach den einjährigen Ermittlungen der zuständigen Kommission „SoKo Nightlife“, konnte nun Anklage gegen drei Beamten erhoben werden. In einem Fall richtet sich die Anklage gegen einen Polizisten, der Kokain, Marihuana, MDMA und Ecstasy bemessen und weitergegeben haben soll, ein weiterer Kollege soll Kokain erworben und verkauft, Dienstgeheimnisse verraten und Munition unterschlagen haben. Der dritte Polizist wird neben dem Besitz von Marihuana auch für Bildaufnahmen verklagt, mit denen er „die Hilflosigkeit einer Person zur Schau gestellt“ haben soll.

Ein weiterer Tatverdächtigter der Polizei, der in mehr als 150 Fällen wegen Beihilfe zum Drogenhandel und -besitz und dem unerlaubten Weitergeben einer Dienstwaffe angeklagt wurde, befand sich für kurze Zeit auf der Flucht, wurde aber inzwischen von der Polizei gestellt und verhaftet.

Laut der Münchner Staatsanwaltschaft handele es sich bei den Vorfällen nur um gesammelte Einzelfälle, von einer Gruppierungen oder gar einem Netzwerk innerhalb der bayrischen Polizei sei nicht auszugehen.

 

 

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Quelle: Spiegel, Pressemeldung Staatsanwaltschaft München