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Durch ein europaweites Abwassermonitoring wird aufgezeigt, welche Drogen wann konsumiert werden. Aus dem Bericht des Instituts für Gerichtliche Medizin der Meduni Innsbruck geht hervor, dass der Konsum von Kokain immer weiter zunimmt. Der Konsum von anderen Substanzen wie Ecstasy, Amphetamin und Crystal Meth bleibt aber konstant. Die Ergebnisse kamen durch das Abwassermonitoring zu Tage.

Innsbruck ist die einzige Stadt in Österreich, die an dem Monitoring teilnimmt. Europaweit liegt die Hauptstadt Tirols eher im mittleren Bereich der insgesamt 56 untersuchten Städte. Zu den europäischen Drogenhauptstädten gehören Antwerpen, Zürich und Barcelona.

Der Anstieg des Kokainkonsums ist in ganz Europa gleich. Dies ist wohl auch auf den höheren Reinheintsgehalt der Droge zurückzuführen. Die Analyse von 190 Kokainproben in den vergangenen drei Jahren bestätigt diese Aussage. Leiter der Innsbrucker Gerichtsmedizin, Richard Scheithauer sagte:

„Diese These wird auch durch Berichte des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung untermauert, wonach in Kolumbien seit 2013 die Anbauflächen des Kokastrauchs und damit die Produktionsmengen an Kokain jährlich um rund 30 Prozent steigen.“

Des Weiteren ergab das Monitoring das Ecstasy (MDMA) auf Platz zwei steht. Danach folgt Amphetamin. Erfreulich ist, dass Methamphetamin nur in sehr geringen Mengen vorhanden ist. MDMA wurde größtenteils an Wochenenden und vor Feiertagen nachgewiesen werden, was den Annahmen des Konsums entsprach. „Ecstasy ist eine Partydroge und wird primär an Wochenenden konsumiert, wogegen Amphetamin und Kokain einerseits im Rahmen einer Abhängigkeit täglich, andererseits aufgrund ihrer leistungssteigernden Wirkung auch im Berufsleben und damit auch an Arbeitstagen unter der Woche konsumiert werden“, sagt Michael Willis, Leiter des Vorarlberger Kompetenz- und Behandlungszentrum für Suchterkrankungen in Frastanz.

Es gibt kaum eine einfachere, kostengünstigere und schnellere Methode, räumliche Trends und Entwicklungen am Drogenmarkt zu erkennen. Deshalb soll das Monitoring in Zukunft auch auf andere Städte ausgeweitet werden.

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