heimische_gefilde_Wie ein Schaufelradbagger legt er emsig mit seinen Vorderpfoten lange Tunnel an, baut sich unterirdische Kammern, wie Vorratskammer, Schlafzimmer und Brutkammer: Der Maulwurf. Sein Name bezieht sich keineswegs auf sein Maul, sondern stammt ursprünglich von dem alten Begriff „Molte“, was Erde bedeutet. Er ist also ein „Erdwerfer“. Sandige Böden meidet er, denn in ihm fallen die Tunnel schnell zusammen. In wässrigen Böden ist das Graben wiederum für ihn zu anstrengend. Seine typischen Lebensräume sind Äcker, Wiesen und Wälder.


Der Maulwurf verbringt sein ganzes Leben unterirdisch und ist an dieses perfekt angepasst. Da wäre zunächst seine Größe: Mit nur zwei Zentimeter Körperhöhe nimmt er wenig Platz ein. Seine Augen und Ohren liegen gut geschützt unter seinem Fell. Die Augen sind ganz klein, haben sich im Lauf der Evolution zurück gebildet, denn unter der Erde würde er sowieso nichts sehen. Lediglich hell und dunkel kann er mit ihnen unterscheiden. Daher kommt auch die Redewendung „blind wie ein Maulwurf“. Auch die Ohren liegen unter dem dichten Fell verborgen und können mit einer Haut verschlossen werden. Im Gegensatz zum Sehsinn, ist sein Hörvermögen jedoch sehr gut ausgeprägt. In seinem Gangsystem orientiert sich der Maulwurf mit seinem Geruchsinn, mit dem er Nahrung aufspürt. Zusätzlich helfen ihm feine Tasthaare im Gesicht und am Schwanz seine Umwelt zu erkunden. Seine Schnauze ist lang und beweglich. Sie ist reich mit Tastsinneszellen ausgestattet, die ihn befähigen, nicht nur Tastreize, sondern auch elektrische Reize wahrzunehmen, die bei der Muskelbewegung ihrer potentiellen Beutetiere entstehen. Darüber hinaus nimmt der Maulwurf auch kleinste Erschütterungen war.

Eine weitere Besonderheit sind seine Vorderpfoten, deren Innenflächen nach außen gedreht sind. Außerdem ist das Sichelbein zu einem Art sechsten Finger umgestaltet, was ihm das Graben erleichtert. Kräftige Muskeln erlauben es ihm Erdmassen, die das 20-fache seines Körpergewichts ausmachen zu bewegen. Der Erdaushub aus den Tunnelarbeiten wird am Ende der Tunnel ausgeworfen, so dass die allseits bekannten Maulwurfshügel entstehen. Das Fell des Maulwurfs besteht nur aus Wollhaaren ohne Strich und ist daher besonders weich. Damit kann er in seinen engen Gängen gleich gut vorwärts wie rückwärts kriechen. Die Luft unter der Erde ist sauerstoffarm, aber auch daran ist der Maulwurf optimal angepasst: Der Anteil des Sauerstoff transportierenden Hämoglobins ist in seinem Blut erhöht, so dass die Zellen ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden können. Dafür ist der Stoffwechsel des Maulwurfs aber äußerst aktiv. Daher braucht er jeden Tag Nahrung: täglich nimmt er etwa die Hälfte seines Körpergewichts zu sich. Bekommt er schon länger als einen Tag keine Nahrung, stirbt der Maulwurf, da er fast keine Fettreserven aufbauen kann. Er ernährt sich insbesondere von Regenwürmern, kleinen Insekten, Larven und Lurchen. Entgegen einiger landläufiger Meinungen ist der Maulwurf also kein Pflanzenschädling. Und auch dem Boden schadet er nicht: Auch wenn er viele Regenwürmer frisst, die den Boden ebenfalls auflockern, muss man sich keine Sorgen um den Regenwurmbestand in seinem Garten machen. Da der Maulwurf gerne Schädlinge wie Schnecken, Schneckenlarven und Engerlinge frisst, ist er sogar ausgesprochen nützlich für den Garten. Das Problem mit den Maulwurfshügeln ist also eher ein ästhetisches. Nur in Gemüsebeeten kann er manchmal Schäden anrichten, wenn er Pflanzen von unten frei gräbt, so dass diese schief stehen oder zu wenig Wasser bekommen.

Seine Nahrungssuche ähnelt dem der Spinne: In seinem stark verzweigten Tunnelsystem, sitzt der Maulwurf in seinem Kessel und wartet auf Geräusche in seinem Labyrinth. Sobald er Insekten, Regenwürmer oder andere Tiere hört, die in sein Gangsystem eingetreten sind, läuft er hin und frisst die Beute oder legt sich Vorräte an. Durch den dichten Pelz verdichtet der Maulwurf automatisch die Tunnelwände, so dass die Beutetiere nicht mehr so leicht wieder herauskommen. Nur wenn im Winter der Boden zu tief gefroren ist, jagt der Maulwurf auch über dem Boden, aber zunächst versucht er einfach tiefer in der Erde sein Glück. Der Maulwurf hält keinen Winterschlaf. Den Wintervorrat bilden vor allem Regenwürmer. Ihnen beißt er ganz clever das Vorderende ab, so dass sie sich nicht mehr bewegen können, aber dennoch weiterleben. Die gesamte Ganglänge eines Tunnelsystems beträgt nicht selten 200 Meter. Die Gänge werden häufig mit Drüsensekreten markiert, um Eindringlinge abzuschrecken.

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In einem Tunnelsystem lebt immer nur ein Maulwurf, denn nur zur Paarungszeit, zwischen März und April, finden Männchen und Weibchen zusammen. Die Tragezeit beträgt in etwa vier Wochen. Ein bis zweimal jährlich werfen Maulwürfe. Einen Monat nach der Paarung bringen die Weibchen die Jungen auf die Welt. Das Nest legt der Maulwurf unter einem riesigen Maulwurfshaufen an, der bis zu einem halben Meter hoch sein kann. Daher liegt das Nest praktisch überirdisch und wird im Volksmund auch als „Sumpfburg“ bezeichnet. Die Kammer ist mit Laub und Gras gepolstert und vier bis fünf junge Maulwürfe finden in ihr Platz. Als Nesthocker sind die Jungen von der Mutter abhängig und werden zwischen vier bis sechs Wochen lang von ihr gesäugt. Nach sechs bis zwölf Monaten erreichen die jungen Maulwürfe die Geschlechtsreife und gründen ihr eigenes Tunnelsystem.

Aufgrund ihrer natürlichen Fressfeinde werden Maulwürfe nicht sehr alt. Wildschweine, Dachse und Bussarde warten nur darauf, dass der Maulwurf aus seinem Tunnel kommt. So werden Maulwürfe im Durchschnitt nicht älter als drei Jahre. Neben ihren natürlichen Fressfeinden können den Maulwürfen auch Hochwasser gefährlich werden, die ihr Tunnelsystem überfluten.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Maulwürfe noch stark wegen ihres Fells gejagt. Da Maulwurfhaare bei starker Benutzung aber ausfallen, kamen die Maulwurfpelze zum Glück rasch wieder aus der Mode. Mittlerweile ist der Maulwurf gesetzlich unter Schutz gestellt und darf weder gefangen, noch mit Fallen und Gift getötet werden. Wenn jemand einen Maulwurf trotz seines positiven Einflusses auf Böden aus seinem Garten vertreiben möchte, empfiehlt es sich eine Brühe aus Lebensbaumzweigen, Holunderzweigen und Knoblauch zu kochen und diese in seinen Gang zu gießen. Der Geruch wird den Maulwurf vertreiben, da er ihn unausstehlich findet. Hingegen sollte man keine Maulwurfshaufen platt treten, denn dann bekommt der Maulwurf zu wenig Sauerstoff.

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