
Wenn Ordnungshüter plötzlich selbst zur Unterwelt wechseln, klingt das eher nach einer neuen Netflix-Serie als nach einem echten Gerichtsfall. Doch genau das ist am Flughafen Frankfurt passiert: Zwei Ex-Bundespolizisten – 23 und 26 Jahre jung, vermutlich noch mit Frischhaltefolie vom letzten Polizeitraining – haben bei ihrem Job offenbar mehr kriminelle Energie gesammelt als Dienstmarken.
Ihr kreatives Nebenprojekt: Kokain-Logistik mit Handschlagqualität. Im Klartext: Bei vorgetäuschten Kontrollen am Flughafen nahmen sie dicke Pakete – 20 Kilo Kokain insgesamt – ganz diskret von Kurieren entgegen. Statt „Personalausweis bitte“ hieß es „Nice shoes“, ein Codewort, das gleichzeitig stilvoll und hochgradig illegal war.
Die Zusammenarbeit mit der im Ruhrgebiet ansässigen Drogenbande lief fast schon wie im Handbuch: Kurier steigt aus Flieger aus Südamerika, trägt das Kokain im Handgepäck, sagt den magischen Satz – und voilà, die Ware wechselt den Besitzer. Die Polizisten – also eigentlich Ex-Polizisten, inzwischen enttarnt und verurteilt – kassierten für ihre Dienste fast 40.000 Euro Schmiergeld. Dafür hätte man auch ein paar schicke Schuhe ganz legal kaufen können, aber nein – der „Nebenjob“ sollte es richten, schließlich herrschten laut eigener Aussage „Geldprobleme“. Wer kennt’s nicht: Monatsende, leeres Konto, und plötzlich bietet dir jemand ein Kilo Koks im Duty-Free-Bereich an.
Hohe Haftstrafen
Das Landgericht Essen hatte allerdings weniger Humor als das Drehbuch, das die beiden da geschrieben haben. Das Urteil: siebeneinhalb und sechs Jahre Gefängnis – mit viel Zeit für Nachdenken, vielleicht sogar ein bisschen Netflix im Knast, Staffel „Polizisten außer Kontrolle“.
Wenn dir am Flughafen jemand „Nice shoes“ sagt, ist das entweder ein Kompliment – oder du bist mitten in einem Drogendeal gelandet. In jedem Fall: lieber weitergehen. Und wer glaubt, bei der Bundespolizei würde es nur um Ausweise und verlorene Koffer gehen – tja, willkommen in Frankfurt, wo die Realität manchmal krimineller ist als jeder Tatort.
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