faithless
Was war das für ein bewegender Moment am 8. April 2011 in der o2 Arena in London, als Maxxi Jazz und Sister Bliss ein letztes Mal die Bühne stürm- ten. Kinos rund um den Globus strahlten das Abschlusskonzert dieser Jahrhundert-Kapelle aus. Vier Jahre später sind sie zurück und bringen eine positive und eine teilweise negative Nachricht mit. Die positive: Sie kehren mit aufgefrischtem Material (auch auf CD02) und für einige wenige Shows zurück auf die Stages, die die Welt bedeuten. Alle Faithless-Anhänger brachen in Jubelstürme aus, als zum SonneMondSterne Festival ihr Name das Line-up zierte. Soweit, so gut. Die negative: Auf CD 01 haben sie ihre größten Hits remixen lassen. Hits und Hymnen, die unsere heutige Szene so sehr beeinflussten damals. Titel, die man für die alten Fans niemals wieder verändern, modellieren und geschweige denn anfassen sollte. Aber es geht auch darum, neue Fans zu akquirieren. Avicii, Armin van Buuren, Tiesto, Axwell und weitere aktuelle Big-Room- Player, wanden Songs, die eine Ära geprägt haben, in ein aktuelles Korsett – und gerne auch mit einem großen Akzent auf EDM. Altbekannte und geliebte Lyrics werden unterlegt durch knarzige Sounds und Stadion-taugliche Trance-Abfolgen. Kredibile Acts wie Booka Shade und Purple Disco Machine oder Claptone widmen sich den Original-Songs anders und überraschen positiv. Die Mission, der heutigen Jugend das Faithless von damals schmackhaft zu machen, wird die Musikfans spalten. Keine Frage. Aber wie so oft sind die Songs, die man heute aufgrund von Erinnerungen an die gute alte Zeit nicht abfeiern kann oder möchte, die Klassiker von morgen. 8/10 harthorst