Wie die Welle um die elektronische Musik in Köln entstand, haben wir bereits im ersten Teil von FAZE Trip erfahren. Heute wird die Subkultur unter anderem von Locations wie Artheater, Club Bahnhof Ehrenfeld, Bootshaus, Elektroküche, Gewölbe, Heinz GaulHelios 37Studio 672, Odonien, Red Cat Lounge, Reineke Fuchs und Zum Scheuen Reh regiert. Das lange bestehende Festival c/o pop sowie die Open Airs Grünton oder Pollerwiesen sorgen in den Sommermonaten für extrafrischen Wind. Was die Domstadt heute zu bieten hat und welche Künstler für frischen Wind sorgen, erfahrt ihr in den folgenden Ausschnitten. 

 

bummbock –  Über Happy Vibes, Clubschließung und neue Möglichkeiten

Noch ziemlich frisch mit dabei ist die Kölner Crew bummbock. Bei einem gemeinsamen Bierchen im vergangenen Jahr gründeten die Kumpels Stoff, Tüte, Mo.Joee, Franky B und Plo.nka das kölsche Kollektiv: „Wir wollten alle gerne mehr auflegen und fanden den Gedanken gut, das durch eigene Veranstaltungen zu erreichen. Mittlerweile sind die Partys zu einem Treffpunkt geworden, bei dem Freunde und Bekannte zusammenkommen und eine schöne Zeit miteinander verbringen.“ Die Rollenverteilung ist dabei ganz klar, Stoff, Tüte, Mo.Joee und Franky B sorgen für den Sound, Pushertony für Artwork und Kunst bei den Partys und Plo.nka kümmert sich um die Organisation. Wer schon mal bei einem Gig der Jungs dabei war, weiß, dass die Stimmung immer sehr harmonisch und ausgelassen ist. Positive Vibes fliegen umher, so weit das Auge reicht. Ob diese von den tänzelnden DJs ausgestrahlt werden, ihren überzeugenden Sets oder der glücklichen Crowd ist schwer zu sagen. Wahrscheinlich ist aber, dass die Jungs einfach Plan von dem haben, was sie tun. Der Erfolg der Jungs blieb demnach nicht lange aus, vergangenen September hatten die Jungs bereits ihr Debüt in ihrer Lieblingsbar dem scheuen Reh. Wie es um die aktuelle Szene steht, erzählt mir Philipp Stoffel aka DJ Stoff: „Die elektronische Musikszene in Köln ist definitiv in Bewegung. Locations und Stile kommen und gehen. Neben ‚Jack in the Box‘, ‚Underground‘ sollen nun auch noch das ‚Helios37‘, sowie das ‚Heinz Gaul‘ verschwinden – das sind alles beliebte Clubs im Szeneviertel Ehrenfeld“, erzählt Philipp. Im Laufe der Kölner Clubgeschichte mussten einige Locations Platz für neues schaffen, durch den stetigen Wachstum der Bevölkerung, werden immer mehr Clubräume durch Wohnräume ersetzt. Doch das Ende der Veranstaltungsstätten bedeutet nicht das Aus für Clubbing in Köln: „Zu den aufregendsten Locations im Clubbereich zählen nach wie vor das Gewölbe, Odonien und Artheater. Sie alle bieten eine große Spielfläche für internationale Künstler.“, so Philipp. Die Stadt Köln bietet ein recht breites Spektrum, da hier verschiedene Veranstalter unterschiedliche Genres vertreten: „So gibt es neben Techno, Drum’n’Bass, Techhouse, House, Ambient, Experimental alles zu hören. Man muss nur wissen, wo man danach suchen muss. Gerade Elektro und Breaks sind wieder sehr im Kommen und bringen wieder andere Energien in die DJ-Sets vieler Locals“, offenbart das Kollektiv. Die vier DJs von bummbock sind erst seit einem Jahr aktiv. Musikalisch bewegen sie sich von Acid, Techno, Elektro bis House, Disko und Funk. Für die ganz verwöhnten Ohren gibt es hier und da auch mal eine live Jazzsession. Dies hängt jedoch von der Laune der Jungs ab, wie auch auch von der Location: „Wir setzen hauptsächlich auf lokale Künstler, wechselnde Austragungsorte und cooles Ambiente, das alles unterstützen wir mit unserer Kunst.“ Doch im Gegensatz zu damals, ist es kein leichtes Spiel, sich als Veranstalter durchzusetzen. Die Konkurrenz wächst immer weiter und das Angebot war nie größer: „Als Veranstalter hat man es in Köln nicht leicht. Die Konkurrenz ist groß, die Clubs begrenzt. So kommt es, dass manche Clubs schon ein Jahr im Voraus ausgebucht sind.“

www.facebook.com/bummbock
www.instagram.com/bummbock

 

Muito Kaballa
Ein Klangjongleur sorgt für glückliche Gesichter

Für abwechslungsreiche Musik und eine außerordentliche Live-Performance steht Niklas Mündemann aka Muito Kaballa mit seiner One-Band-Show. Fern ab von routinierten Events, erhält man beim Lauschen seiner jazzigen Sounds gute Laune und einen freien Kopf. Im Fokus ist Afrobeat, jedoch steht er nicht wie viele andere Künstler einfach hinterm Pult und mischt drauf los. Im Gegenteil, seit seiner Kindheit beherrscht er das Spielen einiger Instrumente wie etwa Klavier oder Schlagzeug. So kam es, dass er eine neue Art des Musizierens ins Leben rief. Neben Synthesizer und Loopstation jongliert er gekonnt mit Saxophon, Flöte, Trompete, Gitarre und diversen Percussions. Der Multi-Instrumentalist greift dabei auf verschiedene Einflüsse aus Dub oder avantgardistischem Hip Hop zurück und lässt diese fließend ineinander laufen. Im Mai veröffentlichte er sein Debütalbum „Everything Is Broke“ auf Switchstance Recordings, das komplett live mitgeschnitten und performt wurde. Ob er nun auf der Straße spielt, oder auf Veranstaltungen, die kölschen Vibes sind immer dieselben: „Ich glaube, dass Köln eine super offene und bunte Stadt ist. Daher haben die Kölner auch Lust auf solche Sachen und neue Dinge. Meine Musik passt da ganz gut rein, da viele Stile wie Afrobeat und Elemente aus Funk und Jazz miteinander vermischt werden. In Verbindung mit Straßenmusik sind die Kölner sehr angenehm, wohlwollend und schätzen ganz einfach das, was sie hören. Die finden es immer super, wenn jemand kommt und Musik macht. In anderen Städten gäbe es da wohl mehr Probleme. Egal an welchen Orten ich bisher gespielt habe, in Köln verlief es immer sehr entspannt“, erzählt er. Doch wo bekommt man in Köln diese spezielle Art von Musik zu hören? Einige Clubs bestechen zwar in ihren Line-Ups mit Live-Acts, doch jazzige Musik wie diese ist woanders zu Hause: „Am liebsten halte ich mich an Orten wie der Niehler Freiheit e.V. oder im Autonomen Zentrum auf. Im AZ hat man die Möglichkeit, mit seinen Bands zu proben, an Workshops teilzunehmen und es gibt viele verschiedene Kurse zu belegen. Beides sind Orte, an denen man sich wohlfühlen kann und sich keine Sorgen darum machen muss, wie man aussieht oder wie man ist. Zudem finden dort regelmäßig coole Partys statt. In Clubs hatte ich oft das Gefühl, dass es mehr um gegenseitiges Auschecken geht und weniger um die Musik.“ Unkommerzielle Räume wie diese sind für viele Menschen ein Zufluchtsort, müssen jedoch stets um ihr Bestehen kämpfen. Hippe Viertel wie Ehrenfeld, die mit süßen Lädchen und trendigen Lokalen locken, stehen Aktiven immer mehr im Weg: „Ehrenfeld wurde in den letzten Jahren immer teurer. Was es umso schwieriger macht, dort eine Wohnung zu bekommen. Meiner Meinung nach vernachlässigt die Stadt Köln da ihren Part, vernünftige Wohnräume zu schaffen. Orte wie das AZ oder Bauwagenplätze müssen ständig um’s Überleben kämpfen und werden nicht wahrgenommen. Plätze wie diese sind jedoch total wichtig für viele Menschen. Vieles wird einfach abgerissen, wie beispielsweise das ‚Underground‘ oder ‚JackWho‘ und durch viel zu teure Wohnungen ersetzt“, erzählt Niklas. Doch Musiker wie Mündemann schaffen auch wieder Platz für neue Möglichkeiten. Seit letztem Jahr bietet er zusätzlich barrierefreie Musikangebote mit seinem sozialen Projekt ‚Klimper Klang‘ an. Hauptsächlich für Menschen mit Behinderungen: „Mithilfe des Projektes, soll jeder Mensch die Möglichkeit kriegen, am musikalischen Geschehen teilzuhaben. Hierfür müssen jedoch Zugänge geschaffen werden, die sich nach den individuellen Bedürfnissen jedes einzelnen richten“.

www.muitokaballa.com
www.instagram.com/muito_kaballa
www.facebook.com/MuitoKaballa
www.klimperklang.de

Tim Engelhardt – der Sonnenstrahl im Technoloch

Während ein Großteil der heutigen Teenager die kostbare freie Zeit damit verbringt, Follower und Likes zu generieren, da sich ihr Leben fast ausschließlich virtuell abspielt, gibt es in seltenen Fällen scheinbar doch noch so etwas wie Hoffnung. Hoffnung, dass jemand aus der Masse heraussticht und seine Interessen abseits des rechteckigen Smartphone-Bildschirms findet. So ein Fall ist ganz klar Tim Engelhardt, aktuell einer der heißesten Shootingstars im elektronischen Kosmos. Seine erste Produktion? Mit gerade einmal 14 Jahren. Sein Sound klingt dabei, als wäre der Jungspund schon seit eh und je ein Bestandteil der Szene. Seine Diskografie listet Imprints wie Cityfox, Anjunadeep oder Water Gate. Deutlich zum Vorschein kommt in Bezug auf die melodischen Strukturen und Kompositionen sein Background als Pianist. „Harmonien sind mir wichtig, es ist aber nicht so, dass ich bei jedem Track unbedingt ein Bett aus Akkorden brauche. Jedoch muss ein Track gewisse Ansprüche erfüllen: Wichtig sind mir die Spannung und die Antizipation, die ich durch sorgfältig geschriebene Melodien am besten erreiche.“ Inspirationen fand Engelhardt dabei sicherlich in den Tiefen des Westerwalds, genauso wie die allseits bekannten Dominik Eulberg und Gabriel Ananda, die ebenfalls aus dieser Ecke stammen. Erste Berührungspunkte mit der elektronischen Musik fand er hingegen mit nicht gerade ruhigen Tönen. „Es fing alles damit an, dass mein älterer Bruder mir Mixe von DJs wie Carl Cox gab. Damals konnte ich damit nicht wirklich viel anfangen und es erschien mir alles etwas einfach, da ich von meinen Klavierstunden doch etwas komplexere Musik gewohnt war. Dann habe ich irgendwann versucht, das ,besser’ zu machen. Ein Album, welches mich in meiner Anfangszeit sehr beeinflusst hat, war Marek Hemmanns ,In Between’ – für mich auch heute noch ein Meisterwerk.“ Der Thematik seines Alters begegnet er dabei gänzlich gelassen. „Damals, mit 14, als ich mein erstes Release hatte, habe ich einfach ohne Hintergedanken Musik gemacht. Früher habe ich jeden Tag Fußball gespielt und war sehr sportlich, allerdings muss ich sagen, dass die Musik irgendwann die wichtigste Rolle in meinem Leben eingenommen hat. Im Moment dreht sich also bei mir alles um Musik. Ich finde es erstaunlich, was Töne alles auslösen können, und bin fasziniert von den Möglichkeiten, die sich mir gerade bieten. Schon damals war jeder Track war für mich ein Schritt nach vorne. Im Prinzip wollte ich bloß gute Musik machen und diese für Leute zugänglich machen. Mittlerweile bin ich etwas selektiver geworden und schaue, dass ich nicht zu viel veröffentliche. Ich mache mir länger Gedanken darüber, ob ein Track auch wirklich eine Veröffentlichung verdient hat und meinen Ansprüchen genügt.“ Den Prozess zum heutigen Vollblut-Produzenten durchlief er nahezu als Autodidakt, erinnert er sich. „Ich habe mir über die Jahre fast alles selbst beigebracht. Es gab immer mal wieder gute Tipps von Robert Babicz und Andreas Lindemann, besonders im Bezug auf das Mixing, für die ich sehr dankbar bin, aber das Songwriting war immer eine persönliche Sache für mich. Im Moment arbeite ich mit Ableton Live als Sequenzer und ein paar erlesenen Hardware-Tools wie z. B. meinem Minimoog Voyager, der meistens für Bässe eingesetzt wird, oder dem Clavia Nord Rack 2 und dem Oberheim Matrix 1000 für alle Arten von Klängen.“ Im Rückblick auf damalige Zeiten, ist der Beruf des Produzenten nur schwer vorstellbar für ihn: „Damals wäre ich wohl eher ein DJ und weniger Produzent geworden. Mir hätte das Geld für mein Equipment gefehlt, sowie die heutige unglaublich leichte Erreichbarkeit durch die Socials.“ Seinen Durchbruch erlangte er mit seiner EP „Everything Is All You Have“ 2015 auf Poker Flat, gefolgt von „Enigmatism“ im gleichen Jahr auf dem gleichen Imprint. „Ende 2014 hatte mein Booker und Manager Marcel Janovsky die Idee, mal etwas an Poker Flat zu schicken. Da er und Steve sich schon lange kennen, hatten wir recht schnell eine Antwort – und die war zu meiner Überraschung sehr positiv. Im Gegensatz zu einigen anderen Labels ist es bei Poker Flat für mich so, dass ich Songs abgebe und es immer eine klare Antwort gibt: ja oder nein. Diese künstlerische Freiheit finde ich sehr wichtig und ohne diese gäbe es das Album wohl auch gar nicht. Die erste Skizze des Titeltracks ist tatsächlich schon über drei Jahre alt und viele Sounds sind ursprünglich aus alten Sessions, also könnte man sagen, es ist ein Werk, das sich über mehrere Jahre entwickelt hat. Ich habe ca. 40 Songs geschrieben und allein ein Jahr für die finale Selektion und technische Details gebraucht.“ In Worten formuliert, klingen die meisten Titel wohl vielmehr nach Songs als nach Tracks. Mit seinem melodischen, harmonischen Sound passt der Künstler wie die Faust aufs Auge zur Domstadt. Die Kölner grenzen sich für ihn sichtbar von anderen Metropolen ab: „Das Kölner Publikum ist viel erfahrener als in anderen Städten. Viele der Leute sind bereits seit mehreren Jahren dabei und wissen, dass die Clubbetreiber auf qualitativ hochwertige Sounds stehen. Den Gehörschutz kann man daher schon fast zuhause lassen.“

www.discogs.com/artist/2527048-Tim-Engelhardt
www.tim-engelhardt.com
www.soundcloud.com/timengelhardt

 

Marcel Janovsky – über Raves, soziale Netzwerke und unnötige Smartphones auf dem Dancefloor 

Marcel Janovsky ist DJ, Produzent, ehemaliger Labelchef, Booker, Veranstalter, Resident DJ im Gewölbe und allem voraus ein Ravekid der 90er. Wo andere ihre Köpfe noch in die Schulbücher steckten, stand er schon hinter den Reglern: „Es ging schon ziemlich früh bei mir los. Zusammen mit drei Freunden produzierten wir damals unsere eigene Musik. Als dann jeder von uns seine Platte fertig hatte, schickten wir diese an verschiedene Labels raus. Doch keiner wollte unsere Musik veröffentlichen, also machten wir drei Platten mit eigenen Namen und nannten das Label ‚Treibstoff‘. Unser Presswerk fragte mich dann ein Jahr später, ob ich dort als Sales Manager arbeiten möchte, weil ich gute Kontakte in der Szene hatte. Dort betreute ich dann Kunden wie Kompakt, Poker Flat und Cocoon. In Sachen Pressung, Mastering und Labelarbeit bescherte mir das beste Fachkenntnisse und Kontakte. Anfangs wollten wir mit Treibstoff nur unsere eigenen Tracks rausbringen, doch es kam dann alles anders als gedacht. Die ersten Demos kamen rein –  da waren teilweise so gute Sachen dabei, dass wir sie nicht einfach liegen lassen konnten. So ging es dann irgendwann richtig los mit Treibstoff .“ Künstler wie Maetrik, der heute vor allem als Maceo Plex bekannt ist, veröffentlichte bei ihm seine zwei ersten Alben und zahlreiche EPs. Robert Babicz oder Gabriel Ananda fanden mit Treibstoff ein Zuhause für ihre Produktionen. Nach über 100 Katalognummern hat sich Marcel mittlerweile aus dem Labelgeschäft zurückgezogen: „das Geschäft hat sich mit der Digitalisierung sehr verändert. Damals gab es noch keine Downloads und Streaminganbieter und der Markt war einfach aufgeräumter, weil ein gewisses finanzielles Risiko zu berücksichtigen war, wenn man eine Auflage von 1000-2000 Schallplatten presste. Heute spielt das Finanzielle die kleinere Rolle, dafür muss man viel Zeit in den sozialen Netzwerken verbringen und da hatte ich nicht mehr wirklich Lust mitzuziehen.“

Auch aus Marcels Sicht, sind die Kölner sehr speziell: „Köln hat eine sehr warmherzige Szene, in der man relativ schnell Leute kennen lernt. Die Menschen gehen hier weniger auf Afterpartys, sondern lieber zusammen nach Hause. Das kann in etwa so ablaufen, wie wenn du an Karneval alleine eine Kneipe gehst und wenn es gut läuft, kennst du danach eine Handvoll neue Leute. Die Kölner Szene ist für mich cool wie sie ist. Dadurch, dass sich Köln im Dreiländereck befindet, kommen viele aus den angrenzenden Ländern zum Feiern. Die Szene spielt sich hauptsächlich in Ehrenfeld, im belgischen Viertel, sowie im Sommer auf zahlreichen Open Airs ab. Damals in den 90ern ging man in den Space Club, der später zum Warehouse wurde, einem der ersten wichtigen Clubs Anfang der 90er oder zum Psycho Thrill. Früher hatten wir einen gesunden Technotourismus, da wir noch lange vor der Zeit waren, in der mit der Technowelle jede Dorfdisko zu einem Technoschuppen umfunktioniert wurde. Zu Beginn der 90er parkten in der Wilhelm Mauser Straße Autos aus allen möglichen Städten, teilweise das ganze Wochenende, weil der Laden das komplette Wochenende geöffnet war.  Als das Warehouse dicht machen musste, gab es kurzzeitig ein Loch in Köln und der Underground blühte wieder auf, z.B. in den KHD Hallen, mit den Elektro Bunker Partys. Danach kam dann irgendwann das Studio 672 mit der Total Confusion und die Szene verlagerte sich ins Belgische Viertel, wo sich auch das Gewölbe befindet.“

Wie stark der Kontrast zur heutigen Feiergeneration ist, kann ich mir kaum vorstellen. Doch Marcel erinnert sich noch ganz genau: „Früher ist man einfach auf die Party gegangen. Man hatte ja nicht mal ein Handy. Damals wurden wir über Flyer und Magazine über das nächste Event informiert. Man hatte zwar die Adresse, aber überhaupt keine Ahnung, was einen dort erwartet. Die Pollerwiesen haben es auf die Spitze getrieben, denn die mussten aufpassen, dass sie nicht zu früh erwischt werden. So konnte man sich den Flyer mit der Adresse am Sonntagmorgen an der Aral Tankstelle vom Bonner Verteiler abholen. Nicht einmal die Techniker wussten vorher wo sie die Anlage hinfahren sollen. Diesen Überraschungseffekt gibt es heute leider nicht mehr, die Leute informieren sich zu viel über Facebook nach Dingen wie der Garderobe oder wann das Licht angeht. Sie wollen wissen, wann der Headliner spielt, damit sie genau den Moment abpassen und sich damit selber der Gelegenheit berauben, andere DJs entdecken zu können, die abseits des Social Media-Hypes agieren oder einfach noch nicht so bekannt sind.“

Veranstaltungen ohne Handys sind schwer vorstellbar für Menschen, die im Zeitalter der Smartphones großgeworden sind. Und so geht es heute der Generation Mobiltelefonlos: „Handys sind auch im Club teilweise ein großes Problem. Die Leute filmen und fotografieren was das Zeug hält, anstelle den Moment selber zu erfassen und sich damit tolle Erinnerungen zu holen. Das zerstört einfach die ganze tolle Atmosphäre beim Tanzen. Ich habe es schon oft beobachtet, dass sich die Leute anders verhalten, sobald ein Foto gemacht wird. Schon alleine das Licht des Handys stört unwahrscheinlich auf einer dunklen Tanzfläche, wo eigentlich gerade was komplett anderes passieren soll, als diese verdammte Fuchtelei mit dem Telefon. Man wird komplett aus dem herausgerissen, um was es bei Techno eigentlich geht und ich hoffe immer mehr Leute werden nach und nach verstehen, dass sie ihr Handy auf dem Dancefloor in der Tasche lassen sollten.“

www.discogs.com/artist/20788-Marcel-Janovsky
www.facebook.com/marceljanovsky
www.soundcloud.com/marceljanovsky
www.cgn.agency

 

„Das Auflegen ist meine große Leidenschaft, das Tanzen mein Leben!“ – Denis Stockhausen

2003 kam der gebürtige Berliner Denis Stockhausen nach Köln, um seine Ausbildung als Industriekaufmann abzuschließen. Angetrieben durch seine Liebe zur Musik, gelangte er schnell zum Kölner Plattenlabel Kompakt. Seine Musiksucht sorgte für regelmäßige Besuche im Plattenladen, wo er sich mit den Mitarbeitern Geo und Jo Saurbier anfreundete. Kaum ein Jahr nach seiner Ausbildung, wurde ihm ein Job im Kompakt Vertrieb angeboten, den er ohne mit der Wimper zu zucken annahm: „Zu Beginn war ich nur ein gewöhnlicher Stammkunde des Plattenladens. Doch Dank Geo und Jo hat sich ein kleiner Traum erfüllt. Jeden Tag mit Musik arbeiten zu können ist das Schönste, was ich mir vorstellen konnte und bis heute kann.“ Bis heute arbeitet Denis bei Kompakt und stockte seinen Plattenschrank im Laufe der Jahre ordentlich auf. In einem separaten Zimmer beherbergt er seine Sammlung von mehr als 5.000 Stücken. Seine Liebe zur Musik entdeckte er bereits im Alter von 17 Jahren: „Zuerst hörte ich Hip Hop, aber die Szene langweilte mich nach einiger Zeit. 1997 war ich dann zum ersten Mal auf der Loveparade. Das war für mich eine ganz neue Welt. Es ging ums Tanzen und um Freiheit.“ Eine Welt, in der er mitspielen wollte. Nachdem er in der Radiosendung „Rave Satellite“ einen Mix von Miss Kittin hörte, war er ganz verblüfft, wie abwechslungsreich und energetisch ein DJ-Set noch sein kann. Und so beschloss er, ein Jahr später, selbst eine DJ-Karriere anzufangen. Nachdem er der Welt der elektronischen Musik komplett verfiel, lies er sich vom Berliner Nachtleben verführen. Clubs wie WMF, Ostgut oder Casino wurden zu seinem zweiten Wohnzimmer: „Sascha Funke und Ellen Allien wurden zu meinen Helden und ich bin sehr froh darüber, dass ich mit beiden bis heute auch freundschaftlich verbunden bin.“ In der Domstadt fand Denis Halt in den Locals Marc Lansley und Shumi, mit denen er intensive Musikfreundschaften pflegte. Man konnte sich austauschen, zusammen Musik hören und Tanzen. Und alles auf einer Wellenlänge. Schließlich sorgten die beiden dafür, dass er 2010 das Warmup für Motor City Drum Ensemble im Gloria-Theater spielte. Womit er seinen ersten offiziellen Gig hatte. Danach folgten weitere Auftritte in Locations wie der Papierfabrik, dem Schrebergarten oder im Odonien. 2012 wurde er als Resident in die Gewölbe-Family aufgenommen, wo er regelmäßig seine Party-Reihe ´My Dear´ veranstaltet. Künstler wie Laurent Garnier, Ellen Allien, DJ Seinfeld, Robag Wruhme und viele weitere sorgen dort für hochwertigen Sound: „Ich bin den Betreibern des Gewölbes sehr dankbar. Niemals hätte ich geglaubt, dass ich einmal die Möglichkeit bekommen würde, mit meinen alten und neuen Helden gemeinsam im besten Klub der Stadt aufzulegen. Das Gewölbe bietet mit seiner intimen Atmosphäre und dem perfekten Soundsystem eine einmalige Spielwiese für die meist sehr populären Gast-DJs. Abseits der großen Bühnen dieser Welt haben sie hier die Möglichkeit ganz besondere und vor allen Dingen ausgedehnte Sets spielen zu können. Mittlerweile veranstalte ich die ´My Dear´ seit sieben Jahren und trotzdem bin ich noch jedes Mal aufgeregt und freue mich wie ein kleines Kind auf meine Gäste.“ Und wenn Denis nicht grade selber hinter den Turntables steht, sieht man ihn wahrscheinlich bei einem Set seiner Kollegen tanzen.

www.soundcloud.com/denis-stockhausen
www.instagram.com/denis_stockhausen

Die nächsten ‚My Dear‘ Termine:
20. September 2019
23. Oktober 2019
21. Dezember 2019

Techno & Talk: Lass mal über Techno quatschen

Für ausreichenden Input rund um die elektronische Musik sorgen die Kölner DJs Ezekiel und Oliver Hess. Nach dem Motto: Von Technonerds für Technonerds, gründeten die beiden 2016 ihr eigenes Format und laden jeden vierten Sonntag im Monat zum DJ-Talk ein. Hess ist ein wahres Urgestein der deutschen Technokultur. Er zählt zu den Mitwirkenden des Kölner Labels Warehouse Records und versorgt die Menge seit 1994 mit seiner Musik. Doch nicht nur in Köln hat er sich einen Namen gemacht, auch internationale Festivals schmücken ihre Line Ups gerne mit seinem Namen, zuletzt das Unum Festival in Albanien. Auch Ezekiel ist seit 2014 ein gefragter Techno-DJ, seine Sets sind in Brüssel oder Zürich sehr gefragt. Im kölschen Odonien betreibt er sein eigenes Indoorfestival ‚Odonia Noire‘, dass im Februar seinen fünften Geburtstag feiert.

Mit Techno&Talk erschuf Ezekiel eine Talkshow rund um die elektronische Musik: „Ich war viele Jahre als Musikjournalist unterwegs, fuhr anfangs jedoch total auf Punk und Metal ab. Damals war ich auf vielen Festivals unterwegs und wollte das in einer anderen Form nochmal ausleben. Ich hatte eine Menge Fragen im Kopf und dachte mir, das sind bestimmt nicht nur meine Fragen, sondern auch Dinge, die andere interessieren. Also beschloss ich, etwas Cooles daraus zu machen“, erzählt er. DJs sind bis heute ein unbekannter Mythos für viele Clubber, keiner weiß so recht, was hintenrum passiert: „Die Leute finden es spannend, wenn man aus dem Nähkästchen erzählt. Also sicherte ich mir einen Sendeplatz auf 674FM im Studio Köln und startete Techno&Talk.“ Zusammen mit Oli  Künstlern aus der Region. Das Ganze wird u.a. via Facebook live übertragen, wobei die beiden auch auf die Fragen ihrer Zuschauer eingehen. Mit bis zu 20.000 Klicks pro Sendung, haben die beiden ein Medium erschaffen, dass Künstlern die Chance bietet, Interessierten einen Einblick in ihre Welt zu verschaffen.

www.facebook.com/TechnoTalkLive

 

Janara – Die Szene hat mich einfach um den Finger gewickelt

Jemand, der bereits seit seiner Kindheit mit elektronischer Musik vertraut ist, ist die Künstlerin Jasmin Domke aka Janara: „elektronische Musik hat mich bereits in meiner Kindheit begleitet. Mein großer Bruder hat damals angefangen 90er-Techno auf Schalplatten zu hören und zu mixen. Schon als kleines Mädchen stand ich neben ihm und lauschte, lernte und tanzte. Einige Jahre später ging ich mit ein paar Freunden auf meine ersten Techno-Partys ins Artheater, Gewölbe, Heinz Gaul, Club Bahnhof Ehrenfeld und Co. Nach meiner kommerziellen Ausgehphase wickelte mich die Szene einfach um den Finger. Ich freundete mich mit einem DJ-Duo an, denen ich dann über die Schulter schaute. Somit konnte ich mir das nötige Knowledge beibringen.“ Jasmin reichte es jedoch nicht, nur gelegentlich dabei zu sein. Sie wollte selber mitmischen. Daher kaufte sie sich ihr eigenes Equipment und lud nach wenigen Monaten ihr erstes Set hoch: „Die Resonanz war super. Ich liebte es schon damals meine eigenen Geschichten zu erzählen. Musik ist für mich ein Ventil meiner Emotionen und Impulse.“ Wo andere Dinge damals einfacher waren, wie etwa das Durchsetzen einer Veranstaltungsreihe, scheint es heute einfacher, durch Musik in Kontakt zu geraten, wie Jasmin erzählt: „Ein paar Monate später traf ich auf eine Bekannte, die mein Set hörte und mit mir Musik machen wollte. Daraufhin waren wir eigentlich ununterbrochen zusammen und haben Musik gemacht. Meinen ersten B2B-Gig hatte ich mit ihr Silvester 2016/2017 in der Elektroküche. Da habe ich dann wirklich Blut geleckt und wollte nie wieder was anderes machen! Ein paar Monate darauf wurde ich von meinen guten Freunden Victor und Paul angesprochen und mir wurde die Chance gegeben, das erste Mal im Artheater im Café bei der ANIMADO Partyreihe zu spielen. Kurze Zeit später wurde ich zu einem festen Bestandteil des ANIMADO Resident Teams. Wenige Monate darauf spielte ich schon im Basement des Artheaters. Das war wirklich ein unglaubliches Gefühl, denn ich stand plötzlich in dem Club, wo ich selbst so viele unglaubliche Nächte erlebt hatte, selber hinter den Decks und konnte endlich zeigen was ich kann!“ Und was denkt sie über das Kölner Publikum?: „Für meinen Geschmack ist die Kölner Szene sehr verwöhnt, da wir jedes Wochenende starke Veranstaltungen mit großen Bookings haben. Wir sind einfach eine sehr technoide Großstadt, die für qualitativ hochwertige Veranstaltungen steht. So sind Visuals und Lichttechnik genauso wichtig wie der eigentliche Sound. Sie sorgen für den richtigen Flow in einem Club und bringen die Menge zum Träumen. Dieser starke Kontrast zu anderen Städten wurde mir erst bewusst, seitdem ich auch außerhalb Kölns spiele.“

www.facebook.com/jasmin.eivissa
www.soundcloud.com/joinjanara

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Lets go Clubbing

Bootshaus
Hier trifft sich ganz Europa zum Abfeiern

Beim „DJ Mag“-Ranking landete der seit 1992 bestehende Club auf dem Kölner Werftgelände auf Platz 1, was Deutschland angeht, und Platz 8 im weltweiten Vergleich – und das nicht ohne Grund. Namhafte Headliner sorgen hier regelmäßig für ein volles Haus. Platz bieten die Räumlichkeiten des ehemaligen Bootslagerhauses allemal: Jede Woche können bis zu 1800 Menschen zusammen feiern, was das Zeug hält. Doch die Location besticht nicht nur durch ausreichend CO2, auch die Effekte lassen die Menge staunen, egal, ob es nun spektakuläre Flammen oder Lasershows sind. Das eigentliche Highlight ist für Gäste genauso wie für Künstler der Klang, der durch das Funktion-One-Soundsystem entsteht. Das musikalische Angebot reicht von Techno und Tech-House über Trance, Goa, Trap, Hardstyle und Dubstep bis hin zu Progressive House wird meist von Star-DJs gekrönt. Einen klaren Vorteil bietet die einfach gehaltene Türpolitik: Jeder kommt rein, der sich nicht danebenbenimmt. Der Großteil der Partypeople kommt aus Köln und Umgebung, die restlichen 15 Prozent sind Touristen. Für noch größere und wildere Action sorgt das Bootshaus dieses Jahr erstmals mit den eigenen Festivals Nibirii und Blacklist.

www.bootshaus.tv

Artheater
Ein Ort zum Loslassen

1998 eröffneten die Schauspieler Stephan Bohne und Bernd Rehse des Artheater in Köln als Institution für freies Theater in Verbindung mit Konzerten, elektronischen Partys und Events. Ein Club, der vielseitiger nicht sein könnte – und der Sound zeigt sich genauso abwechslungsreich wie das Programm. Das musikalische Angebot reicht von Jazzkonzerten bis zu Technopartys und lässt keine Wünsche offen. Im Eventkalender findet sich eine Vielzahl von festen Partyreihen wie beispielsweise Tag X, Animado oder Bergwacht. Veranstaltungsbedingt werden die Sounds auf drei separaten Floors gespielt. Wem die Mukke mal zu sehr in den Ohren dröhnt, dem bietet der abgegrenzte Barbereich mit eigenem DJ-Pult eine entspannte Abwechslung. Ausreichend Sitzmöglichkeiten und ein Außenbereich, der an einen Biergarten erinnert, laden zum Chillen ein. Wo andere mit Lichteffekten prahlen, punktet das Artheater mit schlichter Dunkelheit, während das Funktion-One-Soundsystem auch hier für erstklassige Töne sorgt. Wer in Köln auf der Suche nach gutem Techno ist, wird hier in jedem Fall fündig. Der Sound wird dort noch mit Bedacht auf die jeweiligen Räumen verteilt – so geht es mal etwas housiger und mal technoider zu, sodass für jede Laune etwas dabei ist. Zudem trägt auch die Einrichtung zu einer lockeren Atmosphäre bei, die so nicht überall zu finden ist. Im Publikum treffen verschiedenste Szenen aufeinander; alles kommt zusammen und kann zusammen. Das Artheater ist ein Ort, an dem man sich vollkommen fallen lassen kann.

www.artheater.de

Odonien
Frei sein & feiern zwischen Bahndamm und Puff

Zum Ausleben und sich Verlieren inspiriert der Freistaat Odonien. Einst als illegale Off-Location gestartet, entwickelte sie sich innerhalb der letzten Jahre zu einem Veranstaltungsort, der Kunst und Musik auf bemerkenswerte Weise vereint. Was aus der Ferne wie ein Schrottplatz aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Ansammlung zahlreicher kleinerer und größerer Skulpturen. Dort, auf dem belebten Open-Air-Gelände, ist das Freiluftatelier des Künstlers Odo Rumpf beheimatet, metallische Mitbewohner inklusive. Das Außengelände erinnert ein klein wenig an eine Jurassic-Park-Kulisse. Gegen diese unglaubliche Atmosphäre sieht auch der ein oder andere Berliner Club ziemlich blass aus! Doch auch das Innenleben ist nicht von schlechten Eltern: Der Clubbereich erstreckt sich über einen großen Raum, der in drei Bereiche aufgeteilt ist, einen Chill-out-Bereich mit ausreichend Sitzmöglichkeiten zum Versumpfen und die Floors. Geravt wird schön ranzig inmitten von nacktem Stein. Je nach Veranstaltung variiert die Musik, meist umfasst das Angebot der elektronischen Events einen gesunden Mix aus House und Techno. Mein persönliches Highlight ist der Linienbus im Außenbereich: Hier kann man wortwörtlich in einem umgebauten Schulbus abshaken. Durch die offen gehaltenen Räumlichkeiten sowie den mehr als geräumigen Außenbereich kommen im Odonien schnell auch mal Open-Air-Gefühle auf. Größtenteils besteht das Booking aus lokalen Künstlern, was sich auch deutlich am Sound bemerkbar macht. Die odonischen Beats dröhnen übrigens aus den Void-Acoustics-Soundsystemen. Neben diversen wilden Technopartys und dem hauseigenen Festival Robodonien lockt die Location mit einem breiten Angebot für Kulturinteressierte: Im dazugehörigen Biergarten laden die Veranstalter regelmäßig zu Open-Air-Kinoabenden sowie zur Freitagsbühne mit wechselnder Live-Musik. Theater und Lesungen, diverse Workshops und Flohmärkte sorgen zusätzlich für Unterhaltung. Je nach Veranstaltung ändert sich auch die Crowd, doch der Flow ist immer derselbe: Fühl dich frei, denn keinen juckt’s.

www.odonien.de

Gewölbe
Verloren im Soundhimmel

Ausgelassenes Tanzen und eine Stimmung, die besser nicht sein könnte – das verspricht vor allem ein Kölner Club: das Gewölbe. Die einzigartige Kombination aus Martion-Lautsprechern und Funktion-One-Soundsystem schafft ein Klangerlebnis, das unter die Haut geht. Live-Sets, wie sie dort so häufig zu hören sind, werden mithilfe der Subbeschallung perfekt inszeniert. Die Location steht für viele Dinge, jedoch nicht für unnötigen Schnick-Schnack. Hochklassiges Booking, Sound-, Licht- und Videotechnik sowie eine entspannte Tür erwarten die Clubgäste hier. Die Geschäftsführer Heiko Rühl und Michael Siemer starteten Anfang 2000 das Konzept mit Kunstausstellungen. Kurze Zeit später folgten bereits die ersten Veranstaltungen mit DJs wie Hans Nieswandt, Justus Köhncke und Eric D. Clark. Daraus entwickelte sich ein Ort für elektronische Musik, den es zuvor in dieser Form noch nicht in Köln gegeben hat. Hier wird alles zwischen Techno und House gespielt. Die ersten Partys wurden von Kölner DJs wie Marcus Worgull, Marcel Janovsky oder Shumi veranstaltet. Marcel, der neben Shumi für das Booking zuständig ist, erinnert sich noch genau an die Anfangszeit und den Start seiner Event-Reihe: „Das Westpol war unter der Woche unser Szenetreffpunkt zum Auflegen. Die Partys waren komplett improvisiert. Wir stellten ein paar Biertische rein, Plattenteller drauf, Mixer, vier Boxen und das war’s. Die Events hatten anfangs noch keinen Namen, nach dem dritten Mal nannten wir sie Treibstoff Klub.“ Heute ist das Gewölbe ein ganz besonderer Ort, in dem auch die ganz Großen regelmäßig zu Gast sind – egal, ob Laurent Garnier, Carl Craig oder Miss Kittin.

www.gewoelbe.net

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Das könnte dich auch interessieren:
Faze Trip Part 1: Köln – auschecken ist angesagt!
Faze Trip #Köln (Part 1) – Wo kommt der Kölner Techno her?