Foto: Wilde Möhre – Facebook


Die Verantwortlichen des Wilde Möhre Festivals wehren sich gegen einen Beitrag des ZDF-Magazins „Frontal 21“. In diesem wird die Fördergeldverteilung im Rahmen des Lausitzer Strukturwandels thematisiert und behauptet, das Festival habe eine Summe in Höhe von 19 Millionen Euro durch Strukturfördermittel erhalten, was laut den Veranstalter*innen nicht der Wahrheit entspreche. Per Videobeitrag haben die Macher*innen nun kritisch auf die vermeintlich falschen Darstellungen reagiert.

Die Wilde Möhre GmbH teilte mit:

„In der Ausgabe vom 02.11.2021 des ZDF-Magazins „Frontal 21“ wurde unser Engagement in und für die Lausitz fahrlässig, vermutlich aber mit Absicht in dem Beitrag „Verprasste Kohle“ für den Ausstieg diskreditiert. „Frontal 21″ kritisiert in dem Bericht die Mittelverwendung der Gelder aus dem „Strukturstärkungsgesetz“, dabei wurden Bilder von unserem Youtube-Kanal entwendet und mit einem Sprecher unterlegt, der folgendes erklärt: „…und so sehen sie offenbar aus, die neuen Jobs. Brandenburg fördert mit dem Geld ein Techno Festival“.“

In der Stellungnahme heißt es weiter: „Anschließend wird im Bericht unrichtigerweise behauptet, dass an das Wilde Möhre Festival – welches ein vielfältiges Programm aus Kunst, Performances, kulturellem Austausch und Bildung sowie verschiedener Musikgenre bietet – 19 Millionen € aus den Strukturfördermitteln geflossen seien.“

19 Millionen Euro sollen also unmittelbar in die Kassen des Festivals in Drebkau geflossen sein. Für das Wilde-Möhre-Team eine Verdrehung der Tatsachen:

„Richtig ist, dass das Projekt Wilde Zukunft unter Entwicklung der Wilde Möhre GmbH mit dem Veranstaltungsgelände Göritz und der Fläche der ehemaligen Ziegelei Muckwar seitens der IMAG als förderwürdig eingestuft worden ist. Ein Teil der 19 Mio. € Gesamtinvestition werden durch Gelder der ILB gestützt. Die Wilde Möhre GmbH als Vorhabensträger muss jedoch auch einen Eigenanteil leisten. Der größere Anteil mit ca. 75% fließt in die Ziegelei in Muckwar und soll mit ihren charakteristischen Gebäuden, ihren beiden Baggerseen und der wunderschönen Lausitzer Natur mittels einer innovativen Kombination aus Industriekultur, Tourismus, kulturellem Rahmenprogramm und Erholungsangeboten zum Strukturwandel beitragen. Daraus gehen auch Urlaube und Workations mit Lebensfreude, Erholung, Begegnungen und Raum zum Wachsen für Paare, Singles, Familien, Freundes- und Projektgruppen in erlebnisreichen Baumhäusern, und anderen Unterkünften mit Seeblick hervor. Sportplatz, Ateliers, Studios, Werkstätten runden das Angebot ab. Ein knappes Viertel der Investitionsvorhaben fließt in die Veranstaltungsfläche in Drebkau und dient der Sanierung, der für den Tagebau ehemals genutzten Gebäude und Infrastruktur. Bei beiden Vorhaben werden unter Anderem auch Partnerschaften mit Dienstleistenden der LEAG nachhaltig entwickelt.“

Mit dem Beitrag vermittele die Frontal-21-Redaktion Fehlinformationen und eine verkürzte Darstellung von Sachverhalten, so die Betreiber*innen. „Der Bericht entspricht […] nicht den Gegebenheiten vor Ort und verstößt auf eklatante Weise gegen journalistische Standards“, heißt es außerdem.

Hier könnt ihr euch das komplette Statement der Wilden Möhre anschauen:

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Quelle: Niederlausitz Aktuell