Sex

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Berlin ist eine Stadt, die niemals schläft und in der jedwede sexuelle Gelüste in Erfüllung zu gehen scheinen. So offen es in unserer Hauptstadt auch hergeht, so diskret ist sie auch, wenn es um spezielle Veranstaltungen geht. Die Rede ist von Sexpartys jeglicher Art. Wo kann man sein innerstes Tier so offen auf den Präsentierteller legen wie dort? Ich denke, ihr kennt die Antwort: Nirgendwo.

Du willst wissen, warum das Berghain so ein großes Geheimnis ist aber doch ständig in der Presse auftaucht? Du bist eigentlich total genervt von dem Thema, aber irgendwie interessiert es dich doch? Dann durftest du wahrscheinlich noch nie einen Blick hinter die Kulissen werfen. So sehr es auch abfuckt, an der Tür abgewiesen zu werden – es hat alles seinen Sinn. Hinter den verschlossenen Pforten des ehemaligen Fernheizwerks spielen sich Dinge ab, die für einige von uns wohl als extrem schockierend wahrgenommen werden. Um etwas Licht in das Berghain-Rätsel zu bringen, werde ich euch von meiner verrücktesten Berlin-Erfahrung berichten.

Als ich das erste Mal das berühmte Berghain besuchte, sollte dies jedoch nicht das einzige Abgedrehte sein, was mir an diesem Abend passierte. Das ging bereits schon in meiner Unterkunft los. Ich hatte einen Schlafplatz bei einem Bekannten. Okay, ein Tinderdate. Wir hatten uns letzten Sommer kennengelernt und danach einmal getroffen. Er wohnt in Berlin, ich wohne im Ruhrgebiet. Ich hatte Lust auf Party, also besuchte ich ihn für ein Wochenende. Freitag und Samstag verliefen eigentlich recht normal, wir gingen in ein paar Pubs oder chillten zuhause. Am Sonntag wollten wirs uns dann richtig geben und die Sau rauslassen. Also wohin? Ab ins Hain. Ich war gerade mit dem letzten Feinschliff an mir fertig und bereit abzudüsen. Da klingelt sein Handy. Er schaut mich an und grinst. „Du Sofi“, sagte er. „Einer meiner Sklaven fragt, ob ich Zeit habe, er möchte kurz vorbeikommen“, sagte er, mit einem hoffnungsvollem Blick. Ich, erstmal stumm. Es ratterte in meinem Kopf. Was ein Sexsklave ist, war mir bereits bewusst. Gesehen hatte ich jedoch nie einen. Er also: „Sofi, es dauert auch nur eine halbe Stunde und er zahlt 100 Euro“, so viel zu meinem dauerpleite Lover. Ich fragte ihn, was passieren würde und er erzählte es mir. Es schien harmlos und das für so viel Geld. Easy. Ich gab mein Einverständnis. Und schon war der Sklave im Taxi. Ich sollte in der Küche warten, viel Auswegmöglichkeiten gab es nicht, denn es war eine WG mit fünf Parteien. Die Küche befand sich übrigens gegenüber von unserem Zimmer. Das Gute an Sexsklaven ist, sie stehen auf Erniedrigung – das ist überhaupt der Sinn der ganzen Geschichte. Mein Freund steht drauf, Kommandos zu verteilen, daher ist er wohl der perfekte Kandidat für diesen speziellen Job. Er piesackte ihn über Whatsapp noch ein wenig, um ihn richtig geil zu machen. Und wenn er keinen teuren Wodka und Kippen mitbringe, könne er gleich wieder abhauen. Ich, schon mal sitzend am Küchentisch. Kippe an und Bier in der Hand. Super gespannt, was mich erwarten würde. Was andere Frauen wohl als ziemlichen Abturner empfinden würden, war für mich wie Weihnachten und Geburtstag zugleich. Dann war es endlich soweit, es klingelt. Der Sklave durfte mich nicht sehen, er ist nämlich sehr scheu. Mag wohl auch daran liegen, dass es sich um ein hohes Tier aus dem Bundestag handelte. Mein Kumpel öffnete die Tür, ich konnte hören wie sie sich begrüßten. Es war, als ob sich zwei Freunde zum Kaffee treffen würden. Etwa fünf Minuten lang, konnte ich einem ganz normalen Gespräch über dies und das lauschen. Dann kam er wieder zurück in die Küche und holte einen Stuhl. Er verschloss die Tür und es wurde erstmal still. Ich hörte Gestöhne, welches immer lauter und gruseliger wurde. Dann war es plötzlich still. Keine zehn Minuten waren seit seiner Ankunft vergangen. Die Tür ging auf, die beiden verabschiedeten sich sehr höflich und er kam endlich zu mir und berichtete. Ehrlich gesagt, turnte es mich schon etwas ab, da die Geräusche wirklich creepy waren, aber es war mit Sicherheit der aufregendste Abend meines Lebens. Ich will mal nicht zu viel verraten, aber da stand wohl jemand auf Würgespielchen während des Samenergusses.

So viel zum Thema Sexsklaven und mir – vorerst. Das geschäftliche war also erledigt, jetzt folgte der spaßige Teil. Wir machten uns fertig und verließen die Bude. Ab zur S-Bahn und Ostbahnhof raus. Als ich zum ersten Mal das gigantische Gebäude erblickte, war ich erstmal geflasht. Wow, dachte ich. Was ist das für eine geisteskranke Location. Ich lief erstmal eine Runde um das Heizwerk, um mir ein besseres Bild von dem Ganzen machen zu können. Irritierend fand ich, dass es vor dem Club ziemlich ruhig war. Normalerweise erschlägt einen der harte Bass eines Technoschuppens bereits schon vor dem Eingang. Doch hier, nichts. Nada! Fehlanzeige. Ich dachte zuerst, ich hätte einen falschen Tag erwischt. Die Mauern des Veranstaltungsgeschehens sind jedoch sehr schalldicht und am frühen Abend, wenn nicht viel los ist vor dem Eingang, könnte man meinen, dass innendrin tote Hose herrscht. War aber nicht so. Wir gingen also vor zum Türsteher, er gab uns ein reizendes „Okay“ und ab gings. Harter, knallender Techno umkreiste meine Ohren. Geil dachte ich, so könnte es immer sein. Erstmal gings zur Kasse, das ist auch der erste Raum, den man betritt. Der Türsteher fummelte ein bisschen an mir rum, fand nichts, also konnten wir rein. Kamera noch abgeklebt und weiter ging es zu Garderobe. Aber was für eine Alter. Übertrieben groß und extrem viele crazy People davor. Die meisten der Berghain-Partygänger wechseln ihre Outfits im Inneren des gigantischen Komplexes. Wer geht auch schon gerne halb nackt oder nackt durch die Street? Daher war ich erstmal kurz perplex, als ich zum ersten Mal so viele Fetisch-outfits auf einmal sah. Ich kam mir tatsächlich wie eine Heilige vor, obwohl mein Outfit schon auch knapp ausgefallen war. Im Gegensatz zu den anderen, wirkte ich wohl wie ne Olle, die sich gleich einen kuschligen DVD-Abend gibt.

Weiter gings dann eine Treppe hoch und man gelangte in einen riesigen Raum, gespielt wurde feinster Techno. Es war stockdunkel, meine Augen mussten sich erstmal dran gewöhnen. Auf der Tanzfläche war ein gemischtes Publikum aus Fetischoutfits, Unterwäsche oder nackter Haut. Mir war alles recht. Komischerweise habe ich mich noch nie so wohl auf einem Dancefloor gefühlt, wie dort. Da war ich also, inmitten von Verrückten, fühlte ich mich wie die Zirkusdirektorin umgeben von den außergewöhnlichsten Artisten. Ziemlich normal ist es auch, dass man, wenn man sich auf der Tanzfläche mal genauer umschaut, man den ein oder anderen Blowjob oder Fick beobachten kann. Ganz nett eigentlich. Prüde sein macht dort nicht so viel Spaß. Sonst kommts ganz schnell zu Angstzuständen. Und wenns für den ein oder anderen Sexaholic dann doch zu boring im Geschehen ist, gibts noch die Darkrooms als geschmeidigen Rückzugsort. Dort gehts dann noch mal ne Nummer härter zu. Sexorgien und so eben. Ich erinnere mich noch sehr genau daran, als ich die „Höhle“ zum ersten Mal betrat. Es war so unglaublich dunkel, dass ich meine eigenen Hände zuerst nicht sehen konnte. Als sich meine Augen dann an die Dämmerung gewöhnten, konnte ich nicht glauben was ich dort sah. Soweit ich mich erinnere, waren es zwei Räume. Der linke von beiden, war so dunkel, dass man überhaupt nichts erkennen konnte. Das sah für mich zu sehr nach einem Vergewaltigungsverlies aus, daher entschied ich mich für den rechten. Das erste was einem auffällt, ist definitiv der starke Sexgeruch. Der verteilte sich dann im Laufe der Party im gesamten Club. Mann kommt also am Thema Verkehr nur schwer vorbei. Inmitten des kleinen Raumes, ganz am Ende eigentlich, war eine Sexschaukel an der Decke aufgehangen. Ich konnte nur die Umrisse erkennen, aber es reichte, um zu wissen, was abging. Eine Frau saß darauf mit gespreizten Beinen. Erinnerte mich etwas an einen Besuch beim Frauenarzt. Vor ihr, ein Mann in sie eingedrungen. Erstmal nichts Herausragendes, die Stellung kennen denke ich die meisten von uns. Das Besondere dabei war jedoch, dass hinter dem Typen zwei weitere Männer standen. Alle ineinander verbunden, wie ein menschlicher Tausendfüssler. Wie? Ich denke, dass weißt du. Langweilig wird es darin bestimmt nicht, denn die Schlange um den Darkroom war wohl länger, als so manche Schlangen bei einem Outlet. Sexorgien heute zum super Angebot. So könnte man das nennen. Ich spähte ein paar weitere Male hinein und ließ mich fallen. Ich verlor mich inmitten auf der Tanzfläche, der Dunkelheit und wohl in der ein oder anderen Droge. Wie so alle anderen. Denn nüchtern ist im Berghain keine Sau.

Der Grund, warum die Tür so streng ist und der Club in aller Munde ist, ist genau das. Viele Menschen wollen hinein, weil es so exklusiv ist. Was sich innen abspielt, ist jedoch nicht bei allen angekommen. Dass sich dort auch nicht jeder frei fühlen kann, ist den Türsteher, sowie den Betreibern ebenfalls bekannt. Das Klima muss stimmen, sonst ist der Zauber futsch. Daher nicht böse sein, solltet ihr das nächste Mal abgewiesen werden, wahrscheinlich wollten die Bouncer euch nur vor Albträumen bewahren.

 

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