Robert Habeck, Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, und Erhard Grundl, sein Sprecher für Kulturpolitik, wollen der Livebranche mit einem zehn Punkte umfassenden Rettungsplan helfen.

Der Zehn-Punkte-Plan fordert unter anderem ein Überbrückungsprogramm, Krisendialoge mit Vertretern der Branche und Existenzgeld in Höhe von 1200 Euro für Soloselbstständige. Außerdem soll es einen Schutzschirm für den Neustart nach Corona geben und ein weiterer Punkt sieht Kreditprogramme und deren Anpassung an die Bedingungen der Veranstaltungsbranche vor. Für die Zeit nach Corona soll die Veranstaltungsbranche krisenfest gemacht werden. Die Politik soll dafür eine bessere soziale und wirtschaftliche Absicherung für alle Kulturschaffenden anbieten.
„Für viele Menschen, die im Bereich von Kulturveranstaltungen arbeiten, bedeuten die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung faktisch Arbeitslosigkeit und massive Einkommensverluste. Schausteller, Bühnenbauer, Visagisten und Tontechniker werden solange die Pandemie andauert wenig oder gar keine Arbeit haben. Viele von ihnen sind Solo-Selbständige. Sie fallen bei den Überbrückungshilfen durchs Raster, weil sie nur Betriebs- und Fixkosten angeben können. Wie aber soll die Krankenversicherung gezahlt und der Kühlschrank für die Familie gefüllt werden? Für sie braucht es dringend eine sozial auskömmliche Lösung, zum Beispiel in Form eines pauschalen Existenzgeldes von 1.200 EUR monatlich. Und das zukünftig sowie auch rückwirkend bei der Anrechnung der bereits ausgezahlten Soforthilfen – bundesweit.
Was jetzt in ganz Deutschland an kultureller Vielfalt und Infrastruktur wegbricht, droht dauerhaft verloren zu gehen. Ein erneuter Aufbau wäre um ein Vielfaches teurer, als jetzt unbürokratisch und wirksam zu helfen. Ohne die Kulturschaffenden und die Veranstaltungsbranche wird es auch nach Corona still werden.”, so Grünen Chef Habeck in seinem Statement zu dem, von den Grünen vorgelegten, Rettungsplan.

Hier haben wir den ganzen Zehn-Punkte-Plan für euch:

// 1: Überbrückungsprogramm für die Veranstaltungsbranche
Monatlicher Zuschuss von mindestens 2% des letzten Jahresumsatzes für alle bedrohten Unternehmen.

// 2: Krisendialoge verstetigen – Expertise der Branche hören
Regelmäßige Gesprächsrunden mit der Branche in den Parlamenten.

// 3: Soloselbständige: Einführung eines Existenzgeldes von 1.200 €
Pauschal, rückwirkend und bundesweit.

// 4: Planungssicherheit schaffen: Schutzschirm für den Neustart
Kosten für ausgefallene Veranstaltungen unbürokratisch ersetzen.

// 5: Kreditprogramme anpassen
Passende Kreditlaufzeiten und -bedingungen für die Veranstaltungsbranche.

// 6: EU-Beihilferahmen anpassen
Aktuelle EU-Höchstgrenze von 800.000€ anpassen.

// 7: Schutz von Kulturorten sicherstellen
Kulturorte rechtlich und finanziell stützen.

// 8: Schaffung einer zentralen Not-Anlaufstelle
Informationsstelle über die Kultur-Hilfen des Bundes und der Länder einrichten.

// 9: Forschung ausweiten und unterstützen
Wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung zum Infektionsschutz bei Veranstaltungen.

// 10: Post-Corona: Die Veranstaltungsbranche krisenfest machen
Bessere soziale und wirtschaftliche Absicherung für alle Kulturschaffenden.

 

Foto: Stefan Röhl