Höchststand bei Drogentoten: Berliner SPD will Drogenszene mit Millionenpaket den Kampf ansagen

Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach will die Drogen- und Suchthilfe in der Hauptstadt deutlich ausbauen. Sein Ziel ist es, offene Drogenszenen in belasteten Kiezen zurückzudrängen und zugleich mehr Hilfe für suchtkranke Menschen bereitzustellen.

Geplant ist ein zusätzliches Programm im Umfang von 25 Millionen Euro. Für 2027 soll zunächst ein Sofortprogramm von rund einer Million Euro starten. Krach setzt dabei auf Prävention, niedrigschwellige Hilfsangebote und eine stärkere Entlastung der betroffenen Nachbarschaften.

Im Mittelpunkt stehen Orte, an denen Drogenkonsum und -handel besonders sichtbar sind, etwa der Görlitzer Park, das Kottbusser Tor oder der Leopoldplatz. Statt allein auf Verdrängung und Polizeipräsenz zu setzen, will Krach Suchthilfe, Beratung und Gesundheitsangebote ausbauen. Als Orientierung wird auch das sogenannte Zürcher Modell genannt, bei dem Hilfsangebote, Konsumräume und ordnungspolitische Maßnahmen stärker zusammengedacht werden. Zudem soll eine zentrale Meldestelle für Drogenwerbung etabliert werden, wo Menschen beispielsweise das Werben für Drogen per Briefkastenflyer melden können. Auch das Drug-Checking soll intensiviert werden.

Politisch ist der Vorstoß auch ein Signal im Berliner Wahlkampf. Die offene Drogenszene ist seit Jahren Streitthema zwischen Bezirken, Senat, Polizei und Suchthilfe. Kritiker dürften vor allem darauf achten, ob zusätzliche Mittel tatsächlich bei Trägern, Präventionsarbeit und Konsumräumen ankommen – oder ob es bei Ankündigungen bleibt.

Quelle: Tagesspiegel

Foto: Flickr

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