
Während viele Menschen das Internet für Online-Shopping, Nachrichten oder Unterhaltung nutzen, soll ein 31-jähriger Deutscher dort ein ganz anderes Geschäftsmodell aufgebaut haben. Seine illegale Waren soll der Beschuldigte über das Darknet vertrieben haben.
Laut Ermittlern soll er der Betreiber des Marktplatzes „Archetyp Market“ gewesen sein. Die Plattform funktionierte nach dem Prinzip eines digitalen Marktplatzes: Verkäufer konnten dort ihre Angebote einstellen, Käufer konnten bestellen – allerdings soll es dabei nicht um Kleidung, Elektronik oder andere legale Waren gegangen sein. Stattdessen sollen über die Plattform vor allem Drogen gehandelt worden sein. Nach Angaben der Ermittler wurden dort unter anderem Kokain, Heroin, Crystal Meth, Fentanyl und weitere illegale Substanzen angeboten.
Millionen durch Provisionen
Der Marktplatz soll über mehrere Jahre betrieben worden sein und eine große Zahl an Nutzern erreicht haben. Ermittler sprechen von rund 2,3 Millionen Bestellungen und einem Handelsvolumen von etwa 330 Millionen Euro. Der mutmaßliche Betreiber soll dabei nicht selbst als Verkäufer aufgetreten sein. Sein Geschäftsmodell soll darin bestanden haben, die technische Plattform bereitzustellen und dafür eine Provision von den Verkäufern zu verlangen. Auf diese Weise sollen laut den Behörden Einnahmen von rund 20 Millionen Euro entstanden sein.
Nach Angaben der Behörden wurde der Mann im Juni 2025 in Barcelona durch eine Spezialeinheit der spanischen Polizei festgenommen. Bei den Ermittlungen wurden unter anderem Kryptowährungen, Bargeld und Fahrzeuge sichergestellt. Die Plattform soll zu diesem Zeitpunkt über mehrere hunderttausend Nutzerkonten verfügt haben. Damit gehörte sie laut Ermittlern zu den größeren internationalen Marktplätzen dieser Art im Darknet.
Anklage wegen umfangreicher Vorwürfe
Dem Beschuldigten werden unter anderem der Betrieb einer kriminellen Handelsplattform sowie Verstöße im Zusammenhang mit dem Drogenhandel vorgeworfen. Es gilt die Unschuldsvermutung, solange kein rechtskräftiges Urteil vorliegt.
Der Fall zeigt, dass auch Geschäfte, die vermeintlich anonym über verschlüsselte Netzwerke abgewickelt werden, zunehmend in den Fokus internationaler Ermittler geraten. Was über Jahre digital verborgen blieb, kann am Ende trotzdem zu sehr realen Konsequenzen führen.
Quelle: golem.de
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