Homeboys Gonzorama – Teil 4 – Discobunnies

„Discobunnies – Ich kann dich mir schön saufen, aber mit dem Ficken klappt‘s nicht mehr!“

Diesen Spruch verdient beinahe jede ehemalige Night-Queen nach unzähligen Party-Nächten, wenn sie eines Tages in den Spiegel schaut und feststellt, dass die Erdanziehungskraft ihren Job eher verrichtet hat, als im ursprünglichen Plan vorgesehen. In den jungen Jahren denkt beinahe jede Frau, sie bleibe auf immer und ewig schön und frisch. Seien wir doch ehrlich – dieser Gedanke schlummerte bei jedem von uns schon mindestens ein mal im Kopf. Dabei ganz egal, ob Männchen, oder Weibchen. Erst wenn man älter wird und einen direkten Vergleich mit den Fotos aus den vergangenen Tagen anschaut, überzeugt einen die Gegenüberstellung eindeutig vom Gegenteil. Tja, die Großeltern hatten Recht als sie sagten – „Schätzchen, komm nicht zu spät nach Hause!“ Dieser Spruch hat mehrere Bedeutungen… Fast jeder Club auf unserem Planeten beheimatet „Discobunnies“. Betreibern sei Dank, ist der „Nachschub“ daran gut geregelt und zieht daraufhin die männlichen Besucher in die Läden, die auch statistisch betrachtet, für den Großteil der Umsätze verantwortlich sind. Die Bunnies sind da, brauchen nur schöne Augen zu machen – die Jungens blechen – die Kasse klingelt. Das Konstrukt ist so simpel, wie die Anleitung zum Arsch abputzen. Die Alten bekommen einen freien Eintritt, teilweise ein Job hinter der Theke, dürfen mit den DJ‘s oder/und dem Eigentümer poppen, die Aufmerksamkeit ist teilweise auf sie gerichtet und der Höhenflug beginnt. Außer hübsch sein, sind an sich keine besonderen Voraussetzungen zu erfüllen. Ok, im Shitbook, nach der durchzechten Nacht noch die Partybilder hoch laden und diverse „Freundschaftsanfragen“ bestätigen, zwischendurch irgendeinen Schwachsinn mit Herzchen posten, ein auf unerreichbar tun und die Welt liegt den Bunnies zu Füßen! Die Einleitung zum „Glücklichsein“ ist so was von einfach. Doch wie lange dauert so eine Nummer? Macht ein Laden dicht – finden sich die Uschis ein neues Nest und es geht konsequent weiter. Da aber das Konzept der Ewigkeit, wissenschaftlich nicht klar definiert ist – hat auch dieser Lebensabschnitt irgendwann ein Ende. Das war doch nicht das Studio 54 und das Leben war ebenfalls keine Glanzausgabe – diese Erkenntnis kommt für manch ein „EX-Discobunny“ ein wenig zu spät. Teilweise auch nie. Die mit dem größten Durchhaltevermögen, ziehen es bis zum bitteren Ende durch. Nach der „beendeten Dischen-Karriere“, sieht man sie, in irgendwelchen Pseudo-Glamour-Bars und Restaurants rund um irgendwelche „In-Gegenden“ in jeder Großstadt. Für die Party zu alt und abgenutzt, für zuhause zu einsam, versuchen sie noch ihr letztes Glück. Nicht rechtzeitig geschafft schwanger zu werden, oder wenn ja, dann ist der Vati doch kein „Superstar-DJ“ geworden und rechtzeitig mit der anderen durchgebrannt. Auch mit dem Model-Job nicht ganz perfekt gelaufen… Es gibt unzählige Szenerien, wie man es als „Discobunny“ vermasselt und sich eines Tages den Spruch aus dem Anfang des Textes zwangsweise reinziehen muss. Mein Cousin (ein totaler Spasti übrigens) hatte mal ausnahmsweise einen guten Spruch gebracht – „Lerne von den fremden Fehlern und wiederhole diese nicht selbst!“ Eben das, wünsche ich allen Bunnies und denen, die es evtl. werden wollen.  Und wie immer – geht niemandem auf den Sack!

Euer Homeboy

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