Vergangenes Wochenende fand in Berlin die ein oder andere Kiffersession statt: „Mary Jane Berlin“, Deutschlands größte Hanfmesse lud zum Informieren, Kaufen, Staunen und vor allem zum low-key Kiffen ein. Ignacio Rodriguez nutzte die Gelegenheit und verarbeitete Gras im Wert von 40 000 Euro zu einem Monsterjoint. Die Ganze Arbeit sollte jedoch nicht einfach verraucht werden, im Gegenteil, er möchte ein Statement für die Cannabis-Legalisierung setzen – berichtet er VICE.

Zusammen mit einer Gruppe von jungen Leuten bastelte Ignacio drei Tage lang an dem Weltrekord in seiner Jointdrehwerkstatt vor der Messehalle. Dabei stellte sich das Zusammendrehen erstaunlicherweise weniger als Problem dar, viel stressiger war es, die ganze Action zu organisieren. Denn bei Dübeln in dieser Größenordnung reicht nicht ein Bauer aus, nein jeder erhielt einen eigenen, fixen Aufgabenbereich. Angefangen bei den Cannabis-Blüten: Einer der Boys hatte die Aufgabe, die Pflanze aus einem Sack in einen Saftmixer zu transportieren und im Anschluß das zerkleinerte Marihuana ( ca. 50 Gramm pro Mixer) in eine Tonne zu kippen. Ein anderer, der an der Paper-Abfüllanlage stationiert war, hatte den Job, das geschredderte Gras mithilfe eines Plastikbechers und einem Trichter in zwei zusammengeklebte Endlospaper zu schütten, die auf einer Regenrinne ausgelegt waren. Das war nur ein kleiner Einblick in zwei der Aufgabenbereiche, doch man sieht: Joints bauen erfordert eine strukturierte Organisation, Durchhaltevermögen und vor allem nicht schwach werden und probieren! ;-)

Ignacio ist nicht der Erste, der einen Joint in dieser Dimension ins Leben schuf – doch er baute den Längsten. Hierfür erhielt er Unterstützung aus ganz Deutschland, von Menschen die Teil der Cannabis-Legalisierungsbewegung sind. Gefunden haben sie sich inzwischen der Kommentarspalten von Bong rauchenenen Influencerinnen und Rappern, die auf Instagram ihre CBD-Sorten pushen, so VICE. Insgesamt verarbeiteten die Kiffer aus Leidenschaft vier Kilogramm Gras mit einem Straßenverkaufswert von 40.000 Euro.

Der Drehstoff wurde von Schweizer Unternehmen gesponsert, wobei es sich dabei um das nicht high machende CBD handelte (enthält weniger als 0,2 Prozent THC). Ging nicht anders, denn noch ist der Konsum von Marihuana illegal.

Und wieso die ganze Aktion? Ganz einfach. Der Grundgedanke war, Gras ein Stück Näher in Sachen Normalität voranzubringen. Zwanzig Leute waren es, die keine Angst hatten, vier Kilo in eine Tüte zu verpacken – warum also keine Legalisierung?

Obwohl es sich um den längsten Joint der Welt handelte – 50,6 Meter – erhielten Rodriguez und die Baucrew keinen Eintrag ins Guinnes. Die Organisation vertritt da wohl eher eine etwas konservative Meinung zum Thema Cannabis und möchte demnach kein politisches Statement setzen.

Hier ein kleiner Auszug aus dem Jahre 2017:

 

 

Das könnte dich auch interessieren:
Wir lagen träumend im Gras – die Kolumne von Marc DePulse
Koks, Gras & Viagra – Interview mit einem Dealer
In Deutschland wird jetzt erstmals legal Marihuana angebaut