Italienische-House-Legende Claudio Coccoluto ist verstorben


Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab! Wir sind zu tiefst darüber bestürzt, euch die nächste Hiobsbotschaft mitteilen zu müssen.

Der italienische DJ und Produzent Claudio Coccoluto ist heute von uns gegangen. Er starb in den frühen Morgenstunden in seinem Haus in Cassino an den Folgen einer Erkrankung, gegen die er bereits ein Jahr gekämpft hatte.

Coccoluto begann schon im jungen Alter von 13 hobbymäßig in dem Elektrogeschäft seines Vaters aufzulegen. Gegen Ende der 1970er Jahre trat er durch den ersten privaten Radiosender Radio Andromeda als DJ an die Öffentlichkeit. Seine ersten Erfahrungen in Clubs machte er Mitte der Achtziger, darunter in so legendären Läden wie dem Seven Up in Gianola und dem Histeria in Rom. Doch sein Erfolg wurde auch international bemerkt. So war er der erste europäische DJ, der in der New Yorker Sound Factory Bar auflegte. Coccolutos Homebase ist jedoch der Goa Club in Rom, in dem er am meisten spielte. 1997 gründete er das Label The Dub, das für seinen typischen Tribal-House-Sound steht. Seinen Musik bezeichnete er selber als „Underground“

Der Italiener hinterlässt uns zahlreiche Releases, darunter die 1996 erschienene Grundlage für den Welthit „Samba De Janeiro“, die er zusammen mit seinem damaligen Partner Sabino Martinez unter dem Projektnamen The Heartists veröffentlichte. Ramon Zenker, der Kopf hinter Bellinis Welthit, sagte einmal zu unserem Herausgeber: “Claudio hat es super gemacht, aber das Stück nicht auf den Punkt gebracht.” Deswegen kam das Sample, das Coccoluto in “Belo Horizonti” erst sehr spät einsetzt, bei Bellini von Anfang an und mit voller Wucht aus den Boxen.

Coccoluto hat darüber hinaus ein Buch geschrieben, in dem er über sich und seine gesamte Karriere (bis ins kleinste Detail) spricht. Das Werk trägt den Titel „Io, DJ“. 2018 gehörte er zu den Protagonisten eines Dokumentarfilms über Vinyl.

 

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