egal-ja-nein
STAR WARS



Douglas: Ja!
Es gibt wohl kaum ein Ereignis, welches mir als Bursche so dermaßen die Schuhe ausgezogen hat, wie die Eröffnungsszene von Star Wars. Raumschiffe, größer als alles, was ich mir bis dato vorstellen konnte, platzten über meinen Knabenkopf herein und verwurschtelten mir Topfschnitt und Moralvorstellung für die nächsten 30 Jahre. Hätte ich damals schon feucht geträumt, dann wohl von Leia – mag sie nun ihren Bruder geküsst haben oder nicht! (Am Ende war das ja auch irgendwie kinky von ihr und steht wohl exemplarisch für eine gewisse Offenheit in Fragen der Libido). Ganz nebenbei reparierte Star Wars auch die mächtig angekratzte Beziehung zwischen meinem Großvater und mir. Denn plötzlich war der alte Herr wieder cool. Atmete er doch ähnlich schwer wie Darth Vader. Als unsere Klassenlehrerin Frau Müller uns darum bat, unsere Vorbilder zu präsentieren, wählte ich meinen Großvater und ließ ihn in einem schwarzen Lackoutfit in die Grundschule kommen. Und wie er dann da so mit schweren vaderschem Atem und im glänzendem Schwarz durch die schlecht beleuchteten Gänge meiner Grundschule tigerte, war dies für mich der Höhepunkt unserer generationsvereinenden Beziehung. Doch leider gefiel das nicht allen meinen Lehrern und schon gar nicht den Eltern meiner Mitschüler. Und so kam es, dass Opa und ich uns Angriffen und Unterstellungen ausgesetzt sahen, welchen wir schulterzuckend begegneten „Schaut euch doch mal Star Wars an – das wird euer Leben verändern!“

Michael: Mir ist das egal …
Als Teenager war ich großer Fan der legendären Sternensaga von George Lucas. Ich besaß als einer der ersten die VHS Special Edition der Trilogie im goldenen Darth-Vader-Schuber (die eigentlich schon ein erster Anhaltspunkt für den mangelnden Respekt des Herrn Lucas vor seinem eigenen Lebenswerk hätte sein müssen). Auch begab ich mich extra ins Kino, um den Trailer für Episode 1 zu sehen. Mit den Jahren begann ich jedoch mehr und mehr zu begreifen, dass ein gewisser graubärtiger Filmregisseur und Multimilliardär anscheinend großen Spaß daran empfindet, sein filmisches Erbe durch den Kakao zu ziehen (Episode 1-3, anyone?). Das Ganze, kombiniert mit der Erkenntnis, dass Star Trek für mich die bessere, weil gesellschaftskritischere und mehr zum Denken anregende Variante von Science Fiction ist, und meiner Wut auf Lucas, weil er den Computerspielezweig seines Imperiums (hö hö), LucasArts,  kläglich hat verenden lassen, führte zu einer Gleichgültigkeit Star Wars gegenüber, die nur deshalb nicht in Antipathie umschlägt, weil irgendwo in mir immer noch ein kleiner Junge nichts lieber täte, als mit seinem aufklappbaren Millenium Falcon Abenteuer in einer Galaxie weit entfernt zu erleben. Möge die Snare mit euch sein.

Fabian: Nein!
Es gibt genügend Gründe, Star Wars zu hassen: Wieso lässt sich dieser fucking Todesstern mit nur zwei Schüssen zerstören? Und warum soll es ok sein, wenn Luke Skywalker den Kampfplaneten zerstört, 1.161.293 Menschen umbringt und Han Solo im übertragenen Sinne sagt: „Yeah Mann, das war ein ordentlicher Glückstreffer!“? Die Star Wars Fans rechtfertigen das dann mit: ja, das sind doch die Bösen. Überhaupt, wie ticken eigentlich diese Star Wars Fans?! Seit wann ist Genozid cool? Und warum zur Hölle gibt es nur Gut oder Böse, Imperium oder Rebellen-Allianz? Warum gibt es nichts dazwischen? In einer großen Galaxie kann’s doch nicht nur schwarz oder weiß, Gut oder Böse geben. Da leben doch Milliarden von Wesen, die können doch nicht alle Fans von dem einen oder dem anderen Team sein. Das macht doch alles überhaupt keinen Sinn! Das Drehbuch wirkt nicht nur billig, es ist billig! Und ihr Star Wars Fans da draußen habt das alles geschluckt, habt euch alle von bunten Laserschwertern und Sternenkämpfern verstrahlen lassen! Halt Stop! Nur eine Sache ist noch billiger, als das Drehbuch: die unfassbar kitschige Picknick-Liebesszene zwischen Anakin und Padme in Episode 2!

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