
Manche Urlauber bringen Souvenirs mit nach Hause, andere Schokolade oder landestypische Spezialitäten. Ein 68-jähriger Mann soll sich laut Ermittlern für eine deutlich ungewöhnlichere Variante entschieden haben. Am Flughafen Düsseldorf entdeckten Zollbeamte rund neun Kilogramm Kokain – ein Teil davon versteckt in vermeintlichen Lutschern.
Der Mann war aus Brasilien über Lissabon eingereist und wollte den Flughafen über den grünen Ausgang verlassen. Doch noch bevor die Reise beendet war, wurden die Zollhunde „Jerry Lee“ und „Oleg“ auf einen Koffer aufmerksam. Die anschließende Kontrolle bestätigte den Verdacht: Insgesamt fanden die Beamten rund sechs Kilogramm Kokain in Schuhen, Rucksäcken und Handtaschen. Weitere drei Kilogramm waren in vier Packungen versteckt, die auf den ersten Blick wie gewöhnliche Lutscher aussahen.
Der richtige Riecher
Der ungewöhnlichste Fund waren nicht die präparierten Taschen oder Schuhe, sondern die mit roter Glasur getarnten Lollys. Die Tarnung sollte offenbar unauffällig wirken. Für die Zollhunde spielte das jedoch keine Rolle. Ihr Geruchssinn erwies sich als deutlich zuverlässiger als jede kreative Verpackungsidee.
Nach Angaben des Zollfahndungsamts wurde der 68-jährige ungarische Staatsangehörige noch vor Ort festgenommen. Ein Ermittlungsrichter ordnete anschließend Untersuchungshaft an. Die weiteren Ermittlungen führen das Zollfahndungsamt Essen und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf.
Kreative Verstecke sind keine Seltenheit
Ermittlungsbehörden stoßen immer wieder auf ungewöhnliche Schmuggelmethoden. Drogen wurden in der Vergangenheit bereits in Lebensmitteln, technischen Geräten oder Kleidungsstücken versteckt. Der aktuelle Fall zeigt jedoch, dass selbst aufwendig getarnte Verstecke keinen Erfolg garantieren.
Entscheidend war am Düsseldorfer Flughafen letztlich nicht die Verpackung, sondern der Spürsinn der eingesetzten Zollhunde. Bevor die vermeintlichen Süßigkeiten ihren Bestimmungsort erreichen konnten, war die Reise bereits beendet.
Quelle: tagesspiegel.de
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