
Eine allgemeine Verkehrskontrolle gehört für die meisten Autofahrer nicht gerade zu den Höhepunkten des Tages. Meist geht es um Führerschein, Fahrzeugschein oder vielleicht ein defektes Rücklicht. In München nahm eine solche Kontrolle jedoch eine Wendung, mit der wohl niemand gerechnet hatte.
Eine 19-jährige Schülerin war gemeinsam mit zwei Begleitern unterwegs, als das Fahrzeug von der Polizei kontrolliert wurde. Was zunächst wie eine Routineüberprüfung aussah, entwickelte sich innerhalb weniger Minuten zu einem größeren Einsatz. Hinter dem Beifahrersitz entdeckten die Beamten ein Paket mit rund einem Kilogramm Kokain. Außerdem fanden sie mehrere Mobiltelefone, Bargeld in typischer Stückelung sowie ein Tierabwehrspray.
Spätestens an diesem Punkt dürfte die Frage nach Warndreieck und Verbandskasten eher in den Hintergrund gerückt sein.
Mit einem Kilogramm Kokain hört der Spaß für die Ermittler jedenfalls auf. Entsprechend gründlich wurde weiter ermittelt. Auch die Wohnungen der beiden männlichen Begleiter gerieten ins Visier der Polizei. Dort wurden unter anderem Marihuana, Messer und eine Schreckschusswaffe sichergestellt.
Besonders interessant ist dabei das Tierabwehrspray. Was viele lediglich als Mittel zur Selbstverteidigung ansehen, kann unter bestimmten Umständen rechtlich als Waffe eingestuft werden. Sollte sich der Verdacht des Drogenhandels bestätigen, könnte genau dieser Umstand den Vorwurf des bewaffneten Drogenhandels begründen – mit entsprechend schwerwiegenden strafrechtlichen Folgen.
Trotz des spektakulären Fundes ist die Sache juristisch allerdings längst nicht abgeschlossen. Denn bislang konnte das Kokain keiner der drei Personen eindeutig zugeordnet werden. Genau daran arbeiten die Ermittler nun. Unter anderem sollen Laboruntersuchungen klären, wer mit dem Paket tatsächlich in Verbindung steht.
Da sieht man mal wieder, dass eine gewöhnliche Verkehrskontrolle manchmal alles andere als gewöhnlich ist. Während die meisten Autofahrer nach wenigen Minuten ihre Papiere zurückbekommen und weiterfahren dürfen, wirkt diese Kontrolle wohl noch lange nach.
Wer bei einer Polizeikontrolle nur ein kaputtes Rücklicht befürchten muss, gehört vermutlich zu den deutlich entspannteren Verkehrsteilnehmern.
Quelle: Abendzeitung München
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