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Kokain – nicht nur für Shakespeare eine Antriebsfeder


Es gibt in der Dance-Musik diverse Legenden. So zum Beispiel den angeblichen Satz von Westbam zu Paul van Dyk: „Wenn Du dieses ständige Herumreisen in der ganzen Welt psychisch und physisch überstehen willst, musst Du mit dem Koksen anfangen.“ Beide bestreiten, dass es diesen Satz gegeben hat, trotzdem ist dieser Satz immer wieder ein gern genommenes Zitat in diversen Backstage-Räumen. Wie Spiegel Online berichtet, hat ein südafrikanischer Paläoanthropologe namens Francis Thackeray jetzt die These aufgestellt, der berühmte britische Schriftsteller William Shakespeare sei ein Kokser gewesen.

So stützt sich die Annahme des Südafrikaners auf diverse Textpassagen Shakespeares. „Warum schreib‘ ich nur immer wieder den gleichen langweiligen Kram?“, fragte sich der Poet in seinem Sonett Nummer 76. „Warum probier‘ ich nicht mal was Neues aus?“

Wie Thackeray annimmt, handelte es sich bei ‚das Neue‘ um Kokain. In der aktuellen Ausgabe des „South African Journal of Science“ erklärt der Dozent der südafrikanischen University of the Witwatersrand in Johannesburg, dass Kokain in Stratford-upon-Avon zu Lebzeiten Shakespeares konsumiert wurde. Den Beweis fanden er und Kollegen bereits vor 15 Jahren in Fragmenten von Pfeifenköpfen aus dem frühen 17. Jahrhundert: Spuren von Koka-Blättern. Insgesamt 24 Pfeifen hat das Team um Thackeray mit einem chemischen Verfahren namens Gas-Chromatografie mit Massenspektrometrie-Kopplung (GCMS) untersucht, in zweien davon stellten sie Spuren des Cocastrauchs (Erythroxylum coca) fest.

Die Pfeifen hatte Thackeray vom Shakespeare Birthplace Trust zur Verfügung gestellt bekommen. Einige davon stammten direkt von dem Grundstück, das als Garten von Shakespeares Haus gilt. Vielleicht hat er seine Ideen aber auch einem anderen Rauschmittel zu verdanken: Cannabis. Denn das fanden Thackeray und Kollegen gleich in vier Pfeifen aus Shakespeares Garten. Allerdings ist alles Spekulation, wie Spiegel Online berichtet: Denn auch wenn die Pfeifenfragmente mit Cannabis-Spuren in Shakespeares Garten gefunden wurden, so muss das ja noch lange nicht heißen, dass er sie tatsächlich auch rauchte. Thackery aber plädiert dafür, der Sache noch einmal genauer auf den Grund zu gehen und meint, dass sich Literaturwissenschaft und Chemie hier gegenseitig befruchten könnten.
Eventuell, so schließt der Artikel von Spiegel Online, hilft auch das Sonett Nummer 27 in diesem Fall weiter. In dem gibt der Dichter ganz offen zu, dass er des Abends „Reisen im Kopf“ unternehme. Mehr Drogenwarnungen gibt es hier.

 

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