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Laurent Garnier ist gelangweilt von der Techno-Szene

Der große Franzose Laurent Garnier hat dem Billboard-Magazin ein umfangreiches Interview gegeben. Für den einflussreichsten französischen Elektronik-Musiker neben Jean-Michel Jarre, der im vergangenen Jahr sein 30-jähriges DJ-Jubiläum gegeben hat, ist Techno untrennbar mit der Hacienda in Manchester verbunden. Hier hatte Garnier auch seinen ersten größeren DJ-Auftritt.

Garnier, der durch seinen schwulen Bruder mit Disco-Musik und -Partys in Berührung kam, erinnert sich für Billboard an diese Anfänge: „In die Clubs zu kommen, war nie das Problem. Mein Bruder kannte eine ganze Menge Leute in den schwulen Clubs, denn er führte ein ganz und gar schwules Leben. Er ging in die Hinterzimmer und hatte Sex und ich stand nur neben dem DJ und hoffte, dass mich niemand anspringt. Aber die Musik war alles, was ich wollte.“

Zu der Zeit als Garnier ein Teenie war, hatte High-Energy-Disco in Paris eine große Beliebtheit, vor allem in der Schwulenszene und in den Clubs wie Le Palace und Les Bains Douche. Seine Eltern waren nicht so angetan von seinen Interessen und brachten ihn dazu, in die Gastronomie zu gehen. Um der Wehrpflicht zu entgehen, die erst 2001 offiziell in Frankreich endete, ging er für eine Catering-Stelle in der französischen Botschaft nach London.

London und später Manchester faszinierten Garnier völlig. „London hatte einfach alles zu bieten, als ich hierher kam. Und dann kam House Music auf traf mich wie ein Schlag ins Gesicht!“

Das gesamte Interview findet ihr hier: Billboard.

Das was heutzutage passiert, ist da nicht ganz so spannend sagt Garnier im Rahmen des Interviews. Es gebe zu viele Acts, die genau das Gleiche machen, was sehr langweilig ist.

„Die super-angesagten Techno-Künstler heutzutage sind alles Söhne von Jeff Mills, und das ist cool. Ich mag die Musik, aber 600 Stücke klingen gleich. Manchmal kann es Jeff eben doch besser.“

„Ich habe mich oft gefragt, warum ich mich in House- und Techno -Musik engagiert habe. Aus der Liebe zu Musik. Ich war ein großer Musikliebhaber als ich nach England kam. Ich liebte New Wave, Rock, Reggae, Punk, The Cure, Depeche Mode, The Clash und schwarze Disco-Musik. House-Musik hat die Essenz von all dem genommen und alles zusammengefügt. Ich denke, unsere Aufgabe war und ist es, die Leute zu überraschen, sie zum Ausrasten zu bringen, aber wenn sie einmal dort sind, sie woanders hinzuführen. An Orte, an denen sie noch nicht waren.“

 

 

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