Lighthouse Festival


Afrika – das verbinden Traveljunkies mit unendlich weiter Steppe, freilaufenden Löwen, riesigen Nationalparks, ausgetrockneten Seen, und Lagerfeuer. Aber auch mit Big City Life in Kapstadt. Südafrika liegt Luftlinie gut 9.000 Kilometer südlich von Österreich. Äh, was? Österreich? Ja genau: Österreich. Aus Österreich stammt nämlich ein Profi auf dem Gebiet der Eventorganisation: Hennes Weiss. Zusammen mit seinem Partner und einem 150-köpfigen Team zog er gerade eine positive Bilanz des vor einer Woche zu Ende gegangenen Lighthouse Festivals in Kapstadt. Wir vom FAZE Magazin haben den Kreativkopf aus dem Alpenland mal mit sechs Fragen konfrontiert. Sechs Fragen rund um Festivals, die Techno-Szene in Afrika, das Lighthouse Mutterfestival in Kroation und, und, und. Und: hier die Antworten.

Hennes Weiss – das klingt mal so gar nicht Südafrikanisch, sondern eher Deutsch. Und dennoch bist du kein Deutscher. Gib uns doch mal einen Einblick: Wer bist du, was machst du, was hast du bisher so gemacht?

Nach meinem Studium in Österreich bin ich natürlich gleich mal ins Ausland und hab die Welt bereist, war unter anderem ein Jahr in New York und hab dann vor circa zwölf Jahren bei einem dreijährigen, beruflichen Aufenthalt in einer Kreativagentur in Berlin das „wahre“ Feiern und Clubleben kennengelernt. Das war im Rahmen rund um das damalige Opening der Panoramabar und der Bar25. Diese Erfahrung hat mich schon sehr geflasht, und als Ergebnis habe ich mit meinem Partner Stefan dann den bekannten Wiener Club Pratersauna gegründet. Aus einem Club wächst man irgendwann raus und mit dem Lighthouse Festival haben wir dann unser „Erwachsenen“-Projekt gefunden. Dank meines Management-Jobs für HVOB habe ich die Möglichkeit, alle tollen Festivals dieser Welt zu bereisen und lass mich dabei ohne Ende für unser eigenes Festival inspirieren. Und für das alles bin ich grenzenlos dankbar!

Vor wenigen Wochen ist das zweite Lighthouse Festival in Kapstadt erfolgreich zu Ende gegangen. Welche Künstler waren am Start und wie viele Besucher kamen?

Ja genau. Neben unserem Flagship in Kroatien – welches dieses Jahr bereits in die sechste Runde gehen wird und bei dem wir bewusst keinen weiteren Wachstum anstreben – haben wir es uns zum Ziel gesetzt, unseren Boutique-Ansatz bzw. die Marke globaler aufzusetzen. Obwohl es in Kroatien beispielsweise so war, dass wir locker doppelt so viele Tickets verkaufen hätten können, aber das passt einfach nicht in unser Konzept. Wahnsinn war, dass alle Karten innerhalb von 22 Stunden weg waren. Zurück zum Boutique-Ansatz und Globalizing: Es hat wenig Sinn, in einen bestehenden Festivalmarkt zu gehen. Und so ist nach mehreren Scout-Reisen die Entscheidung auf Kapstadt gefallen. Nicht zuletzt, weil wir uns rasend in das Land, die Kultur und die Menschen verliebt haben. Die elektronische Szene dort ist klein und überschaubar und sehnt sich nach frischem europäischen Wind. Insofern werden wir mit offenen Armen empfangen. Das Festival ist auf 2.000 Gäste ausgerichtet und limitiert. Und wir brachten mit Gui Boratto und Cassy zwei internationale Headliner, die noch nie dort waren.

Südafrika ist ja für viele von uns ganz weit weg. Nicht nur in Sachen Entfernung, auch in puncto Musik. Wie ist die Musikszene dort denn so aufgestellt, gibt es (DJ-)Superstars und wie feiern die Leute dort so ab?

Klar, die meisten internationalen Festivalbrands machen den Fehler, sich nicht mit der lokalen Musikszene zu beschäftigen und glauben, dass es mit internationalen Big-Names getan ist. Da haben sich schon einige internationale Veranstalter die Finger verbrannt. Es gibt viele boomende und diversifizierende Musikszenen in Südafrika. In unserer Community ist allerdings „Afro-House“ aktuell das Ding. Allen voran gibt es unangefochten Black Coffee, der in Südafrika als kleiner Gott verehrt wird und die Szene mit eigenem Label und eigener Booking-Agentur vorantreibt. Nicht zuletzt deswegen hatten wir ihn auch als Gast in Kroatien, um damit auch das Projekt mit dem notwendigen Respekt und Supportgedanken im Rahmen eines selbst ausgerufenen Music-Exchange-Programms (Europe <> Africa) zu starten. Konkret hatten wir dieses Jahr Afro-House #2-DJ Enoo Napa, sowie Localhero Leighton Moody aus diesem Genre eingeladen. Deren Sets haben uns so umgeworfen, dass wir sie schnellstmöglich nach Europa holen wollen. Dann gibt es ja auch noch unseren Freund und Berater Floyd Lavine, der das Genre in Berlin mit eigener Watergate-Night toll vorantreibt.

Lighthouse Festival

Erzähl uns gerne mal ein bisschen etwas über den organisatorischen Ablauf beim LHF und was hinter den Kulissen beim Festival an sich so los war.

Wir arbeiten mit einem tollen lokalen Team, welches bereits Erfahrung in der Festivalproduktion mitbringt. Anders ist es nicht möglich, da es natürlich in diesem Bereich auf einem anderen Kontinent auch andere Regeln gibt, die man respektieren muss. Während Produktionskosten mit internationaler Technik sogar teurer sind als in Europa, muss man natürlich die Ticketpreise an die Kaufkraft der Musikfans anpassen. Das ist für uns okay, weil wir am Ende nicht wegen des Geldverdienens kommen, sondern ein kreativer Kulturaustausch für uns im Vordergrund steht. Jeder, der mit einem anderen Ansatz kommt, wird schnell merken, dass er sich das falsche Land ausgesucht hat.

Wer steckt alles hinter dem Projekt Lighthouse Festival? Wie groß ist die Manpower, wo ist eure Basis und was habt ihr noch alles so vor?

Für Kroatien arbeiten wir im Hintergrund mit einer professionellen Travel- und Produktionsagentur aus Wien zusammen, welche vor allem in der Planung, aber auch Vor-Ort Abwicklung die notwendigen Ressourcen mitbringt. Unser Team vor Ort besteht aus 150 Mitarbeitern und anders wäre es auch nicht möglich, die notwendige Qualität in allen Bereichen (von Unterkunft, Check-in bis hin zu Shuttlefahrten etc.) zu koordinieren. Umso professioneller das Team, desto mehr Spass und Zeit zum Feiern habe ich auf meinen eigenen Projekten. (lacht) Konzeptionell und inhaltlich habe ich mir für jede meiner verrückten Ideen ein bis zwei enge Freunde dazugeholt – sprich für jedes Projekt am Ende ein anderes Kernteam. Konstant immer dabei habe ich meine best Friends von lichterloh.tv, welche für Stage- & Visual-Design verantwortlich sind und in einer Form Art Director fungieren. Ein hoher künstlerischer Anspruch in diesem Bereich ist mir besonders wichtig, weil Festivals mit Holzverbau und Glitterschmuck gibt’s schon genug.

Ein Blick in die Wahrsagerkugel hat mir gezeigt, dass du in der ersten Augustwoche auf der kroatischen Insel Obonjan etwas aufziehst, das ziemlich big bzw. außergewöhnlich ist. Kannst du schon Details verraten?

Ja es stimmt, wir arbeiten schon an einem dritten Festivalableger, allerdings wirst du von uns nie etwas „big“ erwarten, da wir uns dem „Boutique“-Festivalansatz verschrieben haben und dem auch treu bleiben wollen. Ich bin der festen Überzeugung, dass nur Qualität vor Quantität in unserer Szene langfristig und nachhaltig bestehen kann. Mit Obonjan hatten wir letztes Jahr eine eigene Insel südlich von Kroatien gescoutet, welche so unglaublich ist, dass wir nicht widerstehen konnten, es zu probieren. Es handelt sich dabei um ein anderes Konzept, mit Fokus auf Retreat und „light“ Music (no Techno) und ist im ersten Jahr auf 300 Gäste beschränkt. Mehr Infos dazu findet ihr auf unserer Website.

Das Lighthouse Festival in Südafrika ist für 2018 passé. Die Tore der kroatischen Ausgabe öffnen sich aber erst noch. Infos findet ihr unter www.lighthousefestival.tv. Line-up Infos findet ihr hier:

Lighthouse Festival // Ausgabe Kroatien // 30.05.-03.06.2018 // Poreç, Kroatien
Line-up Headliner:
Ace Tee & Kwam.e live // Alison Swing // Amp Fiddler live // Andhim // Animal Trainer // Artur 8 // Aurora Halal // Austrian Apparel live // Avalon Emerson // Bambounou // Beth Lydi // Candy Pollard // Cosmo Sheldrake live // Denis Sulta // Discoboxer live // DJ Bone // DJ Deeon // Don Williams // Donna Leake // Eris Drew // Etapp Kyle // Francesco Tristano pres. P:Anorig live // Heidi Lawden // Honey Dijon // HVOB live // Italojohnson // Jamie Tiller // Joseph Disco // Lea Santee live // Leyya live // Lovefingers // Martha van Straaten // Moodymann // Mor Elian // Muallem // nd_baumecker // Octo Octa // Oliver Hafenbauer // Oliver Koletzki // Optimo (Espacio) // Or:La // Orson Wells // Oskar Offermann // Pender Street Steppers // Prins Thomas // Ryan Elliott // Saoirse // Special request // Suff Daddy // Tavish // The Pilotwings live + DJ // Tsepo // Victor // XDB // Zenker Brothers

Showcases: Experiment Intrinsic feat. Alecante, Baby Vulture, E/Tape, Evano, Ian F, Nathalia & VVVLAD // Femdex feat. Misonica & Therese Terror // Funtaxx feat. Lil Promise, Re Za & Sofie // G-Spot Sound feat. Madglock, Koolbreak, Rizzla & Phile // lHF Modular Lab feat. live Performances from BR-Laser (av), Goldeg, Hainbach, Helmut Stant & HRTL // Monticule Racing Team feat. Fez, Flo Scheuer & Yannic // Periodica Showcase feat. Mystic Jungle, Nu Guinea & Whodamanny // Traffic Showcase feat. Bodin, Jacob & Martyné

Family & Friends: A:Lex // Ben-E // Blade & Deetronic // Cher Monsieur // Crazy Sonic // Damnitdisco // David Goldberg // Davidek // Deep Aztec // Egomachine // Evol Peed // Etepetete // Felix da Houserat // Felix Rupprecht // Florian Scheibein // Friedrich Locke // Giuseppe Leonardi // Hanzo & Yaman live // Jilian // Kareem el Morr // Kreiml & Samurai live // Lampert & Lindner // Lea // Leo Küchler // Leschueft // LHF Squad // Max Grün // Michal Zietara // Mosbee // Nikka // Oberst & Buchner // OG Schaum // Pedro Arbulu // Phillinger // Pytzek b2b Mislav // Philipp Höll // Rafael Da Cruz // Red Robin // Roman Rauch // Scheibosan // Thomas Grün // Thomé // Wolfram // Xander & Luke // 7 citizens

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