zauberpilze

Magic Mushrooms und die heilende Wirkung gegen Depressionen


Von der Natur gegeben, wurden die Zauberpilze schon vor Christus meist zu religiösen und schamanischen Zwecken genutzt. Später, in den 1950er Jahren wurden die besonderen Pilze in der westlichen Kultur publik. Die halluzinogene Wirkung wurde besonders bei den Hippies beliebt, aber auch in intellektuellen Kreisen und bei Künstlern fand der psychoaktive Pilz seine Beliebtheit. Wissenschaftler wie Albert Hoffmann untersuchten die Pilze nach ihrem Wirkstoff Psilocybin. Heute werden die Pilze erneut wissenschaftlich untersucht und zwar für psychotherapeutische Zwecke gegen Depressionen und Angstzuständen. Wir zeigen euch zwei aktuelle Studien, die sich genau damit befasst haben und interessante Resultate zeigen. Die Ergebnisse wurden in der vergangenen Woche im Journal of Psychopharmacology veröffentlicht und zeigen, dass ein einziger Trip deutlich gegen die Depression hilft.

Die Studie an der New York University
Die Probanden der Studie sind Krebspatienten, die bedingt durch den Krebs an Depressionen und Angstzuständen zusätzlich leiden. An der New York University wurde 29 Patienten entweder Psilocybin verabreicht oder ein ähnlich wirkender aber nicht halluzinogener Placebo Niacin. Das Experiment erfolgte über sieben Wochen. Erst wurde das eine, dann das andere verabreicht.

Die Studie an der John Hopkins University in Baltimore
Im Rahmen dieser Studie bekamen 51 an Krebs leidende Patienten fünf Wochen lang eine recht hohe Dosis Psilocybin verabreicht. Anders als in New York bekamen sie keinen Placebo-Wirkstoff, sondern eine so geringe Dosis Psilocybin, dass keine Effekte möglich sind.
Beide Studien zeigten signifikante und positive Resultate in Hinblick auf Linderung der Depressionen. Außerdem waren keine (unangenehmen) Nebenwirkungen zu vermerken.  Der erzielte Effekt hielt über mehrere Monate an. Fast 80% der Teilnehmer ließen verlauten, dass ihr allgemeines Wohlbefinden nach Einnahme von Psilocybin verbessert wurde.

Eine Teilnehmerin der New Yorker Studie sagte Folgendes: “Als  Atheistin fällt es mir schwer, das zu sagen, aber ich badete geradezu in der Liebe Gottes. Das Gefühl hielt mehrere Stunden lang an. Als das Erlebnis vorüber war, waren die Ängste noch immer weg, und mein Leben hatte sich geändert.” Auch andere Teilnehmer sprachen von einem ähnlich positiven Trip. Psilocybin unterbricht den Kreislauf selbstbezogener Gedanken, der typisch für depressive Menschen sei. Bis zu 40 Prozent der Patienten mit Krebs im fortgeschrittenem Stadium leiden unter Depressionen und Angstzuständen. Dem Tod so unaufhaltsam näher zu kommen, erschwert ihnen ihre letzte Zeit vehement. Klassische Antidepressiva schlagen bei den Patienten nicht mehr an.

Viele Psychiater und Ärzte sind sich einig, dass es Zeit wird, psychedelische Behandlungen in der Psychiatrie und in der Onkologie zu konkretisieren. Zwar muss die Forschung die Behandlung noch optimieren, aber entscheidend ist, dass diese neue Form der Behandlung in der Psychopharmakologie gefördert werden muss. Psilocybin zeigt eine klare Dosis-Wirkung-Beziehung, das lässt sich in vielerlei Hinsicht als ideales Psychedelikum bei psychotherapeutischen Behandlungen einsetzen. Eigentlich sei es größten Teils ein gesellschaftlicher Aspekt, der es unter anderem schwierig macht, eine illegale Droge als Medikament einzusetzen. Ganz risikofrei ist der Einsatz von Psilocybin jedoch nicht. Genetische Vorbelastung für Schizophrenie und Psychosen können durch Einnahme von Psilocybin Psychosen auslösen.

 

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