Psilocybe_semilanceata


Früher, als es noch nicht an jeder Club-Ecke nette Menschen mit einem Kaufladen voller Chemie-Präparate gab, waren Psilos der heiße Scheiß. Aber was sind Psilos? Hierbei handelt es sich um Pilze oder Psilos oder auch Zauberpilze oder Magic Mushrooms. Diese gehören zu der Gruppe der Halluzinogene und rufen im Zentralnervensystem [Pseudo]Halluzinationen hervor. Nach der oralen Aufnahme entsteht durch den Stoffwechsel im Körper sofort das Abbauprodukt Psilocin, das die halluzinogene Wirkung hervorruft.

Wie konsumiert man Psilos?

Psyloc[yb]inhaltige Pilze werden getrocknet oder frisch konsumiert. Aufgrund des bitteren Geschmacks werden sie vor dem Konsum meist verarbeitet. Man kann sie essen, dabei sollten die Pilze möglichst lange im Mund zerkaut werden. Aber es ist auch möglich, die Pilze im Ganzen oder zermahlen in eine Tasse mit heißem Wasser [nicht kochend !] zu geben und das Ganze dann als Tee zu konsumieren.

Der Wirkungseintritt erfolgt bei oraler Einnahme nach etwa 20 – 30 min und dauert ca 3 – 5 Stunden. Die bekanntesten Psilos sind der Spitzkegelige Kahlkopf, der ‚Hawaiianer‘ sowie der ‚Mexikaner‘.
Bei Einsetzen der Wirkung: Kribbeln in den Gliedern, Wärmegefühl und Lachflashs. Ein Gefühl starker Verbundenheit zu Mitmenschen und zur Natur kann entstehen.

Kurzzeitnebenwirkungen

Übelkeit, Atembeschwerden, Herzrasen, Veränderung von Puls und Blutdruck, Erweiterung der Pupillen, Erhöhung der Körpertemperatur (intensive Schweißausbrüche bei körperlichen Aktivitäten), Gleichgewichtsstörungen. Die körperlichen Nebenwirkungen können auf unerfahrene User beängstigend wirken.

Im Einzelfall sind panische Reaktionen, Angst- und Wahnvorstellungen möglich. Bei hoher Dosis oder Überdosierung besteht die Gefahr, dass traumatische, unbewusste Erlebnisse wieder bewusst werden. Nach dem Konsum kann es schwer sein, wieder zurück in die Realität zu finden – ‚hängen bleiben‘. Beim Konsum von frischen Pilzen können Übelkeit, Erbrechen und ein gestörtes Orientierungsgefühl auftreten.

Langzeitnebenwirkungen

Bei Dauerusern können sich mit zunehmendem Konsum die Nebenwirkungen verstärken. Das Risiko beim Konsum von Psilos liegt im psychischen Bereich: Es besteht auch bei einmaligem Konsum die Gefahr, dass verborgen vorhandene psychische Störungen ausgelöst werden.
Bei häufiger Einnahme: Gefahr des Verlustes der Realitätsbezogenheit.

Wechselwirkungen

Grundsätzlich gilt: Die Risiken beim Mischkonsum sind höher als beim Monokonsum; Körper und Psyche werden stärker belastet. Einzelne Substanzwirkungen können verstärkt oder geschwächt werden. Es können auch ganz unerwartete Effekte auftreten, die nicht der Summe der Einzelwirkungen entsprechen. Die Wirkungen der jeweiligen Substanzen können zu verschiedenen Zeiten eintreten und unterschiedlich
lange anhalten, dadurch können Wechselwirkungen zeitverzögert auftreten. Es ist von Vorteil, wenn Du vor dem Mischkonsum bereits Erfahrungen mit dem Monokonsum dieser Substanzen hast. So kannst Du Dir eher ein Bild davon machen, wie Körper und Psyche die jeweilige Wirkung verkraften.

Pilze + Cannabis: verstärkt die halluzinogene Wirkung; Kreislaufbeschwerden und Ohnmacht möglich.

Pilze + Alkohol: erhöhte Wahrscheinlichkeit von Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufbeschwerden, Ohnmacht.

Pilze + Ecstasy: gleichzeitiger oder zeitlich kurz versetzter Mischkonsum: starke Erhöhung der Körpertemperatur. Neurotoxische Wirkung von MDMA und anderen Amphetaminderivaten wird evtl. durch den Konsum von Halluzinogenen verstärkt.

Pilze + MAO-Hemmer: kann den Trip verlängern und intensivieren, aber auch unberechenbar und unangenehm werden lassen. Bekannte MAO-Hemmer sind zum Beispiel Johanniskraut [Wirkstoff Hyperforin] und Steppenraute [Wirkstoff Harmalin].

Pilze + Neuroleptika: heben die Wirkung auf bzw. verstärken unangenehme Nebenwirkungen.

Safer Use

Risikofreien Konsum gibt es nicht! Wer trotzdem konsumiert, sollte sich mit den Safer-Use-Regeln vertraut machen:
Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen setzen sich einem besonderen Risiko aus, wenn sie Pilze konsumieren. Unbedingt vorher Infos dazu einholen und im Zweifelsfall auf den Konsum verzichten! Jungen und psychisch labilen Menschen sowie Menschen mit psychischen Erkrankungen wird generell vom Pilz-Konsum abgeraten.

 

Ein Pilz-Trip ist ein einschneidendes Erlebnis. Man ist ihm allerdings nicht hilflos ausgeliefert, sondern kann ihn in einem gewissen Maß beeinflussen. Man sollte also versuchen, die Gedanken vor dem Trip, während dessen und danach auf Positives zu richten und nicht zu lange über unangenehme Dinge nachzudenken. Müdigkeit ist dabei keine gute Voraussetzung: Wenn man einmal ‚drauf‘ ist, muss man viel Input verarbeiten und kann nicht ‚aussteigen‘, bevor der Trip vorbei ist. Das kann, wenn man körperlich fertig ist, sehr anstrengend sein.

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