
In Lüneburg hat die Polizei die Wohnung eines 39-jährigen Mannes durchsucht und dabei mehrere Waffen sowie rund 100 Cannabis-Pflanzen entdeckt. Auslöser für den Einsatz war ein nächtlicher Notruf: Gegen späte Stunde alarmierten Anwohner beziehungsweise Beteiligte den Rettungsdienst. Als die Sanitäter vor Ort eintrafen und die Situation einschätzten, zogen sie umgehend die Polizei hinzu.
Der 39-Jährige hatte eine Schussverletzung an der Wade erlitten. Nach Angaben einer Sprecherin der Polizei gegenüber dem NDR Niedersachsen gingen die Ermittler zunächst davon aus, dass sich der Mann versehentlich selbst angeschossen hatte. Die genauen Umstände klären nun Spezialisten der Kriminalpolizei. Noch ist unklar, ob sich der Schuss beim Hantieren mit einer Waffe löste oder ob ein anderer Ablauf dahintersteckt.
Während der medizinischen Versorgung verschafften sich die Beamten einen Überblick über die Wohnung. Unter einem Sofa entdeckten sie zunächst eine Schusswaffe. Bei einer anschließenden, gründlichen Durchsuchung stießen die Einsatzkräfte auf weitere Schusswaffen, mehrere Messer sowie einen Schlagring. Damit erhärtete sich schnell der Verdacht, dass es sich nicht um einen harmlosen Zwischenfall handelte.
Zusätzlich fanden die Ermittler in den Räumen eine professionell wirkende Aufzuchtanlage mit rund 100 Cannabis-Pflanzen. Lampen, Belüftungssysteme, Dünger und weiteres Zubehör deuteten auf einen planmäßigen und auf Dauer angelegten Anbau hin. Die Beamten stellten sämtliche Pflanzen sowie die technische Ausstattung sicher. Auch die aufgefundenen Waffen beschlagnahmten sie und dokumentierten sie als Beweismittel.
Gegen den 39-Jährigen leiteten die Behörden nun mehrere Ermittlungsverfahren ein. Die große Anzahl der Pflanzen sowie die aufgefundenen Waffen sprechen aus Sicht der Ermittler für einen möglichen gewerbsmäßigen Handel mit Marihuana. Ob der Mann allein handelte oder Teil eines größeren Netzwerks ist, prüfen die zuständigen Stellen derzeit.
Parallel dazu untersuchen Experten die sichergestellten Waffen kriminaltechnisch. Sie wollen klären, ob die Waffen ordnungsgemäß registriert waren und ob sie möglicherweise bei anderen Straftaten zum Einsatz kamen. Auch die genaue Ursache der Schussverletzung bleibt Gegenstand der Ermittlungen. Fest steht bislang nur: Der nächtliche Rettungseinsatz brachte ein mutmaßlich umfangreiches Drogen- und Waffenarsenal ans Licht.
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