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Metronomy, 14.12.2014, Live Music Hall, Köln

Im Leben gehts oft nur ums Timing. In der Musik immer. Erst recht bei einer Band, die sich Metronomy nennt. Timing hat nicht zuletzt mit Erwartungen zu tun. Großartig, wenn sie erfüllt werden. Überwältigend, wenn sie gebrochen und dabei übertroffen werden.

Die zweite Variante war beim Konzert von Metronomy in der Kölner Live Music Hall allerdings nicht der Fall. Zu sleek – ja, etwas zu vorhersehbar, um noch zu überraschen. Da konnte auch das virtuos „metronomysierte“ Cover des „Beatles“-Songs „Here comes the sun“ kein Überwältigungs- und Überschlagungsmoment schaffen.

Dennoch, so banal es also klingt: Das Konzert war großartig. Eine Live Performance, die genau das einlöste, was nach „The English Riviera“ auch das dritte Album „Love Letters“ versprach. Ästhetische Menschen in der Eleganz weißer Outfits, im Schein von Discokugeln und sauber gesetzten Lichtnuancen. Dem Mitsingen und Mittanzen und Mitstrahlen konnte sich kaum jemand entziehen, wenn die Meisterstücke der letzten beiden Alben wie „Everything Goes My Way“, „She Wants“ und „Aquarius“ entrückt hypnotisch die Halle elektrifizierten. In Verzückung geriet auch die mitgebrachte Pappmöwe eines Fans, nicht nur als „ihr“ Lied „The Look“ aufflatterte.

Optisch und akustisch war die Kölner Metronomy-Show ein dreidimensionales Hochglanzmagazin-Erlebnis mit einem angehauchten Glamour der Siebziger – und meist ist großartig großartig genug. / Csilla Letay