
Wer am Freitag in Myanmar eine besonders große Rauchwolke am Himmel entdeckte, musste sich keine Sorgen um den Grillnachbarn machen. Statt Würstchen und Holzkohle landeten dort nämlich mehr als 50 Tonnen beschlagnahmter Drogen in den Flammen. Das Rauschgift hatte einen geschätzten Straßenverkaufswert von rund 500 Millionen US-Dollar. So teuer war ein Lagerfeuer vermutlich schon lange nicht mehr.
Anlässlich des Internationalen Tages gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel ließen die Behörden in mehreren Städten des Landes riesige Mengen an Rauschgift vernichten. Auf dem Scheiterhaufen landeten unter anderem Heroin, Opium, Methamphetamin, Crystal Meth, Ketamin und Marihuana. Das Ergebnis waren meterhohe Flammen und dichte schwarze Rauchwolken, die weithin sichtbar waren.
Myanmars große Drogenverbrennungs-Show
Man könnte meinen, die Drogenfahnder hätten versehentlich das Drehbuch eines Actionfilms in die Hände bekommen. Tatsächlich gehört die öffentliche Vernichtung beschlagnahmter Drogen in Myanmar inzwischen zur Tradition rund um den internationalen Aktionstag. Schließlich soll damit demonstriert werden, dass die illegalen Substanzen garantiert nicht wieder auf dem Schwarzmarkt landen. Myanmars große Drogenverbrennungs-Show kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Drogenhandel seit der illegalen Machtergreifung der Junta (Militärregierung) noch viel größer geworden ist.
So spektakulär die Bilder auch aussehen mögen – das eigentliche Problem löst sich dadurch leider nicht in Rauch auf. Myanmar zählt seit Jahren zu den weltweit wichtigsten Produzenten von Opium und synthetischen Drogen. Vor allem Methamphetamin in Pillenform (Shabu) wird in großen Mengen hergestellt und über die Grenzen in zahlreiche asiatische Länder geschmuggelt. Anhaltende Konflikte, politische Instabilität und schwer kontrollierbare Grenzregionen erschweren den Kampf gegen die Drogenkartelle erheblich.
Der Straßenverkaufswert der verbrannten Drogen wird auf rund 500 Millionen Dollar geschätzt. Je nachdem welcher Quelle man vertraut. Allerdings handelt es sich dabei um den theoretischen Verkaufswert auf dem Schwarzmarkt und nicht um den eigentlichen Produktionswert.
Während die Flammen langsam erloschen, dürfte bei den Verantwortlichen zumindest die Hoffnung geblieben sein, den Drogenhändlern einen empfindlichen Schlag versetzt zu haben. Ob das langfristig gelingt, bleibt allerdings fraglich. Experten weisen seit Jahren darauf hin, dass sich die Produktion oft schnell verlagert oder nach Beschlagnahmungen zügig ersetzt wird.
Am Ende bleibt dennoch ein außergewöhnliches Bild. Ein Feuer, das nicht zum Wärmen gedacht war, sondern als deutliches Zeichen im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel im sogenannten „goldenen Dreieck“. Vermutlich war eines der wenigen Lagerfeuer der Welt, bei dem wirklich niemand auf die Idee kommen sollte, den Rauch einzuatmen. Wobei…
Quelle: tagesschau.de
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