Österreichische Drogenbande mithilfe von FBI verhaftet

Tirol

Dem Landeskriminalamt Tirol ist gemeinsam mit internationalen Behörden ein massiver Schlag gegen eine mutmaßliche Drogenbande gelungen. Bei der internationalen Behörde handelt es sich um keine Geringere als das FBI. Im Zentrum der Ermittlungen steht ein 44 jähriger Iraner, der laut Behörden über Jahre hinweg große Mengen Kokain und Cannabis nach Österreich gebracht haben soll. Beliefert wurden vor allem Wien, Innsbruck und Kufstein.

Ende April klickten die Handschellen. WEGA Spezialkräfte nahmen den mutmaßlichen Kopf der Gruppe in seiner Wiener Wohnung fest. Zeitgleich griffen Ermittler vier weitere Verdächtige in Wien und Tirol auf. Inzwischen sitzen alle Beschuldigten in Untersuchungshaft in Innsbruck.

Die Vorwürfe wiegen schwer. Seit Anfang 2020 soll die Gruppe mindestens zwölf Kilogramm Kokain und rund 680 Kilogramm Cannabis nach Österreich geschmuggelt und verkauft haben. Bei mehreren Hausdurchsuchungen fanden Ermittler nicht nur große Mengen an Drogen, sondern auch Bargeld in sechsstelliger Höhe. Allein in der Wohnung des Hauptverdächtigen lagen mehr als 64.000 Euro sowie mehrere Kryptohandys.

Besonders brisant ist die Rolle des Kommunikationsnetzes SkyECC. Die mutmaßlichen Dealer nutzten den eigentlich abhörsicheren Dienst für ihre Geschäfte. Doch die internationalen Ermittler rund um das FBI knackten das System und werteten die Chats aus. Auch das österreichische Bundeskriminalamt arbeitete im Rahmen der eigens gegründeten „AG Achilles“ an dem Fall mit. Mehrere PIN Codes sollen eindeutig dem mutmaßlichen Bandenchef zugeordnet werden können.

Dass Kufstein als wichtiger Absatzmarkt galt, überrascht kaum. Die Tiroler Stadt fällt seit Jahren durch besonders hohe Kokainwerte im europäischen Drogenmonitoring auf. Analysen von Abwasserproben zeigen inzwischen deutlich höhere Werte als in Wien. Innerhalb eines Jahres stieg der gemessene Kokainkonsum dort um rund 55 Prozent.

Kokain hat sich längst quer durch die Gesellschaft bewegt. Laut aktuellen Erhebungen konsumierten in Österreich rund 340.000 Menschen zwischen 15 und 64 Jahren mindestens einmal Kokain. Das entspricht doppelt so vielen Konsumenten wie noch vor zehn Jahren.

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck geht davon aus, dass die mutmaßliche Organisation mindestens acht Millionen Euro umgesetzt hat. Die Ermittlungen laufen weiter. Derzeit werten Behörden zusätzliche Chats aus. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen dem mutmaßlichen Kopf der Gruppe bis zu 20 Jahre Haft.

Quelle: looprituals.de

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