Neue Heimat für das Watergate? Berliner Politik bringt Standort-Idee ins Spiel

Im Berliner Kulturausschuss hat Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson erstmals den renommierten Techno-Club Watergate als mögliches Beispiel für eine künftige kulturelle Nutzung der ehemaligen Kindl-Brauerei in Neukölln genannt. Die leerstehenden Räume in der Rollbergstraße könnten demnach perspektivisch Clubs beherbergen, die ihre bisherigen Standorte verloren haben.

Wedl-Wilson betonte jedoch klar, dass keine konkrete Verbindung oder laufende Gespräche zwischen den Watergate-Betreibern und der Senatsverwaltung bestehen. Ihre Aussage sei vielmehr als generelle Perspektive zu verstehen: Berliner Clubinstitutionen könnten durch Umzüge an bereits vorhandene, aber ungenutzte Kulturorte langfristig gesichert werden.

Das Watergate, das Ende 2024 nach dem Auslaufen seines Mietvertrags schließen musste, hat bislang keine aktive Suche nach einem neuen festen Standort bestätigt. Seit der Schließung zeigt sich der Club überwiegend in Form temporärer Formate und Pop-up-Projekte – Pläne für eine dauerhafte Wiedereröffnung bleiben offen.

Die Räume der ehemaligen Kindl-Brauerei haben eine lange Clubgeschichte: Fast fünf Jahre war dort das SchwuZ beheimatet, bis der älteste und einst größte queere Club Berlins im Sommer 2025 Insolvenz anmelden musste. Trotz Rettungsversuchen fand am 1. November 2025 die letzte Party statt, seither steht der Standort leer.

Wedl-Wilson erklärte, die Clubcommission Berlin sei weiterhin auf der Suche nach einem kleineren alternativen Raum, um die kulturelle Bedeutung des SchwuZ zu erhalten: Ziel sei, „dass das SchwuZ als Idee weiter fortgesetzt werden kann“.

Ob die Kindl-Brauerei künftig tatsächlich wieder ein Zuhause für Berliner Nachtkultur wird – und welche Institutionen dort einziehen könnten – bleibt derzeit offen.

Quelle: Groove, BZ Berlin

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