Kurz vor Jahreswechsel berichteten wir über die Palästina-Techno-DJ Sama Abdulhadi, die in ihrer Heimat festgenommen wurde. Der Grund: Abdulhadi streamte ein DJ-Set, das vor der Nabi Musa Moschee in Jericho aufgenommen wurde. Das palästinensische Ministerium für Tourismus hatte den Stream zwar genehmigt, doch die Aufnahmen mussten aufgrund von Jugendlichen, die die Anwesenden bedrohten, gestoppt werden.

Die DJ, die bereits auf dem Fusion Festival spielte, wurde anschließend zu einer mehrwöchigen Haftstrafe verurteilt, da “Techno-Musik kein Teil des palästinensischen Erben” sei, so der zuständige Richter. Ein internationaler Aufschrei ließ folgerichtig nicht lange auf sich warten und so wurde umgehend eine Petition gestartet, mit dem Ziel, Abdulhadi schnellstmöglich aus dem Gefängnis zu befördern. Und das hat sich gelohnt: mehr als 100.000 Personen, darunter zahlreiche bekannte Künstler, beteiligten sich. Die Musikerin wurde nun auf Kaution freigelassen und befindet sich in der Obhut ihrer Familie. Gänzlich aus dem Schneider ist sie aber noch nicht: Noch immer könnten bis zu zwei Jahre Gefängnis auf sie zukommen…Aktuell erwartet sie weitere Informationen des Generalstaatsanwalts.

Via Beatport ließ Abdulhadi folgendes verlauten: “Ich bin sicher und wohlauf und möchte mich bei allen bedanken, die mich unterstützt und meine sofortige Freilassung gefordert haben. Ich bin überwältigt von der Hilfestellung meiner Musikerkollegen, Künstler, Aktivisten und der gesamten Musikgemeinschaft. Ich möchte mich bei jeder Person bedanken, die mir das Gefühl gegeben hat, dass ich so unterstützt werde. In diesem Moment möchte ich einfach nur Zeit mit meiner Familie verbringen.”

Wir wünschen ihr nur das Beste.

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Quelle: Trommel Music, Beatport