Anfang des Jahres machte der Berliner Szene-Club Griessmühle mit einem Hilferuf auf sich aufmerksam. Auf der Homepage des Clubs fand man eine Kampagne (inklusive Video), die darauf schließen ließ, dass man unmittelbar vor dem Aus stehe.

Diese Befürchtungen haben sich nun bewahrheitet, denn nach übereinstimmenden Berichten läuft der Mietvertrag der Griessmühle bereits Ende des Monats aus. Inhaber des Geländes, auf dem sich das ehemalige Industriegebäude befindet, sei demnach eine österreichische Aktiengesellschaft, dessen Investoren das Gelände nun neu gestalten wollen. Bedingt durch halbjährige Mietverträge, habe man jegliche Form von Planungssicherheit verloren, so David Ciura, der den Club vor rund acht Jahren eröffnet hatte.

Im Laufe der Jahre stand auch ein möglicher Kauf des Geländes im Raum. Entsprechende Kaufanfragen seien aber stets ignoriert worden, monieren die Griessmühle-Inhaber: „Was uns vor allem stört, ist, dass von uns vorgeschlagene Investoren nicht angehört werden, obwohl die zum Teil sogar bereit wären, mehr als den geforderten Kaufpreis für das Gelände zu zahlen“, so Ciura.

Hoffnung gibt es jetzt wohl nur noch wenig. Bisherige Versuche, mit den Verantwortlichen der Eigentümer einen Dialog auf die Beine zu stellen, scheiterten, so Michaela Krüger vom Griessmühlen-Team.

Selbst die Stadträte für Kultur und Stadtentwicklung, Kartin Korte (SPD) und Jochen Biedermann (Grüne) baten die “S Immo” der österreichischen Sparkasse mittlerweile um eine Vertragsverlängerung. Und auch Kultursenator Klaus Lederer (Linke) appellierte laut Angaben seines Sprechers in einem Brief an den Investor. Eine Antwort gab es offenbar noch nicht.

Und es gibt noch weitere politische Unterstützung. So forderte die CDU den Berliner Senat auf, dem Club kurzfristig einen neuen Standort zu suchen und in Absprache mit den Betreibern einen langfristigen Pacht-bzw. Erbbaurechtsvertrag zu schließen.

Und auch Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) stellt sich auf die Seite des Clubs:

Wir hoffen, dass sich das Blatt womöglich doch noch zum Guten wendet und die Griessmühle zumindest ein neues Zuhause findet.

Quelle: rbb24, Tagesspiegel

 

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