robin schulz coverRobin Schulz – so viel Hass – so viel Liebe. Am vergangenen Freitag ist das Debütalbum des Osnabrückers Robin Schulz erschienen. Es ist kein klassisches Artist-Album sondern eine Ansammlung von Hits, Remixes und Kollaborationen. Unter den 20 Stücken finden sich diverse Nummer-1-Erfolge aus Deutschland und dem europäischen Ausland wie z.B. Schulz‘ „Waves“-Edit oder sein Remix von „Prayer In C“ sowie die neueste Single, bei der Robin Schulz den ‚Rapper‘ Alligatoah housemäßig aufgepeppt hat.
Alles gut sollte man meinen. Wir haben ein Interview mit Robin gemacht und dabei festgestellt, dass es sich bei ihm um einen schüchternen jungen Menschen handelt, der seinen großen Erfolg selbst kaum fassen kann. Denn er macht einfach nur das, worauf er Lust hat. Allerdings schlägt ihm neben viel Anerkennung sehr viel Ablehnung entgegen. Jetzt könnte man sagen, das ist natürlich immer so, wenn jemand aus dem musikalischen Genre ‚elektronische Tanzmusik‘ großen kommerziellen Erfolg hat, aber in diesem Fall hat mich der Grad der Ablehnung dazu bewogen, hier einmal nachzufassen. Was ist schlimm daran, mit – eventuell teilweise gleichförmiger – House-Musik Geld zu verdienen? Bei Wankelmut hat es doch auch niemanden gestört? Ist Schulz‘ androgyner Look, der mich persönlich an frühe Kid Alex / Boys Noize-Bilder erinnert Schuld daran? Kommt er zu glatt rüber? Oder ist es die Ansammlung der Erfolge, die hier übel aufstößt? Bei Wankelmut war es ja nur ein Riesenhit bislang und einige Achtungserfolge im Anschluss.


Wie kommt es, dass 24 unserer Facebook-Follower einen Kommentar zu dem Interview mit Robin Schulz mit dem Inhalt: „Wenn ich sein Bild sehe, muss ich gleichzeitig kotzen und scheißen“ liken?

Wieso postet ein bekannter Hamburger DJ und Diynamic-Act: „So ein Robin Schulz Track wär mir im Schlagerprogramm meiner Großeltern auf Alsterradio früher auch nicht weiter aufgefallen….“

Was läuft falsch in Techno-Deutschland? Ist der Markt mittlerweile so hart umkämpft, dass man dem ‚Kollegen‘ absolut nichts mehr gönnt? Ist es Neid? Oder ist es die Enttäuschung über den eigenen ‚Nicht-Erfolg‘? Klärt mich auf. Ich bin ein wenig überfragt.

Nicht, dass ihr mich falsch versteht: Ich bin weder mit Robin Schulz verheiratet noch verschwägert. Ich führe auch keine sexuelle Beziehung mit ihm und nehme auch nicht mit ihm Drogen. Ich finde es auch nicht cool, mit Sonnenbrille im Club aufzulegen.

Ich bin einfach nur neugierig. Man kann Musik Scheiße finden. Wenn man viel Radio hört, ist das sogar ziemlich leicht. Aber muss man deswegen gleich persönlich werden? Ist House der neue HipHop mit Diss-Attitüde galore?

Vielleicht könnt ihr es mir erklären.

Euer Sven

 

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