Kennt ihr „In Der Weite“ von Schiller? Hab ich mir gedacht. Ein Titel, der 2008 auf dem Album „Sehnsucht“ veröffentlicht wurde. Eine klassische Komposition, die das Zeug dazu gehabt hätte, in einem eposalen Hollywood-Streifen als musikalische Untermalung zu dienen. Rund 13 Jahre später – am 29. Oktober 2021 – releast Christopher von Deylen alias Schiller eine Art Nachfolger. Ein episches Meisterwerk, das unter dem Sternchen „Electronic meets Orchestra“ steht. Dies ist zugleich die Quintessenz des neuen Albums „Epic“. Und soeben ist auf YouTube der erste Titel „Feel The Dragon“ verfügbar geworden.

Für das Album hat Schiller mit einem 40-köpfigen Orchester zusammengearbeitet, bestehend aus internationalen Musikern. Er verbindet selbstkomponierte Orchester-Arrangements mit elektronischen Klangsymbiosen, Beats und Basslines. Mal. Nicht immer. Aufgenommen wurde „Epic“ in den Wiener Synchron Stage Studios, in denen bereits auch Hans Zimmer und Herbert von Karajan gewirkt hatten. „Ich versuche ständig, mit meiner Musik neue Felder zu erkunden und stilistische Brücken zu bauen, wo es noch keine gibt“, so Christopher von Deylen über den Modus Operandi, dem auch sein neues Album zugrunde liegt. „Mit 40 kreativen Künstlern zu arbeiten, war eine ganz besondere Erfahrung“, so Schiller rückblickend. „Obwohl es Soundbibliotheken mit hervorragenden Samples gibt, sind echte Instrumente zum Glück nicht zu ersetzen. Man spürt deutlich diese besondere Energie, die wir auch auf der Platte einfangen konnten. In diesem riesigen Raum voller kollektiver Schöpfungskraft zu stehen, hat mir sofort eine Gänsehaut bereitet. Da ich auch die Orchester–Arrangements gemacht habe, war ich wirklich nervös. Doch schon nach zehn Sekunden war klar, dass dieses einmalige Abenteuer das Wagnis wert war.“


Eingefleischte Schiller-Fans wird „Epic“ an „Opus“ erinnern. „Opus“ erschien 2013 und war eine Hommage an klassische Meisterwerke, wie beispielsweise den „Schwanensee“. Es folgte die Live-Version „Symphonia“, aufgenommen 2014 auf dem Berliner Gendarmenmarkt. Letztes Jahr wandelte Christopher von Deylen mit seinem Realnamen erneut auf klassischen Spuren, denn auf dem Album „Colors“ trafen Piano-Klänge auf Electronic-Sound. 2021 nun also „Epic“,  das natürlich in Dolby-Atmos-Surround-Sound erscheint. Und natürlich gibt es das Album wieder in diversen Editions. Angefangen bei der 2-Disc-Version über die 180-Gramm-Vinyl-Edition bis hin zur Blu-ray mit umfangreichem Special- und Bonusmaterial.

Zwölf zeitlose Stücke, auf denen Fantasy mit Fiction und Klassik mit Pop zu einem opulent inszenierten Ganzen verschmilzt. Jeder Track ein in sich abgeschlossener Kopfkino-Clip mit Gänsehaut-Garantie. Und hier könnt ihr euch selbst testen: Guckt euch das unten angehängte Video zu „Feel The Dragon“ an, und solltet ihr bei Minute 02:17 noch keine Gänsehaut haben … dann tut ihr mir leid, ohne böse klingen zu wollen. Aber der Song, der mithilfe der modernsten State-Of-The-Art-Technik im Dolby Atmos-Surround-Sound auf insgesamt zwölf Kanälen aufgenommen und abgemischt wurde, sorgt doch definitiv mal für ein wahrlich atemberaubendes Klangergebnis in authentischem Leinwand-Feeling. Oder etwa nicht?

„Meine ersten Erfahrungen mit Filmmusik habe ich schon sehr früh gemacht“, so Christopher von Deylen über die Vorgeschichte von „Epic“. „In Gestalt von Tangerine Dreams Elektronik–Album `Sorcerer`. Erst viel später fand ich heraus, dass das ein Soundtrack ist. Die Songs lösten auch ohne Film eine wahre Bilderflut in mir aus. Mir wurde klar, was für eine unfassbare Kraft Filmmusik auch ohne Bilder entwickeln kann. Seither finde ich es spannend, mit den verschiedensten Emotionsebenen der Musik zu experimentieren.“

Experiment gelungen!

Bevor ihr euch die erste Single-VÖ anschaut, sei noch erwähnt: Die letzte Minute beschäftigt sich mit dem Preview des Albums. Unbedingt also von vorne bis ganz zum Schluss ansehen.

 

 

(C) Foto: Annemone Taake