„Schlag ins Gesicht”: Party von BMG trotz Hygienekonzept und Genehmigung aufgelöst

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Vergangenes Wochenende gab es in Wöllstein Ärger zwischen DJ Oliver Beez und dem Ordnungsamt. Der Geschäftsführer von Brachiale Musikgestalter veranstaltete am 28. August in der Katzensteiner Mühle bei Wöllstein die Party „Ein toller Tag mit BMG and Friends“, die zuvor in Zusammenarbeit mit der zuständigen Behörde der Gemeinde und dem Besitzer der Location geplant, und vor allem auch von dieser genehmigt wurde. Die Party hatte zudem ein ausreichendes Hygienekonzept.

Warum wurde die Party dann also aufgelöst? Die Antwort auf die Frage scheint gerade zu skurril, um wahr zu sein: Beez hatte die Genehmigung nicht auf Papier, sondern nur als E-Mail dabei. „Die Veranstaltung wurde in enger und angenehmer Zusammenarbeit mit der zuständigen Behörde der Gemeinde und dem Besitzer der Location genehmigt. Das sagte ich den Beamten Herrn C. vom Wöllsteiner Ordnungsamt und Herrn G. von der Polizei Alzey auch. Doch die zwei Beamten waren nicht gesprächsbereit und allein deshalb endete die Party so abrupt.“ Zudem, so der DJ, kam dann auf einmal noch ein neues Argument der Beamten hinzu: Die Party sei zu laut und es habe in den umliegenden Ortschaften Lautstärke-Beschwerden gegeben. Dass in solch einem Fall vorher erst eine Ermahnung an den Veranstalter geht, wurde hier ignoriert.

Die Beamten überprüften außerdem weder das Hygienekonzept, noch verhielten sie sich „pandemiegerecht“, so trugen sie laut Oliver Beez keine Masken und hielten kaum Abstand zu den Feiernden. Zudem kritisiert Beez das Verhalten der Polizei: „Mit etwa fünf Einsatzwägen, Hunden und einer Menge Einsatzkräften schüchterten sie die friedlich feiernden Gäste ein, die einfach nur wieder ein Stück Normalität in dieser schwierigen Zeit erleben wollten. Nicht einmal dem Türpersonal sagten sie anständig Guten Abend.“

Nach einem Gespräch mit der Verwaltungsbehörde des Orts räumte der Behördenleiter zwar einen Verwaltungsfehler ein und versprach die Zusammenarbeit für das nächste Event – später kam es mit den Beamten vom Samstag zuvor allerdings erneut zur Auseinandersetzung, bei der sich sogar der Bürgermeister einklinkte, und drohte, die kommende Veranstaltung von Beez nicht genehmigen zu lassen.

Das Problem bei dieser Geschichte laut Oliver Beez: „Beamte und gewählte Volksvertreter handeln hier nicht nach gesetzlichen Maßgaben – Genehmigungen lagen ja vor, beziehungsweise werden für den 18. September eingereicht -, sondern aus persönlichen Beweggründen. Damit schaden sie jedoch nicht nur mir, gegen den sich ihr Groll ja richtet, sondern auch meinen DJ-Kollegen und den regionalen Unternehmen, die in die Veranstaltungen eingebunden sind und mit mir in kürzester Zeit ein tolles Event auf die Beine gestellt haben. In meinen 19 Jahren in der Eventbranche habe ich so etwas noch nie erlebt.”

Der DJ möchte nun seinen Anwalt einschalten und Zivilklage einreichen.

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