alex smoke
Necropolis
Die Necropolis, was wörtlich übersetzt „Stadt der Toten“ heißt, ist ein viktorianischer Friedhof an der Glasgow Cathedral im Osten der Stadt. Da der Friedhof auf einem Hügel liegt, bekommt man einen großartigen Blick auf die Stadt und die uralte Kathedrale, was ihn zu einem guten Platz für einen Spaziergang macht. Ich lief dort vor Kurzem einem Freund über den Weg, der meinte, dass er gerade die freimaurerischen Verbindungen untersucht – der Ort trägt also auch diese intrigante Ader in sich. Es ist sehr atmosphärisch dort, vor allem bei Sonnenaufgang oder -untergang.


Rubadub
Ich könnte keinen Artikel über meine Lieblingsplätze in Glasgow schrei- ben, ohne meinen liebsten Plattenladen zu erwähnen! Rubadub ist die Inkarnation der Musikszene in Glasgow und hat sich zudem zu einem guten Equipment-Laden gemausert. Das ist natürlich ein Segen und ein Fluch zugleich, da ich jetzt dazu verführt bin, nicht nur neue Vinyls zu kaufen, sondern auch Unmengen von neuen Synthesizern und Eurorack-Modulen. Warum diese Geschäfte so wichtig sind, ist offensichtlich: Wenn man Hilfe oder Input irgendeiner Art braucht, sind die Angestellten alle freundlich und freuen sich, wenn sie einem helfen können.

No Way Back
Das ist mein liebster kleiner Essensladen, der von einem anderen Musiker betrieben wird: Kenny von Dixon Avenue Basement Jams. Er ist genau zwei Straßen von meinem Haus entfernt. Sie haben sich auf Street Food in allen Varianten sowie universellen Kaffee und Irn-Bru* spezialisiert. Alle Specials sind nach verschiedenen Musikern benannt. Letzte Woche gab es den Macmaster als Hommage an Jackmaster, der in bester Glasgower Doppel-Carb-Manier aus Chorizo Makkaroni in einer Rolle bestand. Meine Favoriten sind jedoch die italienische Ribollita und der thailändische Salat. No Way Back ist ein Beispiel dafür, wie Menschen etwas für sich machen und damit Erfolg haben, abseits des normalen Alltagstrotts. Ich mag das.

Mugdock Country Park
Außerhalb Glasgows gelegen, ist das mein liebster Platz zum Spazieren. Es ist genau genommen ein Stück unveränderte Landschaft, in die ein betreuter Park geworfen wurde, damit es so aussieht, als wäre man wirklich in der Natur und nicht nur in einem ordentlich gehaltenen Feld. Es gibt dort erstaunlich alte Bäume, zwei Burgen und circa 35 Milliarden Midges (kleine Moskitos). Ich gehe oft dorthin, um zu wandern oder ein Buch zu lesen. Menschen brauchen die Natur, es erfrischt uns mental, wenn wir ein paar Stunden draußen sind – auch wenn es 90 Prozent der Zeit regnet.

GFT
Das Glasgow Film Theatre ist ein Kunstkino, das es schon seit 1939 gibt. Es ist nun eines von nur noch zwei unabhängigen Kinos in Glasgow. Es hat immer noch den Charme eines alten Kinos, dunkles Holz und samtige Vorhänge. Es ist das einzige Kino, dass Art House, ausländische Filme und Filmfeste zeigt, weshalb es wichtig für alle ist, die Filme mögen. Die großen Kinos zeigen nur noch ausgefurzte Produktstreifen, die sich an Leute mit dem geistigen Kaliber eines Donald Trump richten. Das GFT hingegen bietet auch oftmals Reden und Einführungen zu den Filmen, was ihnen eine größere Relevanz gibt. Der beste Moment für mich war, als Aidan Moffat halbbetrunken eine Erklärung zu „The Omen“ abgab. Außerdem fand im GFT die Premiere meines Soundtracks zu Faust statt, dafür bin ich dankbar.

Alex Smokes neues Album „Love Over Will“ erscheint am 22. Januar auf R&S Records.

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www.alexsmoke.com

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*koffeinhaltiger Softdrink 
Foto Alex Smoke: Tom Schofield
Foto Glasgow: Wikipedia