In einer neuen Studie wurde die Behandlung von Alkoholismus mit Ecstasy untersucht. Professor David Nutt vom Imperial College in London hat mit seinem Team 14 Alkoholiker mit Ecstasy behandelt.

In zwei von zehn Psychotherapien wurde den Probanden die Droge verabreicht. Zuerst bekamen die Patienten jeweils 125 mg MDMA und etwa zwei Stunden später erneut 62,5 mg. Ein Grund für die Wahl von MDMA ist, dass die Partydroge die Amygdala (also den Teil des Gehirns, der für Emotionen zuständig ist) unterdrücken kann.

Man hofft, dass die Patienten ihre Ängste und schlechten Erfahrungen vergessen, was sie häufig zum Trinken bewegt. Nutt ist der Meinung: „Diese klinische Studie unterstützt die Erfahrung vielen leitenden Köpfen in der Psychotherapie. Man geht davon aus, dass diese psychedelischen Behandlungen, inklusive MDMA, Potential haben, geistige Gesundheitsprobleme zu behandeln. Dadurch lassen sich signifikant bessere Ergebnisse für viele Patienten erzielen.“

Die Studie wird im Journal of Psychopharmacology veröffentlicht und folgt eine ähnlichen Studie aus dem Jahr 2019. Es ist nicht das erste Mal, dass MDMA zur Behandlung von geistigen Gesundheitsprobleme verwendet wird. Australische Forscher halten die Droge auch für brauchbar in der Behandlung für Leute, die mit dem Lockdown zu kämpfen haben.

Der medizinische Gebrauch von psychedelischen Drogen wird immer beliebter. LSD wurde ebenfalls 2019 zur Behandlung von Alkoholismus in einer Studie angewendet. In New York wird sogar ein Zentrum für Psychedelische Medizin für zehn Millionen Dollar eröffnet.

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