Studie: Jeder zweite Deutsche bricht Festivalbesuch vorzeitig ab

Studie: Jeder zweite Deutsche bricht Festivalbesuch vorzeitig ab

Eine neue Studie stellt fest: Mehr als jeder zweite Deutsche bricht den Festivalbesuch vorzeitig ab. Grund seien vor allen Dingen Dehydrationsprobleme bei heißem Sommerwetter – eine unterschätzte Gefahr.

Es sind erschreckende Zahlen, die sowohl eingefleischten Ravern als auch Festival-Neulingen zu denken und Anlass zur präventiven Vorsorge und Festivalveranstaltern Anlass zur Aufklärung geben sollten. Laut einer Studie, die vom Marktforschungsinstitut Appinio zusammen mit air up durchgeführt wurde, mussten mehr als die Hälfte der 1000 Befragten bereits einen Festivalbesuch aufgrund von Dehydrierung vor Ende des Festivals abbrechen. Knapp 60 Prozent der an der Studie teilnehmenden Probanden hätten, laut Studie, deswegen schon mindestens einmal ihren favorisierten Act verpasst. Gerundet 43 Prozent kannten andere Menschen, die bereits Dehydrationsfälle auf Festivals erlebt hätten. Knapp 57 Prozent achteten während Festivals nicht auf eine genügende Wasserzufuhr.

Zu den Gründen der Dehydration auf Festivals zählen neben Hitze, einer hohen körperlichen Aktivität und einer zu geringen Wasseraufnahme der verstärkte Konsum von Alkohol. Besonders betroffen seien Besucher, die mehrere Tage auf Festivals verbrachten, einhergehend mit viel Bewegung und wenigen Erholungsphasen. Die Folgen: von Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zu lebensbedrohlichen Umständen. Siena Cid, Gesundheits- und Ernährungsexpertin bei air up: „Es ist zwingend notwendig, über die Gefahren während langersehnter Festivalbesuche aufzuklären und über praktische Handlungsempfehlungen zu informieren – so zum Beispiel den Hinweis, regelmäßig schattige Plätze aufzusuchen und genügend Wasser zu trinken.“

Im Gegensatz zu den Festivalaktivitäten stünde der Fakt, dass die befragten Besucher in ihrem normalen Alltag eigentlich auf eine ausreichende Wasserzufuhr Acht gäben: Etwa 66 Prozent tränken bis zu drei Liter Wasser am Tag. Diese Routine würde beim Festivalbesuch über Bord geworfen. Daher fordert Lena Jüngst, Co-Founderin von air up: „Die teils hohen Preise besonders für abgefülltes Flaschenwasser auf Festivals sind ein ernstzunehmendes Problem. Veranstalter:innen sollten unbedingt in Betracht ziehen, mehr kostenlose oder kostengünstige Wasserspender bereitzustellen, um allen Besucher:innen ein gefahrloses und gesundes Festivalerlebnis zu ermöglichen.“ Eine Maßnahme, die sicherlich viele Festivalbesucher begrüßen dürften und die bei einigen Festival bereits eingeführt wurden ist.

Die Studie gab auch weitere Tipps für euren nächsten Festivalbesuch mit auf den Weg: ausreichend und regelmäßig Wasser trinken (zwei bis drei Liter pro Tag), den Alkoholkonsum runterschrauben und zwischen jedem alkoholischen Getränk einen halben Liter Wasser trinken, Sonnenschutz und Kopfbedeckungen tragen sowie regelmäßige Schattenpausen. Zudem solle man auf die Farbe des Urins achten. Dazu liefern die Auftraggeber der Studie direkt einen Online-Pee-Guide mit, den ihr hier findet.

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