2010 starteten die gebürtigen Mainzer Christian Samjol und Pascal Klank das DJ-Duo Teenage Mutants, das es in den Jahren darauf ziemlich flott zu einer steilen Karriere gebracht hat. Nach einer fünf Jahre andauernden Trennung sind die Freunde mittlerweile wieder als Duo unterwegs und versorgen die Dancefloors mit ihren Sets. Letztes Jahr spielten sie unglaubliche 130 Mal rund um den Technoglobus. Ob in São Paulo, Sydney oder Singapur, die Mutanten legen in den gefragtesten Clubs auf. Veröffentlichungen gab es bisher auf Labels wie Suara, Ultra, Bunny Tiger, Katermukke, Nervous oder eben Stil vor Talent, dem Label von Oliver Koletzki, auf dem vergangenen Monat auch der erste Teil ihres Debütalbums releast wurde. Das Album trägt den Titel „In Search Of The End“ und erscheint in zwei Teilen mit jeweils sieben Tracks. Mit ihren neuen Kompositionen bewegen sich Teenage Mutants lieber im Untergrund – weg von Mainstream und Storytelling. Die Entscheidung, das Werk in zwei Teilen zu präsentieren, fiel zusammen mit dem Label-Owner; der noch fehlende Part feiert sein Debüt am 12. Juli und birgt Tracks wie „Organica“, „Hype“ und „Effect“. Alex Stein, Heerhorst, Sezer Uysal und Metodi Hristov haben den befreundeten Künstlern dabei geholfen, die Tracks zu etwas ganz Besonderem zu machen. Wir haben uns mit den Jungs unterhalten, um mehr zu erfahren.

Das Produktionslager wurde in Hamburg aufgeschlagen, wo Heerhorsts Heimstudio haust – eine Spielwiese für Musiker, vollgestopft mit analogen Instrumenten. „Der Grundton unseres Albums ist Techno, begleitet von vielen Melodien und Synths. Mal geht es schneller zu, mal wird es entspannter. Jedoch ist alles tanzbar, wir wollen keine Musik fürs Radio produzieren. Unser Sound soll in Clubs oder auf Festivals gespielt werden“, so beschreibt Chris die Musik des Duos. Der Stil befindet sich in einem kontinuierlichen Wandel und lässt viele verschiedene Eindrücke zusammentreffen. Die housige Vergangenheit der beiden spiegelt sich in den melodischen Einschüben ihrer Produktionen wider. Eins ist jedoch sicher: Vom Techno möchten die beiden nicht mehr weg. Nachdem ihre EP „Running“ in den Top 10 der Techno-Charts gelandet war, war die Veröffentlichung eines Longplayers für sie wie auch für Koletzki nur eine Frage der Zeit. „2018 haben wir dann endlich die Ideen und den Mut gefunden, diesen Schritt zu wagen. Das war die beste Entscheidung überhaupt.“ Nach zehn Monaten, die viele Pausen und Tests beinhalteten, hatten sie das Ding dann endlich in der Tasche. Schon zu Schulzeiten fühlten sich Chris und Paco durch die Liebe zur Musik eng miteinander verbunden: „Elektronische Musik lässt Menschen, Emotionen und Liebe miteinander verschmelzen. Es ist das beste Gefühl überhaupt, wenn du einen Track mit einem emotionalen Break spielst und die Leute darauf abgehen.“ Auch in ihrer Heimatstadt hat sich die Techno- und Elektroszene in den letzten Jahren etabliert. „Mainz ist eine junge Stadt, was Techno angeht. Wir betreiben hier seit drei Jahren das In- und Outdoor-Festival ,Ein Tag Am Rhein’ – seitdem tut sich endlich was. Es gibt zwar auch einige Kollektive, die Partys veranstalten, jedoch ist die Angst vor einem hohen Investment zu groß. Mit einer Vergnügungssteuer von 20 Prozent setzt die Stadt dem Ganzen oftmals ein Ende.“ Klar ist für beide: Sie wollen weiterhin zusammen Musik machen, denn „Reisen macht allein nur halb so viel Spaß“ – ein Ende ist also noch lange nicht in Sicht.

 

Aus dem FAZEmag 089/07.2019
Text: Sofia Kröplin