Loveparade 2010 in Duisburg – Bild von Arne Müseler


Knapp 1.000 Tage ist es jetzt her, dass am 24. Juli 2010 das Loveparade-Unglück eine weltweite Bewegung in den Grundfesten erschütterte. Aber auch heute noch herrscht Unklarheit über die Schuldfrage und zur Rechenschaft gezogen wurde bis auf den damaligen Duisburger Oberbürgermeister Sauerland auch noch niemand. Dieser Tage haben sich 16 Hinterbliebende mit einem Schreiben an die Duisburger Staatsanwaltschaft gewandt und darin die Dauer der Ermittlungen und deren Undurchsichtigkeit kritisiert.

Gestern hat sich Oberstaatsanwalt Bernhard Englisch zu diesen Vorwürfen geäußert. Die Ermittlungen seien weit fortgeschritten, so Bernhard Englisch. Die Sorge der Hinterbliebenen sei zwar verständlich, inhaltlich aber unbegründet.

Die Komplexität des Sachverhalts habe einen Abschluss der Ermittlungen bislang nicht zugelassen, so die Staatsanwaltschaft. Ein Team von Staatsanwälten arbeite nach wie vor mit Hochdruck an der strafrechtlichen Aufarbeitung des Geschehens. So seien fast 3500 Zeugen vernommen worden, allein die Hauptakten umfassten rund 30 000 Blatt. Hinzu kämen mehr als 800 TB Daten und knapp 1.000 Stunden Videomaterial. Ein Gutachten eines Sachverständigen zu den Ursachen des Gedränges sei noch nicht abgeschlossen. Es liege nicht an der Staatsanwaltschaft, dass die Anwälte der Geschädigten noch keine Akteneinsicht erhalten hätten.

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