©anna.k.o.-TheDas_01


„Wenn man erstmal bekannter ist, dann entsteht dieser Rhythmus aus Plattenmachen und Touren ziemlich schnell. Wir brauchten einfach eine Pause von dem Dasein als Band, und wir brauchten Abwechslung, um musikalisch interessant zu bleiben“, erklärt Fabian Fenk. Er ist Frontmann des Berliner Duos The/Das, das durch zwei Veröffentlichungen auf dem italienischen Dance-Label Life and Death erstmals auf sich aufmerksam machte – Kollaborationen mit Labelmates wie Tale Of Us, Mind Against und Clockwork inklusive. Mitte August erschien das Debütalbum „Freeze“, allerdings nicht auf dem italienischen Imprint, sondern auf Sinnbus Records.

Während der ungewöhnliche Bandname bewusst Raum für eigene Interpretationen lässt, sind die beiden Musiker dahinter keine Unbekannten: Als Trio Bodi Bill veröffentlichten Fabian Fenk und Anton Feist gemeinsam mit Alex Stolz bis 2011 diverse Tonträger via Sinnbus, darunter drei Alben. Die Mischung aus Electronica, Folk und einer gehörigen Portion Pop kam bei Fans und Kritikern gut an. Dennoch begann man, sich nach dem letzten Werk „What?“ neu zu orientieren. Fabian nennt das sich ständige Wiederholen von altbekannten Prozessen innerhalb einer Band als einen der Gründe für die Pause von Bodi Bill. Er spricht von den Einschränkungen, mit denen man immer wieder konfrontiert gewesen sei, aber auch davon, dass man nach drei Platten „ja einfach auch schon ein paar Sachen gesagt hat“. Dennoch war keineswegs klar, dass man als Duo weitermachen würde: „Wir haben gedacht, jetzt würde jeder erst einmal solo weitermachen, sich entwickeln und die neuen Freiheiten genießen.“ Was dann kam, hat sich einfach so ergeben – sogar die musikalische Richtung. „Es gab seinerzeit schon den Kontakt zu Matteo (Tale Of Us) und dadurch zu vielen weiteren Leuten aus dem Umfeld von Life and Death. Zuerst habe ich noch relativ viel mit denen alleine gemacht. Dann kam irgendwann auch Anton mit ins Boot, und wir fingen an, als Team zu arbeiten.“ Trotzdem wurde The/Das lange eher als Projekt, denn als Band verstanden. „Was wir erst einmal genossen haben, das war die Möglichkeit, mit den verschiedensten Leuten kollaborieren zu können. Bei Bodi Bill gestaltete sich das zu dritt immer etwas schwieriger“. Mit der Zeit entstand der Wunsch, doch wieder als Band zu arbeiten und damit einhergehend ein Album zu produzieren. „Lustigerweise haben wir schließlich das Bandleben, gemeinsam auf der Bühne zu stehen, vermisst. Das finde ich schon überraschend, wir waren ja nie so berühmt, dass man uns die Verstärker getragen hätte. Als Band hast du natürlich ein völlig anderes Leben, als wenn du in diesem Technouniversum unterwegs bist. Du wirst nicht eingeflogen, und d zahlst alles selbst. Und trotzdem kam dann der Wunsch auf, wieder mit Band, Crew, Lichtshow usw. durch die Gegend zu fahren. Ich glaube, dieses Band-Ding steckt einfach in uns“, lacht Fabian. Und eben das spiegelt sich auch in dem Bedürfnis, ein Album aufzunehmen, wider: „Seit ich ein Kind war, habe ich den Wunsch, ein richtig gutes Album zu machen. Ich denke, Anton geht es da nicht anders. Den Wunsch, dieses Medium zu nutzen und mit verschiedenen Elementen zu füllen, so dass am Ende etwas Rundes, in sich Geschlossenes dabei herauskommt. Das gibt es natürlich auch im Life and Death-Universum, aber ich glaube, aber etwas komplett Elektronisches zu machen, ist nicht unbedingt unsere Stärke.“

Als einmaligen Abstecher in andere Kreise, wie Fabian das Umfeld von einst nennt, will er die beiden EPs allerdings nicht verstanden wissen: „Wir haben genug Material, arbeiten parallel auch an anderen Stücken, und ich persönlich könnte mir auch vorstellen, bei Life and Death ein Album zu veröffentlichen.“ Ein Album für das italienische Label wäre jedoch ein anderes geworden, so glaubt er. Und er führt an, dass man, als man sich damals die Fragmente der letzten Arbeiten anhörte, einig darüber war, dass etwas anderes her müsse. „Freeze“ ist dieses angesprochene runde Album. Von vorne bis hinten. Die Bandwerdung gipfelt in der Vollendung des Debüts. Zeichneten sich die Life and Death-EPs noch durch eine technoide Instrumentierung aus, bewegt sich diese jetzt hin zum Organischen. Der Pop ist zurück, mit Melancholie, aber ohne Kitsch. Fabians unverkennbarer Gesang ist in den Vordergrund gerückt. Live werden The/Das zum Quartett anwachsen. Neben ihrem langjährigen Wegbegleiter Thomalla werden wahlweise die Schlagzeuger Jörg Wähner (Apparat) oder Gunnar Spieß (Mia.) dabei sein. Auf dem Live-Programm stehen vor allem Stücke des neuen Albums, dazu noch ein paar alte Nummern. Doch auch auf die eher cluborientierte Tracks muss nicht verzichtet werden. Wie Fabian erwähnt, ist zudem eine separate DJ/Live-Tour als Duo in Planung. Er selbst arbeitet zudem gerade mit Tale Of Us an deren Album. „Außerdem bereiten wir als The/Das eine spezielle Boiler Room Mexico Edition vor, was natürlich ein bisschen absurd ist, da unser Studio direkt neben dem Boiler Room Berlin ist. Aber manchmal muss man wohl in die Ferne schweifen. Außerdem haben wir gerade einen Remix für unsere Labelkollegen Hundreds angefertigt. Und dann helfe ich Matteo mit einem Remix für SOHN, mal schauen, wie der wird. Ende des Jahres machen wir unsere eigene Remix-EP mit unseren italienischen Kumpels Clockwork, Mind Against etc. Und vielleicht wird auch noch was mit Dixon passieren … “ / Kevin Goonewardena

 

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