
Die Nation of Gondwana, seit 1995 fester Bestandteil der Techno- und Festival-Landschaft, ist für viele Fans mehr als nur ein Festival – sie gilt als dreitägige Utopie zwischen Natur, Musik und visueller Kunst. Doch der Traum vom hedonistischen Ausnahmezustand kostet: Rund 2,5 Millionen Euro beträgt mittlerweile das Gesamtbudget der Veranstaltung. Einer der Gründer, Markus Ossevorth, erklärte im Gespräch mit dem Tagesspiegel, die Ausgaben hätten sich seit 2019 mehr als verdoppelt. Das macht sich auch bei den Ticketpreisen bemerkbar.
Besonders stark gestiegen seien die Kosten für Logistik und Infrastruktur. Transporte, Kraftstoffe und Baumaschinen seien laut Ossevorth heute bis zu 178 Prozent teurer als noch vor fünf Jahren. Auch beim Personal habe man nachlegen müssen – sowohl in puncto Anzahl als auch Bezahlung. Niemand solle unter Bedingungen arbeiten, von denen man nicht leben könne, so Ossevorth sinngemäß.
Aena Spitz, künstlerische Leiterin der Nation of Gondwana, verwies zudem auf den gestiegenen Aufwand im kreativen Bereich: Lichtkonzepte, DJ-Gagen und Bühneninstallationen würden inzwischen 171 Prozent mehr Kosten als zu Beginn verursachen. Auch Klimaanpassung spiele eine zunehmende Rolle. Nach Beschwerden über fehlenden Schatten auf dem Hauptfloor habe man für über 67.000 Euro ein neues Schattendach-Konzept umgesetzt.
Im Unterschied zu großen Festivals wie der Nature One, die Sponsoren einbindet, verzichtet die Nation bewusst auf Werbung. Die Idee sei, drei Tage lang eine Realität ohne Markenpräsenz zu schaffen, betont Spitz. Damit wahre man nicht nur die Atmosphäre, sondern auch die Unabhängigkeit.
Gleichzeitig bleibe die Frage, was das Publikum noch bereit ist zu zahlen. Ein reguläres Ticket kostet rund 210 bis 230 Euro: das ist im Vergleich zwar durchaus durchschnittlich, bedeutet jedoch auch eine Verdoppelung der Ticketpreise seit 2019.
Quelle: Tagesspiegel
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