
Für viele gilt das Berghain als mythenumrankter Sehnsuchtsort des globalen Nachtlebens. Für Felize, 20 Jahre alt und Rollstuhlfahrerin, ist es schlicht ihr Lieblingsclub. In einem viel beachteten TikTok-Video, produziert von der Deutschen Welle, zeigt sie, dass sich hinter den dicken Betonmauern nicht nur musikalische Ekstase, sondern auch ein Maß an Barrierefreiheit verbirgt, das viele Clubs vermissen lassen.
„Es gibt dort einen Fahrstuhl – und sogar rollstuhlgerechte Toiletten“, erklärt Felize strahlend in die Kamera. Details, die selbst Szenegänger überraschen dürften. Denn der Zugang zur Clubkultur ist für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oft noch immer mit Hürden gepflastert: „Man kommt nicht auf die Tanzfläche, weil es keine Rampen gibt, oder findet keine geeignete Toilette“, erzählt sie. Ein Problem, das rund 1,6 Millionen Rollstuhlnutzer allein in Deutschland betrifft.
Geboren in einer Kleinstadt in Sachsen, lebt Felize mittlerweile in Berlin – und hat ihre Leidenschaft fürs Feiern nie aufgegeben. Auch wenn sie für ihren Clubbesuch gelegentlich Umwege in Kauf nehmen muss, etwa wenn an Bahnhöfen die Aufzüge außer Betrieb sind. Umso wichtiger sei es, dass zumindest im Club selbst Inklusion gelebt werde. „Im Berghain habe ich nicht das Gefühl, ständig bewertet zu werden“, sagt sie. Die oft zitierte Strenge an der Tür scheint hier paradoxerweise für mehr Offenheit zu sorgen.
Beim ersten Mal sei sie nervös gewesen – ob der Rollstuhl ein Ausschlusskriterium sein könnte. Doch die Sorge erwies sich als unbegründet. „Ich durfte einfach rein“, erinnert sie sich. Das Berghain sei ein Raum, in dem man sich verwandeln könne – oder einfach mal anders sein dürfe als draußen. Was genau dort passiert, verrät sie nicht. Nur so viel: „Was im Berghain passiert, bleibt im Berghain.“
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Quelle: Berliner Zeitung
Foto: Nono Fotos via Flickr
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