Trump auf Ecstasy – Achtung vor Pille mit PMMA

Trump

Donald Trump ist bekannt für markante Gesichtszüge. Diese offenbar auch in einer Form, die man besser nicht in den Mund nehmen sollte: In den Niederlanden sind Ecstasy-Pillen aufgetaucht, die das Gesicht des US-Präsidenten tragen. Das war allerdings nicht das erste Mal, dass Donnys Antlitz auf bunten Spaßmachern zu sehen war. Die aktuellen Pillen enthalten aber einen anderen Wirkstoff als MDMA.

Das niederländische Trimbos-Institut hat deshalb eine sogenannte „Red Alert“-Warnung herausgegeben. Mehrere der auffälligen Pillen wurden bei niederländischen Drogen-Teststellen abgegeben und untersucht. Dabei kam heraus: Die Tabletten enthalten eine hohe Konzentration von PMMA – einem Stoff, der dem bekannten Ecstasy-Wirkstoff MDMA ähnelt, aber deutlich tückischer sein kann.

Auf der Vorderseite prangt Trumps Gesicht, auf der Rückseite stehen die Buchstaben „NL“ und „Trump“. Die Pillen wurden zudem in unterschiedlichen Farben gefunden. Optisch ist also für Wiedererkennungswert gesorgt.

Chemisch sieht die Sache allerdings weniger unterhaltsam aus.

Das Problem kommt mit Verzögerung

PMMA wirkt ähnlich wie MDMA, setzt aber langsamer ein. Und genau darin liegt eine der größten Gefahren. Wer eine Pille nimmt und zunächst keine oder nur eine geringe Wirkung verspürt, könnte auf die denkbar schlechte Idee kommen, noch eine nachzulegen. Schließlich scheint die erste ja „nicht zu funktionieren“.

Das kann bei PMMA fatale Folgen haben. Wenn die Wirkung später einsetzt, kann bereits eine deutlich größere Menge des Wirkstoffs im Körper sein. Dadurch steigt das Risiko einer Überdosierung erheblich. Das Trimbos-Institut warnt unter anderem vor Übelkeit, starkem Herzschlag, Krampfanfällen und einer gefährlich hohen Körpertemperatur. Eine solche Überhitzung kann lebensbedrohlich werden. Die Pille hat also offenbar genau die Eigenschaft, die man sich von einer Pille auf einer Party am wenigsten wünscht: Sie lässt sich Zeit – und zwar zur falschen Zeit.

„Auf keinen Fall einnehmen“

Das Trimbos-Institut formuliert seine Warnung deshalb ungewöhnlich deutlich: Diese Pillen sollen auf keinen Fall eingenommen werden. Das Problem ist dabei nicht nur PMMA. Der Fall zeigt auch ein grundsätzliches Risiko des illegalen Drogenmarktes. Von außen lässt sich einer Tablette nicht zuverlässig ansehen, was tatsächlich in ihr steckt. Dieses Problem kennen wir ja bereits von unseren Drogenwarnungen.

Ein Logo, eine Farbe oder ein bekanntes Motiv sind nun mal leider kein Beipackzettel. Heute trägt die Pille ein prominentes Gesicht, morgen vielleicht ein Tier oder ein Comicmotiv. Was sich darin befindet, entscheidet allerdings nicht der Designer der Tablette, sondern die chemische Zusammensetzung. Und die kann erheblich vom Erwarteten abweichen.

Bisher keine bekannten Opfer

Bei aller Dramatik gibt es auch eine wichtige Information: Bislang sind dem Trimbos-Institut keine Fälle schwerer Erkrankungen oder Todesfälle bekannt, bei denen PMMA im Blut von Betroffenen nachgewiesen wurde. Die Warnung erfolgt trotzdem, weil die untersuchten Tabletten eine sehr hohe Konzentration des Stoffes enthielten und damit ein erhebliches Risiko darstellen.

Die Behörden wollen mit der Warnung außerdem gerade zur Festival- und Veranstaltungssaison möglichst viele Menschen erreichen. In den Niederlanden ist Ecstasy zwar illegal, wird aber insbesondere in Clubs und auf Musikfestivals vergleichsweise häufig konsumiert. Ein Regierungsbericht aus dem Jahr 2024 ging von rund 550.000 Menschen aus, die innerhalb eines Jahres Ecstasy konsumiert hatten.

Eine Pille ist kein Überraschungsei

Besonders problematisch ist, dass Konsumenten bei illegalen Drogen häufig nicht wissen können, welche Wirkstoffe tatsächlich enthalten sind. Die Trump-Pille sieht vielleicht aus wie ein politischer Gag. Der Inhalt ist allerdings kein Gag.

Genau deshalb spielt die Arbeit der niederländischen Drogen-Teststellen eine wichtige Rolle. Über das sogenannte DIMS-Netzwerk werden Substanzen untersucht. Die aktuellen Warnungen gehen auf Pillen zurück, die dort zur Analyse abgegeben wurden. Das Netzwerk verfügt in den Niederlanden über 34 Teststellen. So wurde überhaupt entdeckt, dass sich hinter dem auffälligen Design ein gefährlicher Wirkstoff verbirgt.

Wenn das Konterfei zur Warnung wird

Die Geschichte ist damit ein ziemlich ungewöhnlicher Fall von Markenwiedererkennung. Das Gesicht auf der Pille dürfte kaum jemand übersehen. Nur sollte man sich davon nicht täuschen lassen. Eine Ecstasy-Pille ist kein Produkt mit kontrollierter Zusammensetzung. Gerade bei auffälligen Tabletten kann das Design sogar eine falsche Sicherheit vermitteln: Wer das Motiv kennt, glaubt möglicherweise auch zu wissen, was ihn erwartet.

Doch genau das ist nicht garantiert.

Im aktuellen Fall wissen die Behörden immerhin, was sie entdeckt haben. PMMA in hoher Konzentration – und damit eine Substanz, die gefährlich werden kann. Deshalb lautet die wichtigste Botschaft diesmal nicht „America First“, sondern deutlich nüchterner: Finger weg von den Donny-Pillen.

Denn egal, wie prominent das Gesicht auf einer Pille aussieht – bei einer möglichen Überdosierung hilft auch ein Präsident nicht mehr weiter.

Quelle: zdfheute

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