Polizei gräbt massig Drogen auf dem Creamfields aus

Gasflaschen
Cheshire Police

Wer auf ein Musikfestival geht, nimmt normalerweise Zelt, Schlafsack, Sonnenbrille und vielleicht noch etwas Glitzer mit. Einige Besucher des Creamfields Festivals in England hatten offenbar eine etwas andere Vorstellung davon, was man auf dem Gelände für später deponieren könnte. Die Polizei hat auf dem Festivalgelände in Daresbury, Cheshire, nämlich eine größere Menge Drogen aus dem Boden geholt, noch bevor die ersten Besucher überhaupt angekommen sind. Und damit dürfte feststehen: Die wohl ungewöhnlichste Schatzsuche des Jahres ist eröffnet.

204 Gasflaschen und jede Menge Pillen

Bei einer Durchsuchung des Geländes fanden Spezialkräfte unter anderem rund 204 Behälter mit Lachgas, dazu größere Mengen Ecstasy, MDMA und Ketamin. Die Drogen waren teilweise in Taschen versteckt und im Boden vergraben worden. Besonders auffällig: Auf Fotos der Polizei sind unter anderem grüne Ecstasy-Tabletten zu sehen, die wie kleine Cornetto-Eislogos geformt sind. Damit wäre zumindest die Frage geklärt, welche Sorte Eis man auf dem Festival besser nicht bestellen sollte. Oder sollte. Je nach dem.

Die Polizei stellte die Funde im Rahmen sogenannter „präventiver Maßnahmen“ sicher. Spezialteams durchsuchten das Gelände bereits vor Beginn des Festivals. Und genau diese Suche dürfte für einige zukünftige Besucher eine ziemlich böse Überraschung bereithalten. Denn wer seine persönlichen Schätze Monate vorher im Boden vergraben hatte, könnte bei der Anreise feststellen, dass der eigene Schatz inzwischen einen neuen Besitzer hat. Die Polizei.

„Vielleicht liegt es ja noch da“

Das Creamfields Festival findet vom 27. bis 31. August in Daresbury statt. Bis zu 80.000 Besucher werden erwartet. Die Polizei geht davon aus, dass noch weitere Drogen gefunden werden könnten. Die Suchaktionen sollen bis zum Festivalbeginn fortgesetzt werden. Superintendent Andy Blizard machte dabei ziemlich deutlich, dass die Polizei von der Idee, Drogen einfach irgendwo auf dem Gelände zu vergraben und später wieder abzuholen, nicht besonders beeindruckt ist. Wer also Monate vor dem Festival eine Tasche oder einen Rucksack im Boden versteckt hat, sollte bei der Anreise besser nicht zu viel Vertrauen in sein eigenes Navigationssystem haben. Denn möglicherweise führt die gespeicherte Position inzwischen direkt zu einem Polizeibeamten.

Polizei mit ungewöhnlichem Serviceangebot

Besonders charmant wurde die britische Polizei bei ihrem Aufruf an die Besitzer der gefundenen Taschen. Wer auf dem Gelände einen Rucksack oder eine Tasche vergraben hat und diese gerne zurückhaben möchte, soll sich bei der Polizei melden. Ein Service, den man vermutlich nicht unbedingt auf der Website des Festivals erwartet hätte:

„Verloren & gefunden – bitte wenden Sie sich an die Polizei.“

Die Beamten haben bereits damit begonnen, die Besitzer der gefundenen Gegenstände zu ermitteln. Ob sich besonders viele der Betroffenen tatsächlich freiwillig melden werden, darf allerdings bezweifelt werden. „Hallo Polizei, ich glaube, Sie haben da etwas von mir gefunden“ ist schließlich nicht unbedingt der Anruf, mit dem man seinen Montagmorgen beginnen möchte.

Die Polizei kennt das Spiel

Die Behörden betonen, dass beim Creamfields Festival eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Drogen gilt. Auch während des Festivals sollen Polizei und Sicherheitskräfte eng zusammenarbeiten. Dass manche Besucher versuchen, die Sicherheitskontrollen zu umgehen, ist für die Polizei offenbar nichts Neues. Laut Cheshire Constabulary werden jedes Jahr Personen erwischt, die Drogen verstecken oder bereits lange vor dem Festival auf dem Gelände vergraben. Die aktuelle Aktion zeigt allerdings: Wer glaubt, mit einer Schaufel könne man die Sicherheitskontrollen austricksen, hat offenbar vergessen, dass die Polizei ebenfalls graben kann.

Und vielleicht sogar besser.

Festival beginnt – die Schatzsuche ist schon vorbei

Für die erwarteten 80.000 Musikfans dürfte das Festival damit bereits vor dem ersten Beat eine kleine Vorgeschichte haben. Während die Besucher ihre Zelte aufbauen, DJs ihre Sets vorbereiten und Veranstalter die letzten Vorbereitungen treffen, hat die Polizei bereits einen Teil des Geländes umgegraben. Die gute Nachricht für die Veranstalter: Einige illegale Mitbringsel dürften dadurch gar nicht erst bis zum Festivalgelände gelangen.

Die schlechte Nachricht für diejenigen, die sie dort versteckt haben: Der persönliche Festival-Schatz ist weg. Und wer jetzt noch schnell auf die Idee kommt, etwas im Boden zu verstecken, sollte vielleicht bedenken, dass die Polizei bereits mit dem Spaten unterwegs ist.

Beim Creamfields 2026 heißt es deshalb offenbar: Musik im Zelt, Drogen bei der Polizei – und die Schatzkarte bitte zu Hause lassen.

Quelle: bbc.com

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